Rems-Murr-Kreis
: Unscheinbar und hochgiftig: Jakobskreuzkraut im Garten – „Früh handeln wichtig“

Das Jakobskreuzkraut sieht aus wie ein Sommergruß – doch im Tierfutter wird es zur tödlichen Falle. Wer betroffen ist – und wie man sich schützt.
Von
Frank Rodenhausen
Rems Murr Kreis
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Sieht eigentlich schön aus, kann aber für Weidetiere gefährlich sein: das Jakobskreuzkraut breitet sich im Kreis aus.

dpa/Felix Kästle

Es beginnt unscheinbar. Ein paar gelbe Blüten am Wegesrand, zackige Blätter auf einer Wiese. Doch hinter der harmlosen Erscheinung des Jakobskreuzkrauts verbirgt sich eine stille Gefahr: eine Pflanze, die für Weidetiere tödlich enden kann und sich weiter in die Landschaft frisst.

„Frühzeitiges Handeln ist entscheidend“, warnt das Landratsamt des Rems-Murr-Kreises in einer aktuellen Pressemitteilung. Die gelbblühende Korbblütlerart nehme besonders auf extensiv bewirtschafteten Flächen und an Straßenrändern rasant zu – mit Folgen für Tiergesundheit, Landwirtschaft und ökologische Balance. Gefordert seien nun alle: Landwirte, Grundstücksbesitzer, Behörden.

Tückischer Sommergast: Das Jakobskreuzkraut

Insbesondere für Pferde und Rinder kann das Jakobskraut im Heu gefährlich werden.

Foto: imago/Deutzmann

Jakobskreuzkraut (Jacobaea vulgaris) wächst bis zu 1,30 Meter hoch, mit gezackten Blättern und gelb leuchtenden Blüten. Im zweiten Jahr reckt es sich mit rötlich schimmerndem Stängel empor. Gefährlich wird es in Heu und Silage, also haltbar gemachtem Futtermittel: Die Bitterstoffe verflüchtigen sich, das Gift bleibt. Schon geringe Mengen führen bei Pferden und Rindern zu Leberschäden. Schafe und Ziegen reagieren milder, bleiben aber gefährdet.

Jakobskreuzkraut im Garten: Richtig handeln – von der Wurzel bis zur Entsorgung

Die Devise lautet: frühzeitig ausstechen. Bei starkem Befall helfen Mähen oder Mulchen vor der Blüte. Wichtig ist der zügige Abtransport. Pflanzenreste gehören in den Restmüll oder in eine Biogasanlage. Kompost und Misthaufen sind tabu.

Dabei ist zu beachten: Jakobskreuzkraut treibt oft erneut aus – eine zweite Mahd ist ratsam. Chemische Mittel nur gezielt und streng nach Zulassung verwenden.

Wenn Amtshilfe Wurzeln zieht

Das Straßenbauamt kontrolliert gefährdete Strecken. Besonders belastete Flächen werden vor der Blüte gemäht oder gemulcht, punktuell sogar per Hand entnommen. Die Behörden arbeiteten abgestimmt, um doppelte Arbeit zu vermeiden. Das Landratsamt ruft zur Zusammenarbeit auf. Wer früh eingreife, schütze Tiere, Flächen und wirtschaftliche Grundlagen. Jakobskreuzkraut sei kein Randproblem, sondern ein wachsendes Risiko.

Die wichtigsten Fakten zum Jakobskreuzkraut

  • Name: Jakobskreuzkraut (Jacobaea vulgaris), Korbblütler
  • Wuchs: Zweijährig, 30-130 cm hoch, gelbe Blüten (Juni-September)
  • Gefahr: Enthält Pyrrolizidinalkaloide – die sind giftig, vor allem für Pferde und Rinder
  • Problem: In Heu/Silage nicht mehr erkennbar – trotzdem giftig
  • Verbreitung: Wind, Tiere; Samen bleiben lange keimfähig
  • Bekämpfung: Frühzeitiges Ausstechen, Mähen, Entsorgung über Restmüll/Biogasanlage
  • Kein Kompost! Gefahr durch Verbreitung über Erde oder Mist
  • Schutz: Handschuhe tragen – Giftaufnahme über Haut möglich
  • Verwechslung: Mit Johanniskraut – genaue Pflanzenkenntnis nötig
  • Fazit zum Jakobskreuzkraut: Handeln statt Zusehen

    Wer dem gelben Gift den Kampf ansagen will, muss nicht nur hinschauen, sondern auch zupacken. Jakobskreuzkraut zeigt, wie schnell aus einer Wildpflanze ein Risiko wird. Aufmerksamkeit, Kooperation und Konsequenz sind der Schlüssel.

    StZ Rems-Murr-Kreis
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