Initiative in Winnenden
: Wie Ehrenamt die Kirche retten könnte

Sinkende Budgets, weniger Mitglieder – und doch große Chancen? Ein Engagementförderer aus Winnenden will mit zehn Thesen und einer Diskussionsreihe Ideen für die Zukunft aufzeigen.
Von
Frank Rodenhausen
Rems Murr Kreis
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Die katholische Kirche in Winnenden will das Engagement fördern.

dpa/Nicolas Armer

In den katholischen Kirchengemeinden des Rems-Murr-Kreises stehen am 30. März richtungsweisende Wahlen an. Gewählt werden jene, die in den nächsten fünf Jahren das Gemeindeleben gestalten – basisdemokratisch, aber in Zeiten schwindender Mittel und Mitgliederzahlen.

Bereits im Vorfeld startet das Engagement-Büro der katholischen Seelsorgeeinheit Winnenden eine Reihe unter dem Titel „Engagement bei anderen – Engagement der Zukunft“. Zum Auftakt am 12. März präsentiert Jens Flammann, Engagementförderer und studierter Ökonom, zehn Thesen zur Zukunft des Ehrenamts in der Kirche.

Herausforderungen und Chancen

Die Ausgangslage sei besorgniserregend: In 15 Jahren könnte das Budget nur noch halb so groß sein, während die Kosten stabil bleiben. Flammann sieht die Kirche dennoch als Vorreiterin: „Gerade Glaubensgemeinschaften haben die Aufgabe, Menschen zusammenzuführen – eine gesellschaftliche Funktion, die in Zeiten von Klimawandel, demografischem Wandel und Künstlicher Intelligenz wichtiger denn je ist“, wie er sagt.

Die Diskussionsreihe wird fortgesetzt mit Praxisberichten aus verschiedenen Organisationen. Am 26. März gibt Sibylle Krug, Diakonin und Koordinatorin für Ehrenamt bei der Paulinenpflege Winnenden, Einblicke in die Arbeit ihrer 1823 gegründeten Einrichtung. Spätere Termine beleuchten das Engagement des Lions Clubs Winnenden, des Vereins Bürger helfen Bürgern Schwaikheim und der Jugendfeuerwehr Rems-Murr. Ziel sei es, so Flammann, aus Gemeinsamkeiten und Unterschieden zu lernen.

Nächstenliebe in Aktion

Parallel zum Theoriediskurs setzt die katholische Gemeinde auch auf praktische Nächstenliebe: Am 15. März greifen rund 20 Besucher und Besucherinnen des Ukraine-Cafés zu Besen und Kehrschaufel, um bei einer Putzete mitzuhelfen. Sprachbarrieren sollen dabei kein Hindernis sein – gemeinsam anpacken und neue Nachbarn kennenlernen, lautet das Motto.

Weitere Informationen und Anmeldung unter www.engagiertegemeinde.de.

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