Flugplatzfest in Backnang-Heiningen
: Spektakuläre Flugshows begeistern die Besucher

Spektakuläre Flugshows, Rundflüge, diverse Flugzeugmodelle und vieles mehr haben am Wochenende die Besucher des Flugplatzfestes in Backnang-Heiningen begeistert.
Von
Eva Herschmann
Rems Murr Kreis
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  • Kurz nach dem Start schießt der Pitts-Doppeldecker....

    Jan Potente
  • Kunstflug vom Feinsten: der Doppeldecker fliegt kopfüber am Himmel über dem Flugplatz in Backnang-Heiningen.

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  • Unter anderem wurden Rundflüge mit einem Hubschrauber angeboten.

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  • Ein Dinosaurier fungierte als „Spezialeinweiser“ für die Flugzeuge.

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  • ...senkrecht in die Höhe.

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  • Die Jak-52 von Volker Fischer zog die Blicke des Publikums auf sich.

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  • Der Pitts-Doppeldecker begeistert nicht nur in der Luft, sondern auch am Boden.

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  • Bestaunt werden konnten verschiedene Flugzeugtypen – egal, ob neueren...

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  • ...oder älteren Baujahrs.

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  • Auch Segelflugzeuge waren am Start.

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Senkrecht steigt die Jak-52 in den Himmel über Backnang-Heiningen (Rems-Murr-Kreis) und zieht einen Schweif aus dickem Rauch hinter sich her. Die Menschen am Boden blicken ihr gebannt nach. Am höchsten Punkt angekommen, bleibt die 400-PS-Maschine von Volker Fischer in der Luft stehen. Die Zuschauenden halten den Atem an, als der Flieger über die Nase abkippt und im Sturzflug in Richtung Boden trudelt.

Doch der Kunstflieger hat alles unter Kontrolle. Sobald die Flügel wieder angeströmt werden, zieht Fischer sein Flugzeug mit dem roten Sowjetstern hoch und landet sicher unter dem Beifall des staunenden Publikums. Am Wochenende ist im Luftraum über dem Flugplatz Backnang-Heiningen einiges los gewesen. Loopings, senkrechte Aufstiege, Sturzflüge, Spitzkehren, Rollen, Kopfüber-Flüge: Tollkühne Piloten in ihren fliegenden Kisten haben beim Flugplatzfest des Luftsportvereins Backnang-Heiningen ein himmlisches Spektakel geboten.

Kunstflieger machen vermeintlich halsbrecherische Manöver und Flugbewegungen, die zwar nicht erforderlich sind um von A nach B zu kommen, aber spektakulär aussehen. Beim Flugplatzfest in Heiningen sind die Vorstellungen der Kunstflugpiloten eine von vielen Attraktionen. Auch der angemeldete Vorbeiflug einer „North American Trojan“ wird gefeiert, eines „Klassikers der Lüfte“, wie der Moderator Klaus Saiger erklärt. Die 1500 PS starke Maschine, die eine Höchstgeschwindigkeit von mehr als 500 Kilometern pro Stunde erreicht, kündigt sich mit lautem Brummen an. Das Flugzeug, acht Meter lang mit einer Flügelspannweite von zwölf Metern, landet nicht in Heiningen. Doch Pilot Guido Voss, der auf dem Weg zum Flugplatz Degerfeld ist, zieht zur Freude aller im Tiefflug ein paar Kreise über dem Festgelände.

Segelflugzeug mit Loopings, Rollen und auf dem Rücken fliegend

Nicht nur die laut- und PS-starken Maschinen können am Himmel tanzen. Alex Baumgartner tut es mit seinem Segelflugzeug im Takt zur Musik von Lindsey Stirlings „Crystallize“. Die Husky „Puff the Magic Dragon“, ein zweisitziges Leichtflugzeug, das dem Verein gehört und als Ausbildungsflugzeug genutzt wird, hat den Segelflieger auf 4000 Fuß, rund 1220 Höhenmeter, gezogen und ausgeklinkt, damit er sich seinen Weg durch die Wolken bahnen kann – mit unzähligen Loopings, Rollen und auf dem Rücken fliegend.

Sebastian Möbius (rechts), der Vorsitzende des Luftsportvereins Backnang-Heiningen, und sein Stellvertreter Uwe Schreyer freuen sich über ein gelungenes Flugplatzfest.

Foto: Eva Herschmann

„Die Gäste sind begeistert“, sagt Sebastian Möbius, der Vorsitzende vom Luftsportverein Backnang-Heiningen. „Wir haben viel Zeit und Mühe in unser Fest gesteckt, und es ist schön zu sehen, dass alle glücklich sind.“ Ohne die vielen freiwilligen Helfer aus den Reihen des Vereins wäre das nicht möglich, so der Flieger-Chef. Überall auf dem Gelände mit den fünf Hangars wuseln Helferinnen und Helfer in den dunkelblauen T-Shirts mit der Aufschrift „EDSH“ herum. Der Buchstabencode steht für den heimischen „Sonderlandeplatz“, wie die offizielle Bezeichnung für Backnang-Heiningen lautet.

Für das große Volksfest des kleinen Luftverkehrs haben sie Bierzeltgarnituren aufgebaut – mit bestem Blick auf die Start- und Landebahn und den Himmel darüber. Auch an die Kleinen haben die Gastgeber gedacht und rechtzeitig zum Flugplatzfest einen neuen Spielplatz gebaut – mit Schaukeln fürs erste Fluggefühl. „Der Tüv hat den Spielplatz erst vor ein paar Tagen abgenommen“, sagt Möbius, der stolz auf die Vereinsmitglieder ist, die auch am Boden vollen Einsatz bringen.

Rundflüge zum Preis von 45 Euro

Für alle, die gerne abheben, werden am Wochenende regelmäßig 15-minütige Rundflüge gestartet – entweder im Helikopter, der von einem befreundeten Berufspiloten gesteuert wird, oder in der viersitzigen, vereinseigenen Cessna – und zum Preis von 45 Euro pro Passagier. Doch auch für diejenigen, die mit beiden Beinen lieber auf der Erde bleiben, lohnt sich ein Besuch auf dem Flugplatzfest. Allein schon, um einmal einen der legendären Doppeldecker Pitts S2b aus den USA aus der Nähe zu sehen. Der stellvertretende Vereinsvorsitzende Uwe Schreyer besitzt nämlich einen Flieger dieses Typs, der in den 1970er Jahren alle Weltmeisterschaften gewonnen hat.

Oder um Eberhard Gienger zu bewundern. Der frühere Reck-Weltmeister, mittlerweile 74 Jahre alt, ist am Samstagnachmittag zweimal aus 3000 Metern Höhe mit dem Fallschirm abgesprungen und planmäßig und punktgenau unter dem Applaus der Besucherinnen und Besucher gelandet.

StZ Rems-Murr-Kreis
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