Rems-Murr-Kreis: In 41 Fällen: Tagesvater soll Kinder über Jahre sexuell missbraucht haben

Zwischen 2020 und Oktober 2025 soll der Beschuldigte in 41 Fällen sexuelle Handlungen an oder vor Kindern vorgenommen haben. (Symbolfoto)
IMAGO/RolfpossEin Mann, der Vertrauen genießen sollte, steht im Zentrum schwerster Vorwürfe: Im Rems-Murr-Kreis soll ein Tagesvater über Jahre hinweg Kinder missbraucht haben. Die Dimension der Vorwürfe ist erschütternd.
Wie das Polizeipräsidium Aalen mitteilt, hat das Cybercrime-Zentrum Baden-Württemberg Anklage gegen den Mann erhoben. Ihm werden unter anderem schwerer sexueller Missbrauch von Kindern, Missbrauch von Schutzbefohlenen sowie die Herstellung und Verbreitung kinderpornographischer Inhalte vorgeworfen. Der Beschuldigte soll sich laut Ermittlungsbehörden geständig gezeigt haben. Die Anklage liegt nun beim Landgericht Stuttgart.
Laut Ermittlungen 41 Missbrauchsfälle im Rems-Murr-Kreis
Die Ermittlungen zeichnen das Bild eines langen, unentdeckten Martyriums. Zwischen 2020 und Oktober 2025 soll der Beschuldigte in 41 Fällen sexuelle Handlungen an oder vor Kindern vorgenommen haben – mindestens acht Kinder im Alter von wenigen Monaten bis zwölf Jahren sollen betroffen sein.
Zwei Mal, so der Vorwurf, habe er Kinder sogar dazu gebracht, sexuelle Handlungen untereinander auszuführen und diese aufgezeichnet.
Digitale Ermittlungen führen zu Tatverdächtigem im Rems-Murr-Kreis
Der Fall kam nicht durch Zufall ans Licht, sondern durch digitale Ermittlungsarbeit. Wie die Behörden mitteilen, ergab sich der Tatverdacht aus Untersuchungen bayerischer Strafverfolger in einem sogenannten Peer-to-Peer-Netzwerk.
Ein solches Netzwerk ist ein digitales System, in dem Computer direkt miteinander verbunden sind und Daten ohne zentrale Kontrollstelle austauschen – häufig genutzt für den schnellen, aber schwer kontrollierbaren Austausch von Dateien zwischen Nutzern. Von dort führte die Spur zu dem Mann im Rems-Murr-Kreis.
Erst die Auswertung beschlagnahmter Geräte brachte das ganze Ausmaß ans Licht. Anfang Oktober 2025 wurde der Tatverdächtige festgenommen. Seitdem sitzt er in Untersuchungshaft. Mit der Festnahme brach auch der Kontakt zu den betroffenen Kindern ab.
Landgericht Stuttgart entscheidet über Prozesszulassung
Über die Details hinaus wollen die Ermittlungsbehörden derzeit nichts preisgeben. Wie das Polizeipräsidium weiter mitteilt, seien zusätzliche Informationen zum Schutz der Persönlichkeitsrechte der betroffenen Kinder sowie wegen des laufenden Verfahrens nicht möglich.
Ob es tatsächlich zum Prozess kommt, entscheidet nun das Landgericht Stuttgart. Es prüft die Zulassung der Anklage.
