Rems-Murr-Kreis: Warum E-Bike-Training jetzt immer wichtiger wird

Teilnehmer üben auf einem Parcours sicheres Bremsen und Balance – solche Trainings sollen E-Bike-Fahrer im Rems-Murr-Kreis fitter für den Alltag machen.
Gottfried StoppelDer Frühling rollt an – und mit ihm auch die Zweiradsaison. Doch mit dem Boom der E-Bikes wachsen auch die Anforderungen an die Fahrer. Zwei Initiativen im Rems-Murr-Kreis wollen genau hier ansetzen: Sie bringen Menschen zurück in den Sattel – sicherer, stabiler, selbstbewusster.
Wie das Landratsamt mitteilt, ist dazu eigens eine neue Runde von Fahrsicherheitskursen gestartet. Im Fokus: das E-Bike. Ein Gefährt, das Tempo verleiht und zugleich neue Anforderungen stellt. Bremsen, Reaktionszeiten, Balance: Wer hier unsicher ist, riskiert schnell mehr als nur einen Wackler.
Radspaß-Kurse: Sicheres E-Biken für Einsteiger und Fortgeschrittene
Die Angebote richten sich an Einsteigerinnen und Einsteiger ebenso wie an jene, die sich im Straßenverkehr sicherer fühlen wollen. Unter dem Titel „Radspaß – sicher e-biken“, organisiert vom Allgemeinen Deutschen Fahrradclub (ADFC) Baden-Württemberg, stehen praktische Übungen und konkrete Alltagssituationen im Mittelpunkt. Trainiert wird unter Anleitung, etwa in Murrhardt und Waiblingen.

Auch der Landrat Richard Sigel (links) und der Polizeipräsident Rainer Möller (rechts) machen sich für E-Bike-Trainings stark.
Foto: Gottfried StoppelEin weiteres Format trägt den Namen „Fit for E-Bike“. Hinter dem Angebot stehen der Württembergische Radsportverband und der Kreisseniorenrat. Auch hier geht es um mehr als Technik: Es geht um Kontrolle, um Routine – und letztlich um Vertrauen in die eigene Fahrweise.
Termine und Kontakte
Das Landratsamt setzt dabei bewusst auf Kooperation. Weitere Anbieter können ihre Kurse melden und sichtbar machen. Eine Plattform entsteht, die Sicherheit nicht verordnet, sondern zugänglich macht.
DRK stärkt Mobilität älterer Radfahrer im Rems-Murr-Kreis
Parallel dazu baut auch das Deutsche Rote Kreuz sein Engagement aus. Der Kurs „SiFAr“ – sicheres Fahrradfahren im Alter – soll wachsen. Wie der DRK-Kreisverband Rems-Murr mitteilt, werden dafür neue Kursleitungen gesucht und ausgebildet.
Im Zentrum steht eine oft unterschätzte Gruppe: ältere Radfahrerinnen und Radfahrer. Für sie bedeutet Mobilität Lebensqualität und Selbstständigkeit. Doch mit zunehmendem Alter verändern sich Reaktionsfähigkeit, Gleichgewicht und Kraft.
Ausbildung neuer Kursleitungen ab Mitte April
Genau hier setze das Training an. „Durch gezieltes Training wird die Fahrsicherheit erhöht“, erklärt Jürgen Bähne vom DRK-Ortsverein Schwaikheim. Theorie und Praxis griffen dabei ineinander, vom sicheren Aufsteigen bis zur richtigen Einschätzung von Verkehrssituationen.
Die Ausbildung neuer Kursleitungen findet Mitte April in Waiblingen statt. Wer teilnimmt, soll später selbst Kurse geben können – ein Multiplikator-Prinzip, das langfristig wirken soll.
DRK: Ausbildung und Kontakt
Was sich im Rems-Murr-Kreis zeigt, ist mehr als ein saisonales Angebot. Es ist der Versuch, auf einen gesellschaftlichen Wandel zu reagieren. Das Fahrrad – längst nicht mehr nur Freizeitgerät – wird zum Verkehrsmittel für alle Generationen. Doch Sicherheit entsteht nicht von allein. Sie muss gelernt, geübt, wiederholt werden.
