Mammutbäume in der Stadt: Ein bisschen San-Francisco-Feeling mitten in Fellbach
Von Weitem fällt er bereits auf mit seiner Größe, er überragt die Häuser in der Umgebung und ist nicht zu übersehen: der Baum mitten in Fellbach-Schmiden im Ginsterweg. Und wer Bilder von den großen Riesen in Kalifornien im Kopf hat, wo es gar mehrerer Menschen bedarf, einen der dicken Stämme zu umfassen, der ist gedanklich in der richtigen Richtung unterwegs. Man muss also nicht nach San Francisco reisen, um diese besondere Baumart zu erleben, sondern kann sie mitten in der Stadt bewundern.
Wie die Baumexpertin der Fellbacher Stadtverwaltung Solveig Birg erklärt, handelt es sich bei dem Riesen um einen Mammutbaum, botanisch Sequoiadendron giganteum (Taxidiaceae), eine der mächtigsten und ältesten Baumarten der Welt. „Es ist eine immergrüne Baumart, charakteristisch ist die weiche rötlich braune Borke, die gewaltige Stammdicke und die beachtliche Höhe. An seinen Naturstandorten kann der Mammutbaum über 80 Meter hoch wachsen“, sagt Solveig Birg. Die ältesten Exemplare in Europa hätten eine Höhe von 35 bis 40 Metern. Mammutbäume könnten 2500 bis 3000 Jahre alt werden.
In Fellbach gibt es in der Stadt verteilt fünf Exemplare der Mammutbäume
In der Innenstadt von Fellbach ist der Riese im Ginsterweg nicht alleine – es gibt laut der Baumexpertin fünf Exemplare – neben dem Ginsterweg auch auf dem Kleinfeldfriedhof, im Alten Friedhof, im Schulgarten des Friedrich-Schiller-Gymnasiums und in der Lehmgrube. Der Baum im Ginsterweg sei etwa 22 Meter hoch, in einem Meter Höhe gemessen betrage der Stammumfang 4,8 Meter. Gepflanzt wurde der Baum wahrscheinlich im Jahr 1937 als Sämling von Herrn Schneck , genau wisse man das allerdings nicht. Rainer Belser von der gleichnamigen Gärtnerei mit dem Blumenladen in der Bahnhofstraße unterstreicht diese Vermutung: „Erwin Schneck hatte dort eine große Baumschule“, erinnert er sich, „die neben der ehemaligen Gärtnerei Schönemann lag.“ Das Gelände ist inzwischen mit Wohnungsbau bebaut.

In Welzheim sind die Mammutbäume ein gefragtes Ausflugsziel.
Foto: Gottfried StoppelDer Riese im Ginsterweg ist ein Hingucker – und aus mancher Perspektive scheint er, so groß wie der Fellbacher Schwabenlandtower in den Himmel zu ragen. Für einen Anwohner ist klar: „Er fällt definitiv auf“. Und er gibt einen Tipp: „Nicht darunter parken.“ Denn in dem Baum fühlten sich Vögel offensichtlich wohl. Wie viel Sauerstoff der Riese für das Stadtklima produziert, das sei allerdings schwer zu sagen, sagt die Baumexpertin. „Die Frage nach der Sauerstoffproduktion lässt sich so pauschal nicht beantworten. Sie ist abhängig vom Vitalitätszustand und der Blattmasse des Baumes“, so Birg. Und sie fügt an, dass für das innerstädtische Klima Mammutbäume bedingt geeignet seien, wenn man bedenke, wo sie herkommen. Ihr Naturstandort sind die pazifischen Küstengebirge Nordamerikas.
Der Mammutbaum benötige viel Raum, insbesondere Wurzelraum, ein 1000-jähriges Exemplar habe eine Fläche von 0,6 ha durchwurzelt in tiefgründigen, frischen bis feuchten, nährstoffreichen, sandigen Böden, so die Expertin.
Im Welzheimer Tannwald steht eine ganze Gruppe der Baumriesen
Dass Mammutbäume allein aufgrund ihrer schieren Größe faszinieren, das sieht man auch in Welzheim. Im Jahr 1865 soll König Wilhelm I. von Württemberg ein Pfund Samen – etwa 100 000 Samen – des kalifornischen Mammutbaums, auch Wellingtonie genannt, erworben haben. Bei einer Aussaat dieser Samen in der Wilhelma keimten etwa 6000 bis 8000 Pflanzen heißt es auf der Homepage der Stadt Welzheim. Ab 1870 wurden die jungen Mammutbäumchen im Forst in ganz Württemberg gepflanzt. Im Jahr 1955 waren demnach noch 278 Exemplare des Mammutbaums in den Wäldern Württembergs vorhanden.
Verschiedene Wandertouren führenzu den Mammutbäumen
Einer der größten Standorte dieser Baumriesen befindet sich nun im Tannwald in Welzheim. An einer großen Bank können dort Besucher picknicken und die gigantischen Bäume erleben. Der größte Baum in der Region steht auch im Rems-Murr-Kreis. Mit seinen über 57 Metern überragt der Baum in Auenwald andere Bäume um viele Meter.
Wer die Bäume nicht nur in der Stadt oder in der Stuttgarter Wilhelma erleben möchte, kann dies auf verschiedenen Wanderungen in der Region. So empfiehlt beispielsweise der Tourismusverein Remstalroute eine Tour zu den Mammutbäumen durch das Schweizerbachtal mit verschiedenen schönen Ausblicken.
Infos gibt es unter: www.remstal.de.














