Nach Großbrand in Waiblingen: 600.000 Euro Schaden durch Feuer: Spendenaktion für Werkstattbetreiber läuft
Die Trümmer rauchen noch, der Ruß klebt an den Fassaden, und der Geruch von verbranntem Gummi hängt über dem Waiblinger Gewerbegebiet Eisental (Rems-Murr-Kreis) – einen Tag nach dem Großbrand in einer Autowerkstatt kämpfen Feuerwehr und Technisches Hilfswerk (THW) noch immer gegen die letzten Glutnester. Während Container für Container mit verkohltem Material abtransportiert wird, beginnt für den Betreiber des zerstörten Betriebs ein harter Weg: der Wiederaufbau einer vernichteten Existenz.
Wie der Waiblinger Feuerwehrsprecher Nick Bley mitteilt, dauerten die Löscharbeiten bis in die frühen Morgenstunden an. Im Schichtbetrieb bekämpften die Einsatzkräfte das Feuer, das sich am Montagnachmittag rasant durch die Werkstatthalle gefressen hatte. Unterstützt wurden sie seit dem Abend vom THW, welches das einsturzgefährdete Gebäude sicherte und mit schwerem Gerät – darunter ein Radlader – das Brandgut aus dem Inneren räumte.
Löscharbeiten dauern bis Dienstagmorgen an
Ironie des Schicksals: Der Entsorger, der nun hilft, das verkohlte Material zu kühlen und sicher zu lagern, war in der Vergangenheit selbst von zwei spektakulären Großbränden betroffen. „Ein Glück im Unglück, dass er gleich um die Ecke sitzt“, sagt Bley.
Die Nähe dieses Betriebs ermöglichte eine schnelle logistische Unterstützung: Container konnten sofort angeliefert und wieder abgeholt werden. Das hilft nicht nur bei der Entsorgung, sondern senkt auch die Gefahr von gefährlicher Rauchgasentwicklung durch ungekühlte Brandrückstände.
Entsorger aus Waiblingen wird zur Rettung
Die zwischenzeitlich verbreitete Annahme, es handle sich um einen Farben- und Lackhersteller, hat sich unterdessen als falsch herausgestellt. Zwar lagerten Farben, Lacke und andere brennbare Stoffe in der Halle – doch bei dem Gebäude handelt es sich um eine Autowerkstatt.
Wegen der gelagerten Materialien und der dichten schwarzen Rauchwolke wurde vorsorglich eine Warnung über die Nina-App herausgegeben. Fenster zu, Lüftungen aus – die Anweisung galt für die gesamte Umgebung. Erst am Abend konnten Messtrupps Entwarnung geben: Keine gesundheitsgefährdenden Stoffe in der Luft.
Die Ursache für die große Rauchsäule?
Die Ursache für die dramatische Rauchentwicklung? Vermutlich brennende Autoreifen. Sie erzeugten die meterhohe, dunkle Rauchsäule, die weit über Waiblingen hinaus sichtbar war – bis nach Weinstadt.
Die Rauchwolke war für viele Anwohner beunruhigend, doch nach ersten Messungen blieb die Luftqualität stabil. Das Gebäude selbst steht noch, ist jedoch völlig ausgebrannt – der materielle Schaden ist enorm, die emotionale Last kaum zu beziffern.
Zwei Personen leicht verletzt
Noch am Montag hieß es, es habe keine Verletzten gegeben. Am späten Abend dann die Korrektur: Zwei Personen wurden leicht verletzt. Wer genau betroffen ist und in welchem Ausmaß, konnte die Polizei auf Nachfrage nicht sagen. Feuerwehrsprecher Bley vermutet, dass es sich um einen Mitarbeiter des Betriebs und einen Feuerwehrmann handelt – Letzterer möglicherweise durch Erschöpfung aufgrund der enormen Hitze.
Die Schadenssumme wird von der Polizei auf rund 600.000 Euro geschätzt. Ob diese Zahl haltbar ist, bleibt abzuwarten. „Wir wissen noch nicht, was sich genau in der Halle befand und ob die Hitze Nachbargebäude in Mitleidenschaft gezogen hat“, sagt Bley.
Schaden noch unklar
Fest steht: Die Flammen konnten von den angrenzenden Betrieben ferngehalten werden. Darunter auch die Kfz-Werkstatt von Thomas Weida in der Eisentalstraße 11. „Unsere Halle hat keinen Schaden genommen, wir arbeiten ganz normal weiter“, so Weida.
Wer der Betreiber der ausgebrannten Werkstatt sei, wisse er nicht genau – das Gebäude habe weder ein Firmenschild getragen noch sei es online auffindbar gewesen. Auch die Stadt Waiblingen konnte auf Nachfrage keinen Namen nennen.
Spendenaktion gestartet: 7000 Euro für Neubeginn
Während die Polizei die Ermittlungen zur Brandursache aufgenommen hat, beginnt für den betroffenen Werkstattbetreiber der Kampf ums Überleben. Petra Schenk, eine Bekannte des Mannes, hat auf der Plattform GoFundMe eine Spendenaktion gestartet. „Hallo, mein Name ist Petra und ich sammle Spendengelder für einen guten Bekannten, der heute aufgrund eines Feuers seine Existenz verloren hat“, schreibt sie auf der Seite. 7000 Euro sollen gesammelt werden, um einen Neuanfang zu ermöglichen.
Auch die Brandursache in Waiblingen ist noch unklar
Am Dienstag blieben mehrere Straßen rund um den Brandort gesperrt – mindestens bis 8 Uhr. Wann die Brandermittler das Gebäude betreten können, ist noch unklar. Einsturzgefahr und Glutnester machten das Innere noch unzugänglich.
Auch ein Sachverständiger könnte hinzugezogen werden, um die genaue Ursache zu klären. Doch das könne dauern, heißt es bei der Polizei. „Das kann sich ziehen“, so ein Sprecher.
Sicher ist: Die Bilanz dieses Feuers geht über Ruß und Asche hinaus. Eine Existenz ist zerstört und ein Gewerbegebiet hat seinen Schockmoment erlebt. Bleibt zu hoffen, dass die Ermittlungen bald Klarheit bringen.













