Hartmut Jenner
: Kärcher-Chef: der Bundeskanzler muss länger im Amt bleiben

Kärcher in Winnenden behauptet sich als Weltmarktführer bei Reinigungsgeräten – doch der Druck im Markt ist enorm. Was zu tun ist, sagt Vorstandschef Hartmut Jenner.
Von
Achim Wörner
Rems Murr Kreis
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Fordert Reformen: Kärcher-Chef Hartmut Jenner.

Gottfried Stoppel

Der Kärcher-Konzern mit Sitz in Winnenden (Rems-Murr-Kreis) behauptet sich als Weltmarktführer bei Reinigungsgeräten – sieht sich aber durch die Politik zunehmend blockiert. „Wir reden gerne vom China-Speed, wir wollen den Kärcher-Speed – aber können nicht das Tempo aufnehmen, das wir brauchen“, sagt Kärcher-Chef Hartmut Jenner im Gespräch mit unserer Zeitung (Das ganze Interview finden Sie ab 11 Uhr auf unserer Homepage).

Ein Dorn im Auge ist ihm das Betriebsverfassungsgesetz, das in seinem Kern aus den 1970er Jahren stammt. „Dieses Gesetz mit seinen langen Fristen und weitreichenden Rechten eines Betriebsrates ist im Blick auf strategische Entscheidungen ein echter Hemmschuh“. Auch an anderer Stelle fordert der Vorstandsvorsitzende, der seit mehr als 25 Jahren an der Spitze des Unternehmens steht, Reformen: Er plädiert dafür, die Amtszeit der Kanzlerschaft zu verlängern und dem Regierungschef das Vorschlagsrecht für zehn Gesetze zuzubilligen. „So käme viel mehr Zug in die Sache“, sagt er.

Auch 2025 Umsatzsteigerung

Kärcher wurde 1935 gegründet und zählt mittlerweile weltweit rund 17.000 Mitarbeitende. Der Umsatz konnte im vergangenen Jahr auf knapp 3,5 Milliarden Euro nochmals gesteigert werden – trotz eines zunehmend harten Wettbewerbs auch mit chinesischen Herstellern.

Sorgen bereiten Jenner die Entwicklungen speziell auch in Baden-Württemberg und der Region Stuttgart. Der massenhafte Abbau von Arbeitsplätzen sei nur der Anfang. „Und wenn es in bestimmten Bereichen nicht gelingt, eine Transformation hin zu neuen Geschäftsfeldern zu schaffen, dann wird es düster.“

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