Neuheit in Pflegeeinrichtungen: Mit 87 Jahren am Touchscreen Bingo spielen? „CareTables“ machen es möglich

Probieren die neuen „CareTables“ aus: Timo John, Geschäftsführer der Stiftung der Kreissparkasse Waiblingen, Bewohnerin Marianne Kärcher, Betreuungskraft Claudia Pölk und die Leiterin der Verwaltung des Alexander-Stifts, Corinna Bühler (von links).
Alexander-StiftIn Pflegeeinrichtungen stehen Bewohner oft vor dem Problem, dass es schwierig ist, soziale Kontakte aufrechtzuerhalten und die geistige Aktivität zu fördern. Das Alexander-Stift der Diakonie Stetten hat hierfür in Weinstadt-Schnait (Rems-Murr-Kreis) zwei sogenannte „CareTables“ angeschafft. Hier kann man am Touchscreen Bingo spielen und Musik hören.
Es ist wichtig, Anreize zur Aktivierung der mentalen und physischen Fähigkeiten zu schaffen. Gerade bei Menschen mit Demenz oder anderen kognitiven Einschränkungen kann das helfen. Die digitalen Aktivitätstische vereinen kreative, kognitive sowie motorische Förderangebote, die dazu für ältere Menschen leicht zugänglich sind, heißt es in einer Pressemitteilung des Alexander-Stifts. Die Vielzahl an Anwendungen und Anpassungsmöglichkeiten sorge für Abwechslung im Alltag und wecke bei den Bewohnern Neugier und Freude am Ausprobieren neuer Aktivitäten. Durch kreative Anwendungen wie digitale Malprogramme oder Bewegungsspiele werden die Feinmotorik und die Hand-Augen-Koordination geschult.
Ebenfalls würden durch das „CareTable“ persönliche Erinnerungen bei den Seniorinnen und Senioren geweckt, was wiederum zu einer positiven geistigen Gesundheit und Lebensqualität beitrage. Ein Beispiel aus der Pressemitteilung des Alexander-Stifts: Marianne Kärcher, 87-jährige Bewohnerin in Weinstadt-Schnait, schaut sich interessiert den neuen „CareTable“ mit den vielen verschiedenen Aktivitäten, Spielen und Übungen an. Nach einer ersten Sichtung möchte sie gerne eine Runde Bingo spielen. Anschließend wählt sie das Lied von Roy Black „Ganz in Weiß“ und lauscht dem bekannten Hit aus den 1960er Jahren.
Große Freude über die „CareTables“
„Wir hatten testweise bereits einen ‚CareTable’ in der Einrichtung in Neckarwestheim und waren von den Einsatzmöglichkeiten sehr begeistert. Der Aktivitätstisch enthält Spiele und Übungen, die speziell auf die Bedürfnisse von Seniorinnen und Senioren zugeschnitten sind. Daneben ermöglicht er Aktivitäten, die in Gruppen durchgeführt werden können, wodurch das Gemeinschaftsgefühl gestärkt wird. Unsere Mitarbeitenden sind erfahren im Umgang mit innovativen Betreuungstechniken und motiviert, den ‚CareTable’ in die tägliche Arbeit zu integrieren“, sagt die Leiterin der Verwaltung des Alexander-Stifts, Corinna Bühler.

In Leonberg wird auch schon digital „Mensch ärgere dich nicht“ gespielt.
Foto: Simon GranvilleGefördert wurde die Anschaffung für die beiden Einrichtungen in Kirchberg und Schnait von der Stiftung der Kreissparkasse mit fast 5000 Euro. Per Einmalkauf kostet das Gerät 8950 Euro, listet die Website. Eine Flatrate würde 349 Euro pro Monat kosten. Da es sich um eine präventive und gesundheitsfördernde Maßnahme handelt, finanziert die AOK Baden-Württemberg die restlichen Kosten wie Schulungen für Betreuungskräfte. Diese sollen in den kommenden Wochen geschehen, sodass der „CareTable“ in den Pflegealltag implementiert werden kann.
Die interaktiven Tische werden in mehr als 1000 Einrichtungen genutzt
„Wir sind sehr dankbar für den ‚CareTable’. Er wird täglich genutzt, und wir finden immer neue Spiele und Funktionen. Zudem ist er sehr einfach in der Bedienung“, sagt Betreuungskraft Claudia Pölk. Nach eigenen Angaben von „CareTable“ werden die interaktiven Tische schon in über 1000 Einrichtungen genutzt. Auf Anfrage können sich Einrichtungen auch kostenlos in einer 30-minütigen Vorführung überzeugen lassen.
