Rentiere und mehr
: Abenteuer Wintercamping in Skandinavien

AnzeigeWo man in Skandinavien im Winter campen kann, was die beste Reisezeit ist und welche Aktivitäten und Erlebnisse man sich nicht entgehen lassen sollte.
Von
leane
Stuttgart
  • Wintercamping in Skandinavien bietet einzigartige Naturerlebnisse.

    Shutterstock/Jens Ottoson
  • Höchste Wahrscheinlichkeit: Im Winter herrschen in Skandinavien die besten Bedingungen, um Nordlichter sehen zu können.

    Shutterstock/Jose Manuel Perez
  • Eine Motorschlittentour durch Norwegens Winterlandschaft.

    Shutterstock/ginger_polina_bublik
  • Das Eisbaden ist tief verwurzelt in der skandinavischen Tradition.

    Shutterstock/Girts Ragelis
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Wintercamping in Skandinavien ist mehr als nur ein Urlaub im Schnee – es ist eine Reise in eine faszinierende Welt aus Ruhe, Wildnis und uralter Kultur. Wer die kalten Monate bewusst erleben möchte, findet hier Abenteuer, Tradition und Naturphänomene, die den Norden zu einem einzigartigen Reiseziel machen.

Inhalt

  • Historischer Hintergrund und Kultur Skandinaviens
  • Unterkünfte
  • Aktivitäten und Erlebnisse
  • Glamping
  • Wintercamping in Schweden
  • Wintercamping in Norwegen
  • Wintercamping in Finnland
  • Praktische Tipps für Reisende
  • Beste Reisezeit
  • Ausrüstung und Kleidung
  • Faszination Wintercamping im hohen Norden

    Besonders in Skandinavien ist das Campen im Winter beliebt. Ob Einheimische oder Touristen, zahlreiche Menschen begeistern sich fürs Camping zur kalten Jahreszeit. Bei dieser Form des Urlaubs werden Reisen und Entdecken, Erholung, Abenteuer und Hygge miteinander verbunden. Skandinavien bietet Besuchern einzigartige Naturerlebnisse, eine besondere Ruhe, sowie wunderschöne Winterlandschaften. Und wer Glück hat, kann auch noch Nordlichter beobachten.

    Wintercamping in Skandinavien gilt als besonders authentisches Erlebnis, da man hier in der Weite und Wildheit der Natur reist. Das Land besticht durch weite nur wenig besiedelte Flächen und teils nahezu unberührte Natur- und Tierwelt, die Reisende erleben können. Außerdem spielen sich hier Naturphänomene wie die Mitternachtssonne oder Polarlichter ab und man kommt in den Genuss eines klaren Sternenhimmels.

    Historischer Hintergrund und Kultur Skandinaviens

    Die Kultur Skandinaviens ist geprägt von einer reichen Geschichte, die von den frühen Siedlern über die Epoche der Wikinger bis hin zu den traditionellen Lebensweisen indigener Völker reicht und bis heute in vielfältigen Traditionen lebendig ist – auch beim Wintercamping.

    Nomadisches Leben der Sami

    In Skandinavien ist Wintercamping kein bloßer Trend, sondern tief verwurzelt in der Kultur indigener nordischer Völker. Die Sami, die ursprünglichen Bewohner Lapplands, das sich über Norwegen, Schweden, Finnland und Teile Russlands erstreckt, lebten Jahrhunderte lang als halbnomadische Rentierhirten.

    Gebunden an die Jahreszeiten und die Wanderung der Rentierherden lebten sie teils in extremer Kälte und mit nur wenigen Stunden Tageslicht pro Tag. Sie schliefen in traditionellen Zelten, genannt Lavvu oder auch Kåta. Diese wurden mit Rentierfellen und Stoff bespannt, um die Sami vor der Kälte zu schützen. In der Mitte der Zelte verschaffte ein Feuer nicht nur Wärme, sondern auch Licht – der Rauch zog durch eine Öffnung im Dach ab.

    Nordlichter über einem Sami-Lavvu.

    Shutterstock/Matteo Pavanello

    Traditionelle Lebensweisen und deren Einfluss auf heutiges Wintercamping

    Viele Wintercamping-Erfahrungen in Skandinavien sind auch heute noch von der Kultur der indigenen Völker geprägt. So übernachten Camper teilweise in einem Lavvu oder unternehmen Rentierschlittenfahrten.

    Auch Saunen und Holzbäder gehören zur Wintertradition in Skandinavien. Was im ersten Moment nach Luxus klingt, war früher eine Überlebensstrategie für kalte Winter. Denn ein Saunagang wärmt vor allem. In Finnland und Lappland wird deshalb auch heute Wintercamping meist noch mit einem Saunagang verbunden. Viele Camps verfügen über mobile Saunen am Zeltplatz.

    Unterkünfte beim Wintercamping in Skandinavien

    Sami-Zelte (Lavvu, Kåta): Die Zelte werden aus dünnen Baumstämmen kegelförmig angeordnet gebaut und mit Fellen – oder in moderneren Varianten mit Stoffen bespannt. Die Feuerstelle in der Mitte spendet Wärme und wird zum Kochen genutzt. Der Innenbereich der Kåta ist in feste Bereiche unterteilt: Küche, Vorräte und Schlafplätze. Heute nutzt auch die Tourismusbranche Lavvus, um Touristen authentische Erlebnisse zu bieten. Häufig mit traditionellen Speisen, Geschichten am Feuer und Erlebnissen mit Rentieren.

    Das Innere eines Lavvu.

    Shutterstock/Primi2

    Schneehöhlen und Iglus: Die traditionellen Schneebauten der Inuit faszinieren Wintercamper bis heute. Iglus und Schneehöhlen schützen vor extremer Kälte und sind beliebte Unterkünfte beim Wintercamping in Skandinavien. Dank Körperwärme und Feuer wird es im Iglu warm, während der Schnee nach außen isoliert. Auch in Schneehöhlen, den sogenannten Quinzhees, wird es warm. Der Schneeberg wird aufgeschichtet und am Ende von innen ausgehöhlt.

    Aktivitäten und Erlebnisse

  • Huskytouren: Zahlreiche Reiseanbieter veranstalten mehrtägige Huskytouren.
  • Rentierschlittenfahrten: Durch die winterliche Landschaft im eigenen Rentiergespann – ein Traum vieler Urlauber. Wer keinen pauschalen Urlaub buchen möchte, kann auch Halb- oder Ganztagestouren machen.
  • Schneeschuhwandern: Ein ganz besonderes Erlebnis ist eine Schneeschuhwanderung durch die verschneiten Landschaften Skandinaviens. Besonders in den Naturreservaten Schwedens oder Finnlands (in Lappland oder in Idre) stapft man durch beeindruckende Winterlandschaften. Möglich sind ganze Tagestouren oder Hüttenwanderungen. Das Wandern erfordert eine gute Kondition, aber auch Anfänger können mithalten.
  • Authentisches Wintererlebnis: Eine Rentierschlittenfahrt in Finnisch-Lappland.

    Shutterstock/BlueOrange Studio

  • Geführte Motorschlittentouren: Wer nicht mit Tieren unterwegs ist, nimmt an einer Motorschlittentour teil. In allen skandinavischen Ländern werden solche Touren veranstaltet und führen Teilnehmende mit PS in verschneite Winterlandschaften.
  • Nordlichter erleben: Das besondere Highlight beim Wintercamping: Nordlichter erblicken. Das geht zwischen Oktober und März aufgrund der langen, dunklen Nächte besonders gut. Die Chancen stehen in Norwegen in Tromsø, auf den Lofoten oder in der Provinz Finnmark am besten. In Nordschweden und im Nationalpark Abisko kann man Blicke auf die Lichter erhaschen und in Finnland sollte man dafür Lappland besuchen.
  • Eisfischen: Diese Praktik war vor allem für Bauern und Fischer im Inland wichtig. Häufig werden dabei auch Feuerstellen im Schnee errichtet, die während des Fischens wärmen. Noch heute gehört das Eisfischen häufig zu Outdoor-Angeboten in Schweden oder Finnland.
  • Sauna und Eisbad: Wie zuvor erwähnt, eine klassische Wintertradition. Neben einem ausgiebigen Saunagang, gehört auch der Sprung ins Eisloch zur skandinavischen Kultur. Das ist sowohl in der freien Natur als auch auf vielen Campingplätzen möglich.
  • Kombination aus Tradition und Komfort – Glamping in Skandinavien:

    Wer nicht ganz rustikal unterwegs sein möchte, aber skandinavisches Wintercamping unbedingt erleben will, setzt auf Glamping. Auch in den nordischen Ländern gibt es zahlreiche Glamping-Angebote, die Komfort und Tradition vereinen.

    Besondere Unterkünfte in Schweden finden Interessierte beispielsweise auf der Webseite von Visit Sweden. Hier gibt es Übernachtungsmöglichkeiten wie autarke Baumhaus-Retreats auf einer Insel, Waldhütten oder Blockütten in Schwedisch-Lappland sowie Glampingzelte in abgeschiedener Natur. Auch in Norwegen finden sich zahlreiche Glamping-Angebote. Visit Norway zeigt verschiedenste Unterkünfte wie Kuppelzelte, Jurten, Lavvus oder Eishotels auf.

    Doch welche Regionen Skandinaviens eignen sich am besten zum campen im Winter?

    Wintercamping in Schweden

  • Schwedisch-Lappland: Hier erwartet Urlauber die wunderschöne, teils unberührte Wildnis in ihrer Ursprünglichkeit. Besonders beliebt sind die Nationalparks wie Padjelanta, Sarek oder Stora Sjöfallet. Hier stehen die Chancen gut, Polarlichter zu sehen.
  • Jämtland: Hier können sich Urlauber auf zahlreiche Wintersportmöglichkeiten freuen. Es gibt viele Skigebiete, zahlreiche Loipen und Wanderwege.
  • Småland: Diese Region ist besonders familienfreundlich und begeistert mit pittoresken Städten mit Winter- und Weihnachtsstimmung sowie zugefrorenen Seen.
  • Eine Hundeschlittenfahrt durch die winterliche Landschaft Schwedisch-Lapplands.

    Shutterstock/Rudi Leys

    Wintercamping in Norwegen

  • Tromsø: Ein beliebtes Ziel von Wintercampern. Nördlich des Polarkreises gelegen, erhascht man hier mit hoher Wahrscheinlichkeit einen Blick auf die beeindruckenden Nordlichter. Tromsø besticht durch seine arktische Natur und bietet eine Menge Möglichkeiten für Outdoor-Aktivitäten.
  • Senja: Weniger touristisch geht es auf Senja zu. Die Insel liegt weit oberhalb des Polarkreises und ist ein unentdecktes Urlaubsjuwel. Im Winter gibt es hier Tiefschnee en masse und keine Pisten – nur die freie Natur. Hier treffen verschneite Gipfel auf das Meer. Zwischen September und April tanzen hier außerdem Nordlichter am Himmel.
  • Absiko: Der Nationalpark liegt an der Grenze zu Schweden und bietet im Winter zahlreiche Möglichkeiten. Ob Abfahrtslauf, Langlauf oder Telemark-Ski (eine traditionelle Abfahrtstechnik) – auf Ski gibt es hier zahlreiche Outdoor-Aktivitäten. Alternativ schlüpft man in Schneeschuhe, fährt mit dem Hundeschlitten oder geht Eisfischen. Die Aurora Sky Station gehört zu den besten Plätzen, um Nordlichter zu sehen.
  • Wintercamping in Finnland

  • Finnisch-Lappland: Das authentischste Winterwunderland erwartet Urlauber wohl in Finnisch-Lappland. Dieser Urlaub ist geprägt von weiten Schneelandschaften, Fjälls und Polarlichtern. Diese Gegend eignet sich ideal für Husky- oder Rentierschlittentouren oder Schneemobilabenteuer.
  • Saimaa-Seenplatte: In Südfinnland und in Südkarelien gibt es verschneite Wälder, einsame Landschaften und zahlreiche kleine Naturcampingplätze, die ihren Besuchern naturnahes und authentisches Wintercamping in Skandinavien ermöglichen. Eislaufen, Eisfischen oder Schneeschuhwandern stehen hier auf dem Programm.
  • Nationalpark Koli: Südlich von Lappland im Nordosten Finnlands befindet sich der Koli-Nationalpark. Mitten in urigen Wäldern kann hier beispielsweise direkt am See gecampt werden. Perfekt für Winterwanderungen und Loipentouren.
  • Ruka-Kuusamo: Zwischen Lappland und der Seenplatte werden hier zahlreiche Outdoor-Erlebnisse geboten. Die einzigartige Fjäll-Landschaft lädt zum Wintercamping bei arktischem Klima ein.
  • Glamping mit Blick auf den Sternenhimmel in Finnland.

    Shutterstock/Finn stock

    Praktische Tipps für Reisende

    Wer nun bereits weiß, dass er Skandinavien im Winter erleben möchte, sollte einige praktische Tipps mitnehmen, um den Campingtrip optimal zu planen und um Überraschungen zu vermeiden. Welche Zeit die beste Reisezeit fürs Wintercamping ist und welche besondere Ausrüstung man dafür einpacken sollte:

    Beste Reisezeit für traditionelles Wintercamping

    Die beste Reisezeit für Wintercamping in Skandinavien ist von Dezember bis März. In diesen Monaten herrscht Schneesicherheit und es gibt zahlreiche Wintersportmöglichkeiten sowie beste Bedingungen, um Nordlichter zu sehen.

    Während die Tage von Dezember bis Februar noch sehr kurz sind und beste Wintersportbedingungen herrschen, werden sie im März und April wieder länger, es ist immer noch winterlich aber bereits angenehmer – ideale Bedingungen für Nordlichtsafaris. In Lappland, Nordschweden und Norwegen ist Wintersport häufig bis in den April noch möglich. Wer bereits im Oktober oder November reisen möchte, kann nicht mit Schnee planen und muss hoffen. Chancen auf erste Nordlichter bestehen bereits.

    Empfohlene Ausrüstung und Kleidung

    Eine gängige Wintercamping-Ausrüstung reicht für Camping in Skandinavien in der Regel nicht aus. Hier erfordern extreme Kälte und anhaltender Frost zusätzliches Equipment.

    Wintercamping im Wohnwagen oder Fahrzeug:

  • Spikereifen oder skandinavische Winterreifen (wenn man mit dem eigenen Auto reisen möchte).
  • Schneeketten sind häufig auch für Wohnwagen Pflicht.
  • Das Mitnehmen von Anfahrhilfe, Abschleppseil sowie einer Lawinen- oder Schneeschaufel ist ratsam.
  • Gasadapter, da deutsche Gasflaschen nur begrenzt nutzbar sind.
  • Außerdem empfiehlt es sich, einen Trinkwasservorrat in isolierten Kanistern mitzuführen, denn die Leitungen können einfrieren. Es sollten Lampen und Notlichter eingepackt werden.
  • Übernachtung im Zelt:

  • Winterfestes Vorzelt und Vier-Jahreszeiten-Zelt
  • Winterschlafsack, der Temperaturen bis zu mindestens minus 15 Grad aus Daune oder Kunstfaser
  • Isomatten mit einem R-Wert von mindestens fünf oder eine Kombination aus Isomatte und Luftmatratze
  • Spezialheringe für Schnee
  • Zusätzliche Isolation für den Zeltboden
  • Mehrere Thermosflaschen
  • Kleidung fürs Wintercamping in Skandinavien:

  • Funktionskleidung aus Fleece und Daune, Merinounterwäsche – hier sollte man in mehreren Schichten arbeiten und auf den Zwiebellook setzen.
  • Gefütterte wind- und wasserfeste Outdoorjacke und Hose
  • Sturmhaube und Schneebrille, mehrere Paar Handschuhe sowie Hand- und Fußwärmer
  • Schneestiefel, Wollsocken und Kniestrümpfe
  • Schneeschuhe mit Spikes für vereiste Wege
  • Wintercamping in Skandinavien bietet ein unvergleichliches Erlebnis – geprägt von atemberaubender Natur, uralten Traditionen und einzigartigen Aktivitäten. Mit der richtigen Ausrüstung und guter Vorbereitung wird dieser Urlaub zu einem besonderen Erlebnis, das Ruhe, Abenteuer und naturnahes Camping perfekt verbindet. Wer den Zauber des Winters und die Polarlichter erleben möchte, findet hier die ideale Kulisse für unvergessliche Momente, die weit über das Gewöhnliche hinausgehen.