Fahrt auf Wieslauftalradweg
: Ein Jahr nach der Flut: Radweg zwischen Idylle und Verwüstung

Der Wieslauftalradweg ist wegen seiner schönen Landschaft und Stopp-Möglichkeiten beliebt. Wo sind die Schäden nach der Flut vor einem Jahr noch spürbar?
Von
Eva Schäfer
Rems Murr Kreis
  • Der Radweg entlang der Wieslauf verläuft teils sehr idyllisch, manche Abschnitte sind wegen der Flutschäden gesperrt.

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  • Hier kann man neben den Gleisen der Wieslauftalbahn radeln.

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  • Ziegen grasen entlang des Weges.

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  • Der Biergarten der Familie Rühl liegt direkt am Wieslauftalradweg.

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  • Pferde in einer Koppel entlang des Weges

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  • Die Umleitung zum Schotterweg ab Asperglen ist ausgeschildert.

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  • Die Brücke ist gesperrt, Radler müssen eine Umleitung nehmen.

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  • Blick auf die Wieslauf

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  • Arbeiten an den Hangrutschen

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  • Hangrutsche durch die Flut vor einem Jahr

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  • Manche Waldwege sind gesperrt.

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  • Die Umleitung auf dem Schotterweg ist für schmale Reifen weniger geeignet.

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  • Die Flut vor einem Jahr hat die Gärtnereianlage an der Wieslauf komplett zerstört.

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  • Entlang des Weges gibt es immer wieder Spuren der Zerstörung vor einem Jahr.

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  • Die Schnell-Ladestation an der Ölmühle Michelau.

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  • Das Gasthof Linde in Rudersberg-Klaffenbach befindet sich in einem schönen Fachwerkhaus.

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  • Der Weg ist gesperrt, zu groß sind die Unterspülungen an der Brücke.

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Etwas kühl ist es an diesem Tag, und auch der Himmel ist bedeckt, doch auf dem Radweg ist einiges los: Familien mit Kindern im Radanhänger sind unterwegs, Rennradfahrer und viele Ausflügler mit E-Bike. Der Wieslauftalradweg von Schorndorf nach Rudersberg und Welzheim ist beliebt. Stopp-Möglichkeiten wie der Biergarten der Familie Rühl „Los Oliveros Gastro“ sind dabei willkommen. „Viele Familien kommen zu uns, aber auch Radfahrer und Wanderer“, sagt Markus Rühl.

Idyllisch direkt am Radweg liegt der Metzlinsweiler Hof, ein paar Meter weiter grasen Ziegen, man ist mittendrin in der Natur. Wenn man Markus Rühl nach der Flut vor einem Jahr fragt, sagt er. „Das hat einen schon verändert.“ Viele im Tal seien von der Katastrophe schwer getroffen worden, habe er gehört. Existenzen wurden zerstört.

Ziegen grasen entlang des Radwegs, man ist mittendrin in der Natur.

Foto: Eva Schäfer

Entlang des Weges zeigen sich Spuren der Flutnacht

Zu der Idylle zeigen sich entlang des Wegs immer wieder Spuren der verheerenden Nacht am 2. Juni, die auch ein Jahr später daran erinnern, mit welcher Gewalt sich die Wassermassen ihren zerstörerischen Weg durch das Tal brachen.

Gleichzeitig freuten sich die Menschen über das, was wieder erreicht worden sei. Dass das Wiesel wieder fährt, sei ein großer Baustein für die Zuversicht, so Rühl. Der Wieslauftalradweg nimmt auch eine wichtige Rolle ein.

Die Bachstraße in Klaffenbach wurde schwer getroffen von den Wassermassen, das ist immer noch deutlich spürbar.

Foto: Eva Schäfer

Der Wieslauftalweg ist sehr beliebt – auch über die Region hinaus

„Der Wieslauftalradweg erfreut sich großer Beliebtheit bei Einheimischen und Touristen. Er gilt als eines unserer touristischen Highlights im Bereich Radwege, da er im Radtourismus die wichtige Verbindung vom Remstal in den Schwäbischen Wald bietet. Besonders populär sind die zahlreichen Radtagesausflüge zum Ebnisee, die über diesen Radweg unternommen werden“, sagt Elisa Raßmus, Pressesprecherin des Landratsamts im Rems-Murr-Kreis.

Dank der guten Anbindung an die S- und Regionalbahn profitierten nicht nur lokale Radfahrer von dem Weg, sondern er ziehe auch Besucher aus der weiteren Umgebung an. Mit Zahlen untermauern könne man dies jedoch noch nicht. „In anderen Gebieten setzen wir technische Mittel wie Radzählstellen ein, um Radfahrerströme zu erfassen. Bedauerlicherweise gibt es auf dem Wieslauftalradweg momentan keine solchen Zählstandorte“, so Elisa Raßmus.

Manche Abschnitte werden umgeleitet auf einem Schotterweg

Es kommen einem immer wieder Radler entgegen – auch auf dem Abschnitt ab Asperglen, wo ein Schotterweg als Umleitung mit Schildern ausgewiesen ist. Mit dünnen Reifen ist dieser Teil nicht zu empfehlen, auch manches Schlagloch, das sich mit Regenwasser gefüllt hat, muss umfahren werden.

Grund für die Umleitung ist, dass das Hochwasser eine wichtige Brücke zerstört hat, die für die Querung der Wieslauf genutzt wurde. „Da sich der Wiederaufbau der Brücke durch die Gemeinde Rudersberg aufgrund zahlreicher Schadensfälle und ausstehender Förderentscheidungen voraussichtlich bis mindestens ins dritte Quartal 2025 verzögern wird, soll eine provisorische Umleitung eingerichtet werden. Diese Maßnahme soll sicherstellen, dass Radfahrer weiterhin sicher auf dem Wieslauftalradweg unterwegs sein können, ohne in eine Sackgasse zu gelangen“, heißt es vonseiten des Landratsamtes. Der Wieslauftalradweg ist der Radweg, der am stärksten von der Flut betroffen wurde.

Der Wieslauftalradweg ist der am stärksten beschädigte Weg

„Während der Remstal-Radweg ebenfalls Schäden erlitten hat, betreffen diese nur eine Stelle des Radweges zwischen Waiblingen und Remseck. Sieht man von den eher leicht zu behebenden Verschmutzungen anderer Freizeitrouten ab, ist der Wieslauftalradweg erheblich stärker beeinträchtigt worden, was umfangreichere Wiederherstellungsmaßnahmen erforderlich macht“, teilt Elisa Raßmus mit.

Der Gegensatz zwischen Idylle und Spuren der Verwüstung wird umso deutlicher, je weiter man Richtung Rudersberg unterwegs ist: Arbeiten zur Befestigung der Hangrutsche, leere Gewächshäuser der wegen der Flutfolgen aufgegebenen Gärtnerei Waldenmaier erzählen von der Katastrophe, und auch die vom Hochwasser besonders schwer getroffene Bachstraße in Klaffenbach. „Es geht nur eines nach dem anderen wiederherzustellen“, sagt ein Radfahrer aus Althütte, der den Wieslauftalradweg oft nutzt. Nach dem Sauerhöfle hinter Klaffenbach ist der Weg entlang der Wieslauf gesperrt, zu groß sind die Zerstörungen etwa auch an einer Brücke auf dem Forstweg, deren Fundamente sind unterspült, das Geländer weggebrochen.

Wann ist der Forstweg an der Wieslauf wieder befahrbar?

Wann dieser Teil wieder befahrbar ist, ist noch offen. „Der abgesperrte Abschnitt des Weges entlang der Wieslauf hinter dem Sauerhöfle betrifft einen Teil, der auf einem von Forst BW verwalteten Forstweg verläuft. Aufgrund der Bedeutung dieser Strecke sowohl für Wanderer als auch Radfahrer wird Forst BW die Wiederherstellung der zerstörten Brücke übernehmen. Ein konkreter Zeitpunkt, wann dieser Abschnitt wieder befahrbar sein wird, lässt sich derzeit nicht nennen, da er von der Komplexität der Reparaturarbeiten sowie der Koordination aller beteiligten Stellen abhängt“, so das Landratsamt. Am Freitag sollen an dem gesperrten Forstweg im Wieslauftal zusätzliche Informationsbanner installiert werden, auch um sich besser über Umleitungsstrecken informieren zu können.

Das Kiosk an der Ölmühle Michelau lädt zum Stopp ein

Die Kosten, um die Radwege nach der Flut wieder instand zu setzen, könne derzeit noch nicht konkret beziffert werden. Obwohl es sich bei dem Wieslauftalradweg um eine zusammenhängende Route handele, verlaufe er nicht entlang eines baulich zusammenhängenden Radwegs. „Die notwendigen Maßnahmen zur Instandsetzung verteilen sich auf eine Vielzahl unterschiedlicher Wegetypen, wie etwa Straßen, Forstwege und eigenständige Radwege, was jeweils verschiedene Baulast- und Kostenverantwortungen mit sich bringt“, erklärt Elisa Raßmus. Es geht wieder zurück, mit einem Stopp an der Ölmühle Michelau. Der Kiosk wird von Alex Giovarruscio geführt und hat auch an Pfingstsonntag und Pfingstmontag geöffnet. „Die Ladestation wird gut genutzt“, sagt der Kioskbetreiber über den besonderen Service, der hier für E-Bike-Fahrer geboten wird. Diese Chargercube-Ladestation ist doppelt so schnell wie Heimladegeräte und im Rems-Murr-Kreis einmalig, wie Linuz-Geschäftsführer Sascha Pieper sagt. Während man sich im Biergarten einen gemütlichen Stopp gönnt, wird der Akku nebenher geladen.

Gastronomie am Radweg

Biergarten
Am Pfingstwochenende Sonntag, 8. Juni, und Montag, 9. Juni, ist der Biergarten im Metzlinsweiler Hof „Los Oliveros Gastro“ wieder offen – je nach Wetterlage können sich Änderungen ergeben, die auf der Homepage zu lesen sind unter losoliveros.de. Auch der Kiosk an der Ölmühle Michelau von Alex Giovarruscio hat am Sonntag, 8. Juni, und Montag. 9. Juni, von 10 bis 18 Uhr offen. Dazu gibt es Livemusik mit Kilimann und Giovanni Massari von 13 bis 17 Uhr. Infos unter muehlenkiosk.wordpress.com. Der Gasthof „Zur Linde“ in Klaffenbach in der Ebniseestraße 2 in Rudersberg-Klaffenbach liegt direkt an der Straße nach Welzheim. Das Restaurant Wieslauftal befindet sich in Rudersberg-Schlechtbach.

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