Lyra Schmiden
: Der letzte Vorhang fällt für die Theatergruppe

Mit „Kleeblatt statt Arschgeweih“ verabschieden sich Birgit Pfeiffer und ihre Mitspielerinnen und Mitspieler der Lyra Schmiden von der Bühne. Zuvor gibt es aber noch Vorstellungen in Fellbach.
Von
Eva Herrschmann
Rems Murr Kreis
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Das Lyra-Theater bringt Spaß – den Akteuren und den Zuschauern.

Eva Herschmann

Eine schwarze Binde am Arm werden die Laienschauspielerinnen und -schauspieler nicht tragen. Aber Wehmut schwingt schon mit, wenn sich die traditionsreiche Theatergruppe des Musikvereins Lyra Schmiden im Dezember endgültig von der Bühne verabschiedet. Mit „Kleeblatt statt Arschgeweih“, einem pointenreichen Stück aus der Feder von Jutta Müller aus Schmiden, treten Birgit Pfeiffer und ihre Truppe ab. Aber erst einmal gibt es noch Vorstellungen mit der launigen Truppe – im Juli in Lausterers Besen und im Dezember im Haus der Rosen.

Die Ära der Theatergruppe geht für Birgit Pfeiffer zu Ende

Es sei, sagt Birgit Pfeiffer, „schon brutal“, dass die Ära der Theatergruppe für sie nun nach rund 50 Jahren zu Ende gehe, sagt die 62-Jährige. Als Elsbeth Gscheidle, der besseren Hälfte von Alois Gscheidle alias Marcus Neuweiler, aber auch solo, wird die Schmidenerin weiter auf der Bühne stehen sowie mit Hillus Herzdropfa – aber eben nicht mehr mit der Lyra-Truppe, die sie 30 Jahre lang, seit 1993, geleitet hat.

Birgit Pfeiffers Vater Kurt Bürkle, seinerzeit Vorsitzender der Musiker aus dem Fellbacher Teilort, war maßgeblich an den schauspielerischen Ambitionen der Bläser beteiligt. Und Birgit Pfeiffer machte an seiner Hand als Zwölfjährige ihre ersten Schritte auf den Brettern, die die Welt bedeuten. Er brachte seine Tochter, die 1968 bei der Lyra Schmiden mit dem Klarinettenspiel begonnen hatte, auf den Geschmack zum Theaterspielen. Es sei zu jener Zeit Usus im Verein gewesen, dass die Weihnachtsfeier mit einem kleinen Theaterstück schloss, erzählt Birgit Pfeiffer. „Und mein Vater war leidenschaftlicher Akteur in dieser Laienspielgruppe. Er hat mich mitgezogen.“

Noch heute leuchten die Augen von Birgit Pfeiffer, wenn sie von ihrer Anfangszeit spricht. An ihre erste Rolle und das Stück kann sie sich zwar nicht mehr genau erinnern. Aber sie glaubt, es war „Jedes Dierle hod sei Pläsierle“. Noch immer habe sie Lampenfieber, gesteht Birgit Pfeiffer, auch wenn sie mit dem Lyra-Theater auf der Bühne steht. Aber auch viel Spaß. Das Ende der lustigen Laien ist eher dem Alter geschuldet. Einige der seit Jahren engagierten Mimen wollen aufhören. Allen voran Margret Beurer, im Stück die Inge, und Manfred Beurer, der als ihr Gatte Hans im finalen Stück bedeutungsschwangere Sätze zu sagen hat: „Situationsbedingt bin ich grad ganz überfordert.“ Eine neue Truppe wolle sie nicht mehr zusammenstellen, sagt Birgit Pfeiffer. „Vielleicht muss man einfach aufhören, wenn es am schönsten ist.“

Bei „Kleeblatt statt Arschgeweih“ geht es in drei unterhaltsamen Akten um einen Blog www.werwillswissa.de von Elfriede alias Birgit Pfeiffer und Ruth, gespielt von Carola Polzin, um Eifersucht und so wichtige Fragen wie Ragazzi oder Rigatoni. Es ist das dritte Stück von Jutta Müller, deren Mann Klaus gleich eine Doppelrolle – als Winfried, dem Mann von Rosa, und als Giuseppe – spielt. „Das Stück ist eine Herausforderung“, sagt Birgit Pfeiffer, „mit viel Text und jeder Menge Action.“ Und mit einem Haufen Spaß für die Zuschauer, aber auch für die neunköpfige Laienschauspieltruppe der Lyra.

Geprobt wird derzeit auf Hochtouren

Geprobt wird derzeit auf Hochtouren im Oeffinger Gewerbegebiet. Drei Auftritte des Lyra-Theaters in Lausterers Besen in der Neustädter Straße in Schmiden sind im Juli geplant. Der Samstag, 22. Juli, ist bereits restlos ausverkauft. Ein paar Restkarten gibt es noch für die Vorstellungen am Freitag, 21. Juli, Beginn 19.30 Uhr, und für Sonntag, 23. Juli, um 17.30 Uhr. Endgültig Ade sagt die Truppe dann am 28. und 29. Dezember mit zwei finalen Aufführung von „Kleeblatt statt Arschgeweih“ im Rosen-Gewächshaus von Peter Schwarzkopf.

Die Lyra-Theatergruppe, deren Stärken laut der Leiterin Birgit Pfeiffer die Improvisation und der enge und authentische Austausch mit dem Publikum ist, gibt beim letzten Stück noch einmal alles. Rund zwei Stunden dauert das Spiel, die Kulissen sind der Wintergarten von Elfriede, ein Campingplatz und eine Kneipe. Es gibt komplexe Konflikte und Problemstellungen, die von einem Pistolen-Mafiosi bis hin zum Einsatz von Insektenspray reichen und dazu jede Menge Sprüche. „Es gibt Idioten und Indianer, und du wohnst in keinem Zelt“, sagt Ruth zu ihrer „Freundin“ Rosa, dargestellt von Tanja Heinz. Ebenfalls mit im Spiel sind Claudia Weiß als sächselnde Bedienung Claudi, Joachim Bantel alias Gisbert, Elfriedes Ehemann, sowie Robert, der mit Ruth verheiratet ist, und von Bernd Off verkörpert wird.

Bei den Proben gibt es eine Szene, in der alle auf unterschiedlichsten Sitzgelegenheiten verteilt auf der Bühne sind. Hans alias Manfred Beurer, der auf einer Kiste Platz genommen hat, stöhnt: „Da komm i nemme hoch.“ Jutta Müller, die Drehbuchautorin und Regisseurin, grinst. „Jetzt wisst ihr, warum wir aufhören.“

Karten für 17 Euro gibt es im Vorverkauf bei Schuh-Bürkle in Schmiden, im i-Punkt Fellbach sowie bei Fellbacher Schnittrosen.

StZ Rems-Murr-Kreis
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