Naturkunde in Weinstadt
: Jeder kann was für Bienen tun

Beim Streuobsttag gibt es wertvolle Tipps für Nisthilfen für Wildbienen. Und die Besucher können mehr als 30 Apfelsorten probieren – auch eine eigene Züchtung für Allergiker.
Von
Eva Herschmann
Rems Murr Kreis
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  • Über Bienen gab es bei den Streuobsttagen viel zu erfahren.

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  • Zum Glück sind die stachelbewehrten Bewohner längst ausgeflogen.

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  • Saft gibt Kraft!

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  • Hier freut sich nicht nur die Wildbiene auf den Einzug.

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  • Ein Quiz gab’s auch für die kleinen Besucher.

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  • Eine schöne Auswahl zum kraftvollen Zubeißen

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  • Insektenhotel zum Selbermachen

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  • Auch Gartengeräte wurden präsentiert.

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  • Der Nachwuchs sitzt fest im Sattel.

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Ein schlichter schwarzer Pflanzeimer aus Plastik vom Baumarkt gefüllt mit Sand, dazu ein Stück Totholz zum Knabbern und eine Blühpflanze als Nahrungsquelle: Für erdbewohnende Wildbienen ist diese simple Nisthilfe ein Fünf-Sterne-Hotel, weiß Thomas Plötzke vom BUND Weinstadt.

„Mit ganz einfachen Mitteln kann jeder bei sich zuhause etwas für Wildbienen tun. Man braucht nicht einmal einen Garten, ein Balkon genügt.“ Beim Streuobsttag in der Grünen Mitte in Weinstadt-Beutelsbach am Sonntag haben sich viele Akteure zusammengetan, um gemeinsam etwas für die Kulturlandschaft zu tun, die das Remstal ebenso prägt wie die Weinberge – und in der Wildbienen eine ganz besondere Rolle spielen.

Mehr als 30 Apfelsorten wurden angeboten

Mehr als 30 verschiedene Apfelsorten hatten die Helfer vom Obst- und Gartenbauverein Großheppach zum Verkosten mitgebracht. Alte Sorten wie Brettacher oder Gewürzluiken gab es, aber auch Sonnenglanz, ein neuer Apfel für Allergiker. „Da wurden alte Sorten hineingezüchtet, weil die weniger Allergien auslösen“, sagte Schriftführer Albert Sigle. Um überhaupt Obst ernten zu können, braucht es Bienen und Hummeln. Und Wildbienen seien für die Bestäubung von Obstbäumen noch viel wichtiger als Honigbienen, sagte BUND-Mitstreiterin Ingrid Wagenhoff. So bringe ein Mauerbienenweibchen die Bestäubungsleistung von 80 bis 300 Honigbienen.

Wie kann man Wildbienen helfen?

Beim Streuobsttag gab es nützliche Tipps, die den kleinen wilden Brummern beim Überleben helfen. Für Erdbienen könne man mit wenigen Mitteln ein Sandarium bauen, sagte Thomas Plötzke. „Man braucht Pflanzsteine, Pflanzkübel oder altes Rebholz.“ Dazu mindestens 20 Liter Sand, aber keinen gewöhnlichen Spielplatzsand, sondern ungewaschenen Sand, den es in Kieswerken günstig zu kaufen gebe. Zur Demonstration nimmt Thomas Plötzke eine Handvoll aus dem Eimer mit dem groben Sand und formt ihn zu einem festen Schneeball. „Denn der ungewaschene Sand fällt, anders als der gewaschene, nicht zusammen, wenn die Erdbienen ihre Löcher hineinbohren.“

Auch die Mauerbienen bräuchten nicht viel, um sich im Hausgarten oder auf dem Balkon heimisch zu fühlen, erklärte Ingrid Wagenhoff. „Den Gehörnten Mauerbienen und Rostroten Mauerbienen genügt ein Stück altes Holz, in das man verschieden große Löcher bohrt und einen Hasenzaun drumherum, der Vögel abhält.“ Wichtig sei allerdings, dass die Löcher sauber gebohrt und nicht ausgefranst seien. „Denn mit ihren Flügeln sind sie empfindlich.“

Große Gefahr: Asiatische Hornisse

Während die Wildbienen als Bestäuber für die heimischen Streuobstwiesen gebraucht werden, ist die Asiatische Hornisse hierzulande ein Eindringling. Wolfgang Groß aus Leutenbach ist Hobby-Imker und Fachberater für Wespen und Hornissen. „Ich bin der Hornissennestumsetzer“, sagte er mit einem Grinsen. Das Lachen vergeht ihm aber, wenn er über die Asiatische Hornisse spricht, die die heimischen Honig- und Wildbienen jagt und deren Population dezimiert. Ein Erkennungszeichen, ob es sich um die Asiatische Hornisse handelt, seien die Einfluglöcher am Bau. „Die liegen bei den Asiatischen Hornissen an der Seite, bei den heimischen meistens unten.“ Denn längst sei der Eindringling im Rems-Murr-Kreis angekommen, so der Fachmann und deutete auf eine Karte mit Fundorten: In Schorndorf wurde im Juli 2024 das erste Nest gefunden, ein Exemplar der Gattung im vergangenen November in Burgstetten. „Und der letzte Fund bei Remshalden-Grunbach ist noch gar nicht eingezeichnet.“

StZ Rems-Murr-Kreis
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