Fellbach
: Wie sicher ist das Jugendhaus? Im schlimmsten Fall droht die Schließung

Im Jugendhaus müssen Mängel behoben werden. Die Baubürgermeisterin Beatrice Soltys mahnt: „Es besteht dringender Handlungsbedarf“.
Von
Dirk Herrmann
Rems Murr Kreis
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Das architektonisch interessante Jugendhaus steht seit 1978 an der Esslinger Straße in Fellbach.

Dirk Herrmann

Das Jugendhaus in Fellbach (Rems-Murr-Kreis) wird regelmäßig von vielen jungen Menschen aus Fellbach und seinen Stadtteilen frequentiert. Neben der täglichen Arbeit gibt es auch Highlights wie Konzerte – Veteranen erinnern sich etwa an einen der ersten Auftritte des damals noch jungen „Schlagerbarden“ Dieter Thomas Kuhn Anfang der 1990er Jahre. Außerdem gibt es öfter Theaterdarbietungen, etwa beim internationalen, mehrtägigen Festival „Bunte Bühne“.

Darüber hinaus wartet das vieleckige Gebäude mit einer interessanten Architektur auf (daher auch der Name „Theater im Polygon“ für die hauseigene Schauspieltruppe). Doch auch aushäusige TV-Schauspieler waren schon zu Gast, denn das Fellbacher Jugendhaus wird gerne von Fernsehproduktionsgesellschaften für Spielfilme oder Serien ausgesucht – so war die „Soko Stuttgart“ des ZDF schon mehrfach für Dreharbeiten vor Ort.

Jugendhaus ist „ein wunderschönes Gebäude“

„Es ist ein wunderschönes Gebäude mit eigener Formensprache“ skizzierte die Baubürgermeisterin Beatrice Soltys kürzlich im Gemeinderat den architektonischen Charakter des 1977/78 errichteten Jugendhauses.

Doch so modern es trotz seiner bald 50 Jahre aussieht: Insbesondere der offene, großzügige Raumschnitt stellt besondere Anforderungen an den heute üblichen Brandschutz. „Das Gebäude besitzt aufgrund seiner Nutzung als Jugendhaus erhöhte Schutzziele“, heißt es auch in der schriftlichen Erläuterungen des Amts für Hochbau und Gebäudemanagement.

Mehrere Begehungen fanden bereits statt, dabei wurden „sicherheitsrelevante Mängel identifiziert“. Soltys klare Auskunft: „Es besteht dringender Handlungsbedarf!“

In zwei Bauabschnitten in den Jahren 2026 und 2027 soll der Brandschutz verbessert werden – um die Gesamtkosten in Höhe von 879 000 Euro über zwei Haushaltsjahre zu verteilen und den Betrieb des Jugendhauses weiterhin zu ermöglichen.

Zu den wichtigsten Maßnahmen zählen die Schaffung zusätzlicher Rettungswege, der Einbau einer automatischen Brandmeldeanlage mit Aufschaltung auf die Feuerwehrleitstelle, neue Feuerschutztüren sowie die Verbesserung der Rauchableitung über das Glasdach. Zudem werden an mehreren Stellen sogenannte Rauchschürzen installiert, die im Brandfall automatisch aktiviert werden und die Fluchtwege rauchfrei halten sollen. Auch die Sporthalle erhält eine neue feuerhemmende Trennwand mit dicht- und selbstschließenden Türen.

„Brandschutz ist kein Kann-Thema“

In der Debatte erklärte Beate Wörner für die Grünen: „Das Gebäude ist fast 50 Jahre alt, die Brandschutzbestimmungen haben sich seit dem Bau des Jugendhauses Ende der 1970er Jahre geändert.“ CDU-Fraktionschef Franz Plappert brachte es auf diesen kurzen Nenner: „Brandschutz ist kein Kann-Thema.“ Der SPD-Fraktionsvorsitzende Andreas Möhlmann erklärte allerdings mit gewisser Verwunderung: „Man kann sicher fragen, warum das nicht schon früher angegangen wurde.“

Am Ende billigte der Gemeinderat zwar grundsätzlich den Vorschlag der Verwaltung – allerdings stehen beide Bauabschnitte noch unter dem Vorbehalt der Bereitstellung der entsprechenden Haushaltsmittel in den anstehenden Beratungen im Gremium. Auf Plapperts Frage, was denn passiert, sollte die Finanzierung nicht kommen, antwortete Soltys mit dem eindeutigen Statement: „Wir müssten das Jugendhaus schließen.“

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