Rettung aus 35 Metern Höhe
: Hubschrauber rettet verletzten Arbeiter von Sendemast

In Kaisersbach wird am Montagnachmittag ein verletzter Arbeiter spektakulär gerettet: Höhenretter und ein Polizeihubschrauber bringen ihn per Seilwinde sicher zu Boden.
Von
Chris Lederer
Rems Murr Kreis
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Der verletzte Arbeiter wurde von einem Sendemast gerettet

Polizei Stuttgart

Ein spektakulärer Rettungseinsatz in Kaisersbach (Rems-Murr-Kreis) hat am Montagnachmittag ein großes Aufgebot von Feuerwehr und Polizei beschäftigt. Wie Feuerwehr und Polizei mitteilen, zog sich ein Arbeiter auf einem rund 35 Meter hohen Sendemast Kopfverletzungen zu und konnte nicht mehr selbstständig absteigen. Gegen 14.30 Uhr hatte die Feuerwehr Stuttgart eine Anfrage zur Überlandhilfe erhalten.

Nach Polizeiangaben startete daraufhin am Flughafen Stuttgart ein Polizeihubschrauber, der mit Seilwinde ausgestattet war und und drei Höhenrettern der Berufsfeuerwehr Stuttgart an Bord hatte. Noch während des Anflugs gab der Einsatzleiter der Feuerwehr Kaisersbach eine Lageeinweisung. Weitere Höhenretter fuhren die Einsatzstelle über Land an, falls eine Rettung aus der Luft wetterbedingt nicht möglich gewesen wäre.

Spektakuläre Windenrettung rettet Arbeiter in Rekordzeit

An der Einsatzstelle ließen die Piloten zwei Höhenretter per Winde zum Verletzten herunter. Sie legten dem Arbeiter einen Rettungsgurt an und bereiteten den Abtransport vor. Wenige Minuten später wurde der Mann sicher zu Boden gebracht und an den Rettungsdienst übergeben. Er erlitt nach aktuellem Stand leichte Verletzungen und wurde in eine Klinik gebracht. Durch die Windenrettung konnte der Patient laut Einsatzkräften über eine Stunde früher versorgt werden, als es mit einer klassischen bodengebundenen Höhenrettung möglich gewesen wäre.

Wie die Polizei betont, erfordert ein Einsatz mit Winde ein präzises Zusammenspiel aller Beteiligten. Das komplexe Flugmanöver stellt hohe Anforderungen an Pilotinnen und Piloten sowie an die Besatzung des Polizeihubschraubers. Auch für die Höhenretter sind solche Situationen herausfordernd. Regelmäßige gemeinsame Trainings bereiten sie darauf vor. Vor Ort war zudem die Zusammenarbeit mit den örtlichen Kräften entscheidend, um eine schnelle und sichere Rettung zu gewährleisten.

Hintergrund: Hilfe aus der Luft durch Polizeihubschrauber

Zwischen der Polizeihubschrauberstaffel Baden-Württemberg und der Höhenrettungsgruppe der Berufsfeuerwehr Stuttgart besteht seit 2021 eine Kooperationsvereinbarung für Windenrettungen im urbanen Raum. Die Polizei stellt hierfür speziell geschulte Piloten und Windenoperatoren, die Berufsfeuerwehr Stuttgart sogenannte Air Rescue Specialists (ARS). Für Einsätze in unwegsamem Gelände und über Gewässern ist die Bergwacht Baden-Württemberg zuständig.

Bereits 2023 hatten die Höhenrettung der Berufsfeuerwehr Stuttgart und die Feuerwehr Kaisersbach in der Region eine gemeinsame Übung durchgeführt, bei der genau solche Abläufe trainiert wurden. Nach Angaben der Einsatzkräfte konnten sie nun in Cronhütte von den eingeübten Abläufen profitieren: Schon während des Anflugs konnten wichtige Einsatzbedingungen mit der Feuerwehr Kaisersbach abgestimmt werden – eine Rettung direkt aus der Luft war dadurch ohne Zwischenlandung möglich.

Diese Einsatzkräfte waren bei der Rettungsaktion dabei:

  • Berufsfeuerwehr Stuttgart: Feuer- und Rettungswache 5, Leitungsdienst, Gerätewagen-Höhenrettung
  • Freiwillige Feuerwehr Kaisersbach
  • Polizeihubschrauberstaffel Baden-Württemberg
  • Polizeiposten Welzheim
  • Rettungsdienst und Notarzt aus Welzheim
  • StZ Rems-Murr-Kreis
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