Flugplatzfest Backnang-Heiningen: 13 Jahre nach dem tragischen Unglück dröhnen bald wieder die Motoren

Auf dem Programm steht unter anderem Kunstflug mit einem Pitts-Doppeldecker.
LSV Backnang-HeiningenAm Wochenende, 23. und 24. August, dröhnen im Rems-Murr-Kreis die Flugmotoren: Auf dem Flugplatz des Luftsportvereins Backnang-Heiningen findet das Flugplatzfest statt – unter anderem stehen Kunstflugshows mit Motor- und Segelflugzeugen sowie Rundflüge für Besucher auf dem Programm.
Das Highlight für Flugzeugenthusiasten sind wohl die Darbietungen von Uwe Schreyer und Volker Fischer. Schreyer zeigt Kunststücke mit seinem Doppeldecker vom Typ Pitts S2-B – einer wendigen Maschine, die speziell für den Kunstflug entwickelt wurde. Fischer führt die Fähigkeiten seiner Yak-52 vor. Dieses Flugzeug, ursprünglich ein sowjetischer Militärtrainer, hat einen 400 PS starken Sternmotor und ist ebenfalls voll kunstflugtauglich.
Aber auch die stillere Fraktion muss sich nicht verstecken: Christian Hartmann demonstriert mit seiner Kunstflugshow, dass auch Segelflugzeuge in ihrer motorlosen Eleganz echte Hingucker sein können. Am Samstag will auch der Ex-Bundestagsabgeordnete und langjährige Kunstturner Eberhard Gienger über dem Flugplatz mit dem Fallschirm abspringen.
Zwölf Jahre Pause nach tragischem Unglück
Die Besucher können auch selbst in die Luft gehen: Wer sich traut, kann Rundflüge mit Motorflugzeugen und Hubschraubern buchen und die Region aus der Vogelperspektive betrachten. Für Kinder gibt es einen Spielplatz. Das Parken neben dem Flugplatzgelände ist kostenlos, auch der Eintritt zum Fest ist gratis. Zu essen und zu trinken gibt es natürlich auch. Das Event beginnt an beiden Tagen jeweils um 12 Uhr. Das Programm geht am Samstag bis 21 Uhr, am Sonntag bis 19 Uhr.

Auch eine Yak-52 wird zu sehen sein (Symbolbild).
Foto: IMAGO/imagebrokerZwölf Jahre lang hatte es in Heiningen keine Flugplatzfeste mehr gegeben. Die Pause hatte einen tragischen Hintergrund: Beim Fliegerfest im September 2012 kippte ein mit vier Personen besetztes Robin-Leichtflugzeug kurz nach dem Start seitlich weg und stürzte ab. Drei Menschen, darunter eine 15 Jahre alte Jugendliche, starben, ein weiterer wurden schwer verletzt.
Die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (BFU) kam nach dem Absturz zu dem Schluss, dass die Robin in die Wirbelschleppen einer kurz zuvor gestarteten Antonov 2, des größten Doppeldeckers der Welt, geraten war. Aufgrund der damals herrschenden Windstille hielten sich diese Luftverwirbelungen länger in der Luft als gewöhnlich, technische und organisatorische Ursachen schloss die BFU aus.
Der Veranstalter blicken nach dem Unfall wieder nach vorn
Das tödliche Unglück zog nicht nur in Heiningen große Betroffenheit und den Abbruch des damaligen Fests nach sich, sondern auch die erwähnte Aussetzung des Ereignisses. Stattdessen lud der Luftsportverein Backnang-Heiningen zum ebenfalls beliebten, aber ruhigeren Event „Oldtimer trifft Flugplatz“. Erst im vergangenen Jahr ließ der Verein die Tradition des klassischen Flugplatzfests wieder aufleben.
