Löwenstein
: „Das sind wir unseren Enkeln schuldig“: Eine Stadt kämpft um ihre Klinik

Die Fachklinik in Löwenstein (Landkreis Heilbronn) soll geschlossen werden. Dagegen regt sich erbitterter Widerstand – am Montag steht eine wichtige Entscheidung an.
Von
Phillip Weingand
Löwenstein
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Protest Schließung KLinik Löwenstein

Die leeren Stühle beim Protest sollen den Wegfall der Klinikplätze veranschaulichen.

Stadt Löwenstein
  • SLK-Kliniken planen Schließung der Fachklinik Löwenstein – Entscheidung am Montag.
  • Begründung: neue Vorgaben, Qualitätsanforderungen, Fachkräftemangel und Kostenentwicklung.
  • Verlagerung nach Heilbronn und Bad Friedrichshall ist eines der geprüften Szenarien.
  • Vor Ort wächst der Protest: über 25.000 Unterschriften, drei Demos, leere Stühle als Symbol.
  • Bürgermeister Koppenhöfer fordert Transparenz zur „Medizinstrategie 2030“ und warnt vor Versorgungslücken.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

In Löwenstein im Landkreis Heilbronn schlagen Pläne der SLK-Kliniken GmbH hohe Wellen. Deren Aufsichtsrat empfiehlt, die Fachklinik in der idyllisch gelegenen Kleinstadt zu schließen. Doch Einwohner, Beschäftigte, Patienten und die Löwensteiner Lokalpolitik wollen nicht auf das Krankenhaus verzichten, das auf Pneumologie, Thorax- und Gefäßchirurgie sowie Schmerztherapie spezialisiert ist. Am Montag, 27. Juli, werden der Heilbronner Gemeinderat und der Kreistag des Landkreises Heilbronn als Gesellschafter über die Zukunft des Standorts, der auch für Bürger des Nachbarlandkreises Rems-Murr relevant ist, entscheiden.

Aus Sicht der SLK-Kliniken ist die Fachklinik in ihrer jetzigen Form nicht langfristig tragbar. „Neue gesetzliche Vorgaben, steigende Anforderungen an Qualität und Spezialisierung sowie Fachkräftemangel und Kostenentwicklung verändern die Rahmenbedingungen spürbar“, heißt es auf der Webseite des Unternehmens. Durch ein Programm mit dem Titel „Medizinstrategie 2030“ sollen die Klinikstandorte zukunftsfähig gemacht werden. Eines der darin geprüften Szenarien sieht vor, die medizinischen Fachbereiche der Fachklinik Löwenstein vollständig an die Standorte Klinikum am Gesundbrunnen in Heilbronn und Klinikum am Plattenwald in Bad Friedrichshall zu verlagern. Der Aufsichtsrat hat dafür eine Empfehlung ausgesprochen.

Die Löwensteiner protestieren sogar mit einer Hymne

Koppenhöfer, Bürgermeister, Löwenstein

Harald Koppenhöfer ist Bürgermeister in Löwenstein – und gegen die Schließungspläne.

Stadt Löwenstein

Die SLK-Kliniken argumentieren, durch die Bündelung von Ausrüstung und Experten an den neuen Standorten profitierten die Patienten. „Sie würden vom Beginn bis zum Ende einer Therapie ganzheitlich unter einem Dach von einem Expertenteam behandelt und betreut werden“, heißt es in einer Mitteilung. „Die geplanten Veränderungen dienen außerdem dazu, die wirtschaftliche Stabilität der SLK-Kliniken langfristig zu sichern.“

In Löwenstein stoßen diese Pläne auf massiven Widerstand. Kritiker befürchten einen gesundheitlichen Versorgungsengpass und bezweifeln, dass das medizinische Personal den Umzug mitmacht. Mehr als 25.000 Menschen haben sich nach Angaben der Stadt an einer Unterschriftenaktion beteiligt. Unterschriften, Briefe und Stellungnahmen von besorgten Ärzten sollen vor der Abstimmung am Montag den Kreisräten übergeben werden. Auf drei Demonstrationen haben nach Angaben der Stadt mehr als 1000 Bürger protestiert. Mit symbolisch leer bleibenden Stühlen wollten sie veranschaulichen, was passiert, wenn die Klinikplätze wegfallen. Mithilfe künstlicher Intelligenz haben sie sogar eine Protesthymne kreiert.

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„Der Gedanke an eine Schließung der Lungenfachklinik Löwenstein entsetzt viele Menschen, denn sie wissen immer noch nicht, auf welcher Entscheidungsbasis und Verlässlichkeit die Zahlen beruhen. Wir haben immer wieder aufgefordert, Details aus der Medizinstrategie 2030 öffentlich bekannt zu geben, aber dies ist leider nicht erfolgt“, erklärt der Löwensteiner Bürgermeister Harald Koppenhöfer. Der Protest gegen die Schließungspläne sei wichtig: „Das sind wir unseren Enkeln schuldig.“ Nun blickt er gespannt auf das Ergebnis der Abstimmungen am Montag.