Fellbach: Die Ostereierbörse feiert Jubiläum

Zum 25. Mal findet die Börse in der Schwabenlandhalle statt.
Sascha SauerFellbach - Was war zuerst da – die Henne oder das Ei? Diese Frage ist bis heute unbeantwortet. Bei Roland Fischinger war zuerst das eigene Hobby, die Hinterglaskunst, da – und erst dann kam die Idee, ein Forum für Hobbykünstler zu schaffen und ihnen die Möglichkeit zu geben, ihre in der Freizeit gefertigten Werke zu verkaufen. Jetzt wird Jubiläum gefeiert: Am 29. und 30. März findet in der Schwabenlandhalle der 25. Internationale Oster- und Kunsthandwerkermarkt statt. Und im November gibt es ein zweites Jubiläum, den 30. Freizeit-Kunst- und Kunstgewerbe-Markt.
Roland Fischinger hat die Idee für den Markt
„In jungen Jahren habe ich viel hinter Glas gemalt“, sagt Fischinger. „Geerbt“ habe er das Hobby vom Vater, der viele Tiffany-Türen gemacht hat. Irgendwann sei in ihm dann der Wunsch gereift, die selbst gefertigten Produkte auch zu verkaufen, erinnert sich der 63-Jährige, der damals in Fellbach wohnte. „Der Flohmarkt ist nicht das richtige Ambiente, das war mir schnell klar.“ Fischinger hat andere Hobbykünstler angesprochen und sie für seine Idee, einen Markt zu organisieren, begeistern können.

Roland Fischinger ist dem Standort Fellbach treu geblieben.
Foto: privatDie Verkaufsveranstaltung ist nur in Fellbach erfolgreich
Mittlerweile wird der Ostermarkt jedoch von der Schwabenlandhalle organisiert. Fischinger macht „nur noch die Werbung und stellt die Plakate im Stadtgebiet auf“. Nach 25 Jahren hat er sich gedacht: „Es ist genug.“ Der Sohn Eric wollte nicht in die Fußstapfen von Vater Roland und Mutter Astrid treten. „Bei der Schwabenlandhalle habe ich offene Türen eingerannt“, sagt Fischinger. „Fellbach war immer ein Heimspiel.“ Zwischenzeitlich wollte er seine Verkaufsveranstaltung auch in anderen Städten „andocken“, aber das ist ihm nie richtig gelungen. Am Ende hat nur Fellbach überlebt. „Hier ist die Idee zuhause, und das Publikum strömt.“
Durch Mund- zu-Mund-Propaganda habe er das Repertoire der Aussteller stets erweitern und vergrößern können, sagt Fischinger. Mit einigen Künstlern hätten sich Freundschaften entwickelt, die bis heute Bestand haben. Die eigene Hinterglasmalerei hat er allerdings schon länger an den Nagel gehängt. Obwohl er jetzt als Ruheständler und ohne die aufwendige Organisation der Märkte, die ihn und seine Frau eigentlich das ganze Jahr über beschäftigt haben, wieder Zeit dafür hätte.
Kunstwerke werden zu karitativen Zwecken verkauft
Nicht aufgegeben hat er jedoch die Überzeugung und den Wunsch, mit den Märkten „etwas Gutes zu tun“. Das hat einen ganz simplen Hintergrund: „Wir verdienen, dann müssen wir auch etwas abgeben“, sagt er. Deshalb hat er die ausstellenden Künstler dazu aufgerufen, mindestens ein Kunstwerk zu Gunsten einer karitativen Einrichtung zu verkaufen, Bei der Jubiläums-Ostereierbörse kommt der Spendenbetrag der Patienten- und Selbsthilfeorganisation für Kinder und Erwachsene mit einer kranken Speiseröhre „Keks e.V.“ zugute. „Die karitative Einrichtung wechseln wir bei jedem Markt“, erklärt Fischinger. Insgesamt gehe die Spendensumme in den fünfstelligen Bereich.
Es gibt mehr als 12 000 Schmuckeier beim Ostermarkt
Die beiden Märkte in der Schwabenlandhalle ziehen jeweils Tausende von Besuchern an. Jetzt beim 25. Ostermarkt wird es mehr als 12 000 Schmuckeier geben – vom bemalten Ei über das ziselierte bis zum lackierten oder Scherenschnitt-Ei. Zu den Ausstellern gehören auch Glasbläser, Aquarellmaler, Buchbinder, Drechsler, Keramik- und Holzkünstler, Textildesigner sowie Kunsthandwerker von Gold- und Silberschmuck.
Viele Künstler lassen sich über die Schulter schauen und zeigen die Technik ihrer Hobbykunst am Stand. Und damit es auch den Kindern nicht langweilig wird, richtet der Kleintierzüchterverein Oeffingen wieder einen Streichelzoo mit Hasen, Hennen und Küken ein. Zu Ostern gehört schließlich auch der Osterhase, nicht nur das Ei.