Kindertagesstätte in Waiblingen: Neue Kita an der Rems: „Hier wäre man gern nochmals Kind“

Auch die Kinder haben Spaß bei der Kita-Einweihung.
Katharina Edlinger (Eva Mayr-Stihl Stiftung)Kindertagesstätten mit besonderem pädagogischem Spirit und entworfen im Duktus nachhaltiger Bauweise sind derzeit offenbar in Mode im vorderen Remstal. Vergangene Woche hat der neue Melanchthon-Kindergarten in Fellbach sein ressourcenschonend in Holz-Hybrid-Bauweise errichtetes Domizil am Fuße des Kappelbergs bezogen. Kostenpunkt der Kita: rund 10,5 Millionen Euro.
Wenige Tage danach folgte dann, ebenfalls in nachhaltiger Holzbauweise entstanden, die Eröffnungsparty in der Kindertagesstätte Remsaue an der Schorndorfer Straße, ganz in der Nähe des Waiblinger Freibads gelegen.
Platz für bis zu 65 Kinder
Nach gut zweijähriger Bauzeit bietet die viergruppige Kita Remsaue bis zu 75 Kindern Platz – 65 Plätze gibt es für über Dreijährige und zehn Plätze für unter Dreijährige. Unter der Federführung des Architekten Zlatko Antolovic vom Büro Coast Architekten sind großzügige Räumlichkeiten entstanden, mit viel Tageslicht, gesunden Materialien und einem großem Garten mit Anschluss an die Waiblinger Talaue.
„Die Kinder und die Mitarbeitenden haben ihr schönes Domizil schon vor ein paar Tagen in Besitz genommen“, verriet der Waiblinger Oberbürgermeister Sebastian Wolf; die ersten 16 Kinder „werden gerade eingewöhnt“, hieß es bei der Eröffnung. Der Rathauschef dankte insbesondere der Eva-Mayr-Stihl-Stiftung „für die ausgesprochen großzügige finanzielle Unterstützung dieses Projekts.“
Denn die Stiftung hat den 6,4 Millionen Euro teuren Bau (samt Außenanlagen und Spielgeräten) mit vier Millionen Euro gefördert – damit handelt es sich um die mit Abstand größte Förderung der Stiftung in der Stadt Waiblingen. Zum Vergleich: Den Bau der Galerie Stihl hatte die Stiftung seinerzeit mit rund zwei Millionen Euro unterstützt.

Die Rückseite der Kita Remsaue mit dem Außen-Spielbereich
Foto: Dirk HerrmannRobert Mayr, Stifter und Vorstandsvorsitzender der Eva-Mayr-Stihl-Stiftung, erläutert: „Eigentlich hatten wir in Absprache mit dem damaligen Oberbürgermeister Andreas Hesky den sozialen Wohnungsbau nebenan fördern wollen. Damit hätten wir benachteiligte Menschen in Waiblingen längerfristig unterstützen können, über unsere jährliche mildtätige Spende an die Stadt hinaus.“
In der damaligen Situation sei das aus steuerrechtlichen Gründen nicht ohne Weiteres möglich gewesen. Mayr: „Deshalb haben wir stattdessen den Bau der Kita gefördert und damit indirekt städtische Mittel für den sozialen Wohnungsbau freigemacht.“
Wolfs Vorgänger Hesky, inzwischen Vorsitzender des Kuratoriums der Eva-Mayr-Stihl-Stiftung, ergänzte in seiner Rede: „Für die Stadt Waiblingen war und ist sozialer Wohnungsbau ein brennendes Thema. Es zeichnet die Stiftung und den Stifter aus, ein angedachtes Projekt weiterzuentwickeln, damit Gutes entstehen kann.“
Kein Mangel an Kita-Fachkräften in Waiblingen
OB Wolf zeigte sich im Übrigen mit dem Betrieb der Kita zufrieden: „Wir haben relativ problemlos und zügig ausreichend Personal für die neue Kita finden können. Das ist heutzutage nicht selbstverständlich. Ich führe das auch auf die guten Arbeitsbedingungen zurück, die dieses schöne Gebäude bietet.“ In Waiblingen, so der Rathauschef durchaus selbstbewusst, „haben wir im Kita-Bereich keinen Mangel an Fachkräften“.
In der Kita Remsaue soll überdies gemeinsam mit dem VfL Waiblingen ein sportliches Profil entwickelt werden. Beim abschließenden Rundgang mit den ganz jungen Nutzern und den pädagogischen Fachkräften war der Kuratoriumsvorsitzende Hesky jedenfalls schwer begeistert: „Hier wäre man gern nochmals Kind.“