Kernen im Remstal
: NS-Zeit im Dorf: Was in Stetten wirklich geschah

Ein historischer Rundgang beleuchtet die düstere Vergangenheit des Remstal-Dorfs – und zeigt, wie einzelne Mutige Widerstand leisteten. Besonders eine Geschichte geht unter die Haut.
Von
Frank Rodenhausen
Rems Murr Kreis
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Ebbe Kögel führt durch die Geschichte Stettens unter der NS-Diktatur

privat

Der Verein Allmende Stetten setzt am Samstag, 12. April, seine Kooperation mit dem Lern- und Gedenkort Hotel Silber und dem Stadtjugendring Stuttgart fort: Von 14 Uhr an lädt ein historischer Rundgang durch das Remstal-Dorf Stetten zur Auseinandersetzung mit der NS-Zeit ein. Treffpunkt ist der Schlosshof der Diakonie Stetten.

Der Heimatforscher Ebbe Kögel, Jahrgang 1953, führt zwei Stunden lang durch die Geschichte des Orts unter der NS-Diktatur – eine Geschichte, die exemplarisch für viele Gemeinden in Deutschland steht. Kögel schildert den mühsamen Prozess der Aufarbeitung: von den ersten Wahlerfolgen der NSDAP im März 1933 über die Gleichschaltung der Dorfgemeinschaft bis zu Verbrechen wie der Deportation von 403 Menschen mit Behinderung in die Tötungsanstalt Grafeneck im Jahr 1940.

Zwangsarbeit im Remstal: Ein dunkles Kapitel der Geschichte

Auch das Thema Zwangsarbeit kommt zur Sprache: Mit Kriegsbeginn wurden osteuropäische Arbeitskräfte und französische Kriegsgefangene in die Region gebracht – eingesetzt auf Feldern und in ausgelagerten Krankenhäusern.

Doch es gibt auch Licht in dieser dunklen Zeit: Kögel erinnert an Einzelne, die sich dem Regime entgegenstellten. Der Wengerter Hermann „Mendel“ Medinger war am sogenannten Kabelattentat beteiligt. Hildegard Spieth, die Frau des evangelischen Pfarrers, versteckte das jüdische Ehepaar Krakauer – es überlebte bis zur Befreiung durch US-Truppen im April 1945.

Kaffee, Kuchen und Geschichte: Diavortrag im Burgstüble

Im Anschluss an den Rundgang lädt die Allmende ab 16 Uhr ins nahe gelegene „s’Burgstüble“ (Am Sportplatz 4) ein. Bei Kaffee und Kuchen werden ein Diavortrag sowie kurze Filmausschnitte gezeigt. Die Veranstaltung endet gegen 17.30 Uhr. Eine Anmeldung ist erwünscht unter: info@allmende-stetten.de oder unter der Telefonnummer 0 71 51/4 28 66. Der Eintritt ist frei.

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