Rems-Murr-Klinik Winnenden: Zehn Jahre Hilfe für junge Menschen in seelischer Not

Am Rems-Murr-Klinikum in Winnenden steht in diesem Monat die Kinder- und Jugendpsychosomatik besonders im Fokus.
Frank RodenhausenWenn Essen zur Belastung wird, Ängste den Alltag bestimmen oder der Schulbesuch kaum noch möglich ist, geraten Familien oft an ihre Grenzen. Seit zehn Jahren unterstützt die Kinder- und Jugendpsychosomatik am Rems-Murr-Klinikum Winnenden Kinder und Jugendliche mit psychosomatischen Erkrankungen. Das Jubiläum nutzt der Fachbereich, um seine Arbeit im Juli der Öffentlichkeit vorzustellen.
Wie die Rems-Murr-Kliniken mitteilen, informiert vom 1. bis zum 29. Juli eine Ausstellung in der Magistrale des Klinikums über Essstörungen und ihre Folgen. Jeden Mittwoch von 15 bis 17 Uhr stehen Fachleute für Fragen zur Verfügung. Herzstück des Angebots ist die Wanderausstellung „Klang meines Körpers“, die ehemalige Patientinnen und Patienten gemeinsam mit einer Musiktherapeutin gestaltet haben. Sie beleuchtet Ursachen und Symptome von Essstörungen und zeigt zugleich Wege aus der Krankheit.
Mehr als Therapie: Neue Perspektiven schaffen
Die Kinder- und Jugendpsychosomatik behandelt vor allem Jugendliche zwischen zwölf und 18 Jahren. Neben Magersucht, Bulimie und Adipositas gehören auch Depressionen sowie Angst-, Zwangs- und somatoforme Störungen zu den Schwerpunkten. Für jede Patientin und jeden Patienten wird ein individuelles Therapiekonzept entwickelt. Dazu zählen Einzel- und Gruppentherapien ebenso wie Kunst-, Theater- und Physiotherapie, Familiengespräche, soziales Kompetenztraining, Sport sowie erlebnispädagogische Angebote, darunter Reittherapie und Ausflüge. Einmal pro Woche wird gemeinsam mit einer Ernährungsberatung gekocht.
Die Behandlung dauert im Durchschnitt rund 100 Tage. Während dieser Zeit besuchen die Jugendlichen die hauseigene Klinikschule Rems Murr. Sie unterstützt sie dabei, den Anschluss an den Unterricht zu halten und erleichtert den Weg zurück in den Schulalltag.
Prävention beginnt in der Schule
Zum Jubiläum gehören auch Workshops für Schülerinnen und Schüler ab der achten Klasse. Rund 250 Jugendliche aus zwölf Schulklassen nehmen bereits teil. Mitglieder des Arbeitskreises Essstörungen informieren über Krankheitsbilder, Prävention und Strategien für einen gesunden Umgang mit dem eigenen Körper. Mit dem Jubiläum möchte der Fachbereich zugleich das Bewusstsein für psychische Erkrankungen stärken und zeigen, dass frühzeitige Hilfe neue Perspektiven eröffnen kann.
