Fiesta in Fellbach: Das Atrium wird zur Tanzfläche
Fellbach - Vielleicht wäre Spanien nicht so früh bei der Weltmeisterschaft ausgeschieden, wenn die Spieler öfters die Paella von José Arco Pérez gegessen hätten. „Das hätte bestimmt geholfen, schließlich sind in dem Reisgericht viel Eiweiß und Kohlenhydrate“, sagte der Vorsitzende des Spanischen Kulturvereins Fellbach augenzwinkernd. Seit 26 Jahren macht er bei der Fiesta mit, seine Paella ist längst ein Selbstläufer. „Die verkauft sich von ganz alleine“, sagte er.
Die Gäste strömen bei dem guten Wetter in Scharen
Drei Tage lang dauerte die Fiesta International. Im Atrium der Schwabenlandhalle brodelte und brutzelte es in den Töpfen und Pfannen der ausländischen Vereine. Und die Gäste strömten bei dem guten Wetter in Scharen. „Dieser Freitag war der beste in der Fiesta-Geschichte“, sagte José Arco Pérez.
Auch am frühen Samstagabend war es proppenvoll auf dem internationalen Fest. Und das Atrium wurde zur Tanzfläche. Arm in Arm oder Hand in Hand bewegten sich die Besucher zur Folklore-Musik. Die Integrationsbeauftragte der Stadt machte beim griechischen Volkstanz Syrtos mit. „Der Freitag war bombastisch voll, obwohl Italien Fußball gespielt hat“, sagte Christine Hug. Bis in die Nacht hinein hätten die Menschen – trotz der Niederlage der Italiener- friedlich gefeiert.
Auch der türkische Generalkonsul kommt
Bei der Eröffnungsrede begrüßte Christine Hug die 16 Vereine in elf Sprachen. „Die Vereinsvertreter haben sich dabei schiefgelacht“, erzählte sie. Unter den Gästen am Samstag war auch der türkische Generalkonsul Mustafa Türker Ari. Wie Hüseyin Babuscu, der Vorsitzende des Türkischen Vereins, verriet, bekam der Konsul Köfte von der Schwarzmeerküste serviert.
Bei der 39. Auflage der Fiesta war auch Rocco Montesanto mit dabei. Der „Chef-Pizzamacher“ – so nennen ihn seine Freunde vom Verein AC Azzurri Fellbach - war extra aus Cariati, einer Kleinstadt in Kalabrien, angereist. Am besten verkauften sich seine Panzerotti, das sind mit Mozzarella und Tomaten gefüllte Pizzataschen. „Ich wollte ein Stück Cariati nach Fellbach bringen“, erklärte Giovanni Calabró, der Vereinsvorsitzende, warum er seinen Cousin geholt hat. Und dem italienischen Pizzamacher gefiel es: „Es ist ein fröhliches Fest, wo jeder jeden kennt.“
Rocco Montesanto betreibt in Cariati an der Strandpromenade ein Restaurant. „Das ist der Treffpunkt in der Stadt, dort feiern die Menschen bis in die Nacht“, sagte Isabella Sauer, die stellvertretende Vorsitzende des Vereins AC Azzuri Fellbach. Doch die Stadt Cariati will die Konzession für das Restaurant nicht verlängern. „Sollte es keine Genehmigung geben, wird Rocco nach Fellbach kommen und dort für die Cariatis eine Location wie den Sky Beach in Stuttgart eröffnen“, sagte Isabella Sauer.
Auf der Fiestabühne präsentieren sich die Vereine
Auf der Fiestabühne gaben sich die verschiedenen Vereine die Klinke in die Hand. Auch Rolf Krautter vom städtischen Veranstaltungsteam schaute sich das bunte Programm an. „Die Vereine organisieren mittlerweile ihre Auftritte weitgehend selbst“, sagte Krautter. Man müsse nicht mehr wie früher den Leuten ständig hinterher rennen und sie an ihre Auftrittszeiten erinnern. Auf der Bühne zeigten währenddessen die Tänzerinnen des Albanischen Vereins ihr Können. „Toll, wie die Vereine den Bogen zwischen Moderne und Tradition schlagen“, sagte Rolf Krautter.






















