Fußballer in der Region
: Diese VfB-Profis lieben das Remstal

Raus aus dem Kessel, rein ins Remstal: Mehrere aktuelle und ehemalige Profifußballer des VfB Stuttgart haben sich im Rems-Murr-Kreis niedergelassen. Wir stellen sie vor.
Von
Nicolas Schoch
Rems Murr Kreis
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  • Eingebettet in Weinreben und nur einen Steinwurf vom Fellbacher Kappelberg entfernt: das Stadion des VfB Stuttgart.

    Gottfried Stoppel
  • Cacau – Der Meistertitel 2007 mit dem VfB Stuttgart war der größte Erfolg des Stürmers, der später 23-mal für die deutsche Nationalmannschaft auflief. Der mittlerweile 41-Jährige lebt mit seiner Familie in Korb und tritt seit diesem Sommer als Markenbotschafter für den VfB in Erscheinung.

    Baumann/Alexander Keppler
  • Günther Schäfer – Einmal Waiblingen, immer Waiblingen: Der langjährige VfB-Verteidiger ist äußerst heimatverbunden und kümmert sich seit 2015 als Teammanager um koordinative Aufgaben rund um die Bundesligamannschaft.

    Baumann/Hansjürgen Britsch
  • Sven Ulreich – Über den TSV Schornbach gelangte der Torwart als Zehnjähriger in die Jugendabteilung des VfB Stuttgart. 2015 wechselte er zum Rekordmeister FC Bayern München, die Familie wohnt immer noch im Stadtteil seiner Geburtsstadt.

    Baumann/Hansjürgen Britsch
  • Daniel Schwaab (links) und Martin Harnik – Das Duo folgte dem Beispiel des damaligen Mitspielers Sven Ulreich und ließ sich während der Zeit beim VfB ebenfalls im Remstal nieder. Schwaab beendete seine Karriere im Oktober 2020 nach vier Spielzeiten beim PSV Eindhoven, Harnik geht seit nunmehr zwei Jahren für den Hamburger Oberligisten TuS Dassendorf auf Torejagd.

    Baumann/Julia Rahn
  • Christian Gentner – „Legente“, wie er von den VfB-Fans getauft wurde, verließ den VfB nach dem Bundesliga-Abstieg 2019. Auf zwei Spielzeiten bei Union Berlin folgte der Wechsel zum schweizerischen Erstligisten FC Luzern, bei dem er seine aktive Laufbahn zum Jahresende beenden wird. Zum 1. Januar 2023 wird Gentner Leiter der Lizenzspielerabteilung beim VfB Stuttgart.

    Baumann/Hansjürgen Britsch
  • Sami Khedira – Der Weltmeister von 2014 wird zum neuen Jahr ebenso wie seine alten Weggefährten Christian Gentner und Philipp Lahm an den Neckar zurückkehren. Vom Familiensitz in Oeffingen ist der Weg nicht weit, um Sportvorstand Alexander Wehrle in sportlichen Fragen zu unterstützen.

    Baumann/Julia Rahn
  • Rani Khedira – Dem jüngeren Bruder von Sami blieb zwar der Durchbruch beim VfB verwehrt, doch beim FC Augsburg und aktuell bei Union Berlin entwickelte sich der 28-Jährige zu einer festen Größe in der Bundesliga. Während seiner Lehrjahre in Stuttgart bildete er mit Teamkollegen eine Wohngemeinschaft in Fellbach.

    dpa/Tom Weller
  • Nicolas Sessa – Während seiner Zeit in der zweiten Mannschaft des VfB (2017-18) knüpfte der inzwischen 26-Jährige eine enge Beziehung zu seinem Landsmann Emiliano Insua. Die Grillabende bei Vater Marcelo in Fellbach mit Insua und später auch Nicolas Gonzalez waren ebenso legendär wie gut.

    Baumann/Hansjürgen Britsch
  • Hansi Müller – Von 1975 bis 1982 zog der damalige Nationalspieler die Fäden im Mittelfeld des VfB, seit 2009 lebt er mit seiner Familie in Korb und gehörte bis 2019 sogar dem Gemeinderat an. Beim VfB trat er im Mai 2015 wegen einer Indiskretion bei der Besetzung des Cheftrainerposten aus dem Aufsichtsrat zurück.

    Rudel/Herbert Rudel
  • Mario Gomez – Eine nach eigener Aussage „sichere Investition“ tätigte der Ex-Nationalstürmer bereits während seiner Karriere, als er die „Alte Vogtei“ im Backnanger Stadtkern kaufte. Sein Vater, der im Baugewerbe tätig ist, half bei der Sanierung. Ergebnis ist ein Hotel inklusive Restaurant.

    dpa/Angelika Warmuth
  • Antonio Rüdiger – Mit dem Wechsel zu Champions League-Sieger Real Madrid ging der ehemalige VfB-Abwehrmann (2011-15) in seiner Karriere den nächsten Schritt nach oben. Seit einigen Jahren besitzt er ein Haus in Aspach – ebenso wie der Belarusse Aleksandr Hleb, dessen Karriere von 2001 bis 2005 in Stuttgart begonnen hatte.

    Baumann/Hansjürgen Britsch
  • Julian Schieber – Der Stürmer kehrte nach Zwischenstationen in Dortmund und Berlin zurück in die Heimat. Da sich der Bau des Eigenheims in Backnang herauszögerte, baute er 2018 kurzerhand die ehemalige Methodisten-Kirche in Oppenweiler zu einem Einfamilienhaus um. Aktuell ist für den Oberligisten SG Sonnenhof Großaspach als Jugendtrainer und Assistenzcoach der ersten Mannschaft tätig.

    Baumann/Volker Müller
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Mit seiner spektakulären Rettungstat am letzten Spieltag, welche die deutsche Meisterschaft 1992 sicherte, hat Günther Schäfer bei den Fans des VfB Stuttgart Legendenstatus erlangt. Bis heute lebt der frühere Verteidiger, der im Juni seinen 60. Geburtstag feierte, in seiner Geburtsstadt Waiblingen. „Wenn man sich hier niederlässt, macht man nichts falsch“, sagt Schäfer lachend. Seit sieben Jahren übernimmt er als VfB-Teammanager koordinative Aufgaben sowie die Betreuung der Talente und Neuzugänge. Für diese hat der Verein eigens Wohnungen in Fellbach angemietet.

Günther Schäfer empfiehlt das Remstal gerne

Das VfB-Urgestein empfiehlt den „neigschmeckten“ Fußballern das Remstal gerne als Wohnort. „Einfach deshalb, weil es landschaftlich sehr viel bietet“, nennt er die Gründe: „Für die Spieler ist das sicherlich auch in der Freizeit attraktiv – ob zum Wandern, Radfahren oder auch nur zum Spazieren gehen mit der Familie.“ Vor allem aber ist die Arena in Bad Cannstatt innerhalb weniger Minuten zu erreichen. „Viele Spieler ziehen allerdings auch direkt ins Zentrum, wo man schnell einkaufen und direkt am Trainingsplatz ist“, sagt Schäfer.

Zum Typ Stadtmensch zählt Konstantinos Mavropanos. Die Anschrift im Kessel bietet aber auch Nachteile: Der griechische Nationalspieler muss regelmäßig Autogramm- und Fotowünsche direkt vor der eigenen Haustür erfüllen. Sicherlich ein Grund, weshalb viele aktuelle und ehemalige Profis den Stadttrubel vermeiden wollen. Wie seine früheren Mitspieler Martin Harnik oder der aus Schornbach stammende Sven Ulreich zieht nun auch Christian Gentner wieder ins ruhige Remstal. Von dort aus wird der Ex-Nationalspieler von Januar 2023 an zu seiner neuen Aufgabe im VfB-Management aufbrechen.

Zu einem echten Anziehungspunkt für die VfBler hat sich die Gemeinde Korb entwickelt. Dort genießen unter anderem Cacau, der Meisterheld von 2007, sowie Hansi Müller, Europameister von 1980, den herrlichen Rundblick über das Tal. Müller gehörte sogar als parteiloser Kandidat dem Korber Gemeinderat an, wurde 2019 allerdings nicht wiedergewählt. Politische Ambitionen hatte er damit ohnehin nicht verbunden, wie er selbst sagt: „Ich wollte der Gemeinde, in der ich seit über zehn Jahren mit meiner Familie wohne, etwas von dem zurückgeben, was ich hier bekomme.“

Fellbach avancierte derweil zum beliebten Treffpunkt der argentinischen Clique des VfB. Marcelo Sessa versorgte seine Landsleute bei langen Grillabenden gemeinsam mit den drei Söhnen Nicolas (aktuell beim SC Verl), Dominic (zuletzt SV Fellbach) und Kevin (1. FC Heidenheim). Bei Emiliano Insúa gelang die Eingewöhnung sogar so gut, dass dieser seine Kinder kurzerhand beim SV Fellbach anmeldete. „Heimat bedeutet für mich, an einem Ort zu sein, wo ich alles habe: Familie, Freunde und ein Wohlgefühl“, sagte Insúa einmal. Dies war für ihn in Fellbach der Fall, er schien endlich angekommen zu sein in seinem Fußballerleben. Durch die Heimkehr des Verteidigers und den Wechsel von Stürmer Nicolás González zum AC Florenz im vergangenen Sommer hat sich die argentinische Familienbande zwar vorerst etwas aufgelöst, doch der enge Kontakt ist nicht abgerissen.

Der Rems-Murr-Kreis ist für die kickenden Millionäre nicht alleine zum Wohnen interessant. Mario Gomez ließ sich 2009 vom damaligen Backnanger Oberbürgermeister Frank Nopper persönlich überzeugen, die „Alte Vogtei“ im Stadtkern als Hotel zu eröffnen. „Das war ein sicheres Investment“, sagte Gomez damals. Im benachbarten Aspach besitzen die Ex-Stars Antonio Rüdiger (Real Madrid) und Aleksandr Hleb (Karriereende) ein Haus. Einfallsreichtum bewies wiederum Stürmer Julian Schieber. Als der Stürmer nach Zwischenstationen in Dortmund und Berlin heimkehrte, dauerte der Bau des Eigenheims in Backnang länger als erwartet. Kurzerhand baute Schieber dann die ehemalige Methodisten-Kirche in Oppenweiler zum vorübergehenden Wohnsitz um.

Die Khedira-Brüder sind in Oeffingen aufgewachsen

Die Brüder Sami und Rani Khedira sind in dem Fellbacher Stadtteil Oeffingen aufgewachsen und haben beim heimischen TV ihre Fußballkarriere begonnen. Während Rani noch bei Union Berlin kickt, kommt Sami als Berater zum VfB zurück. Das Stadion seines Heimatvereins trägt seit dem Gewinn der Weltmeisterschaft seinen Namen – und ist möglicherweise bereits ebenfalls ein Anziehungspunkt für kommende VfB-Stars.

Wohnen in der Region Stuttgart

Die Serie
Menschen leben in gewachsenen Siedlungen, besonderen Stadtteilen, abgeschiedenen Flecken oder teuren Lagen. Für eine kleine Serie sehen wir uns an bemerkenswerten Orten in der Region Stuttgart um und stellen sie in loser Folge vor.

Auf dem Weg
„Das Schönste an Stuttgart ist die Autobahn nach München“, soll der Ex-Bayer Thomas Strunz während seiner Zeit beim VfB Stuttgart einmal gesagt haben. Nationaltorwart Jens Lehmann suchte einige Jahre später mit seinem Helikopter meist schnell das Weite. Doch heute genießen die VfB-Profis ganz besonders die Bundesstraße 14: In nur zehn Minuten gelangt man aus dem Fellbacher Stadtzentrum zur Arena in Bad Cannstatt.

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