Schulcampus in Kernen
: Keine historischen Funde im Untergrund der Haldenschule

Die archäologischen Voruntersuchungen für die Erweiterung der Haldenschule sind ohne besondere Funde abgeschlossen worden. Die geschätzten Kosten für das Projekt sind allerdings deutlich gestiegen.
Von
Harald Beck
Rems Murr Kreis
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Das Großprojekt Umbau der Haldenschule zum Campus läuft circa 15 Jahre.

/Gottfried Stoppel

Die bei größeren Neubauten in Arealen mit möglichen historischen Fundstätten im Untergrund vorgeschriebenen archäologischen Voruntersuchungen auf dem Gelände der Haldenschule in Rommelshausen – diese wird nach und nach zum umfassenden Schulcampus erweitert, sind erfolgreich abgeschlossen. Das berichtet die Kommune in einer Pressemitteilung. Das Landesamt für Denkmalpflege (LAD) habe dabei keine Hinweise auf historische Bestattungen oder Besiedlungen im untersuchten Bereich festgestellt.

Gräber und eine Haarnadel

Die Untersuchungen waren notwendig geworden, weil 1954 beim Bau einer Wasserleitung im heutigen Schulhofbereich bereits fünf Gräber aus der Merowingerzeit – also zwischen 500 und 750 nach Christus – entdeckt worden sind. Auch der Fund einer bronzezeitlichen Haarnadel im Jahr 2009 deutete dort auf eine mögliche historische Bedeutung des gesamten Areals hin. „Die Ergebnisse der Voruntersuchung sind ein wichtiger Schritt in den Vorbereitungen für die geplante Erweiterung der Haldenschule“, erklärt Peter Mauch, Beigeordneter und Leiter des Bauamtes der Gemeinde Kernen. „Die sorgfältige Prüfung möglicher historischer Fundstellen gehört zu unseren vorbereitenden Maßnahmen.“

Die aktuellen Untersuchungen zeigten, so heißt es im Bericht zu den archäologischen Voruntersuchungen weiter, zwei relevante Bodenhorizonte: In etwa 0,7 Metern Tiefe könnten sich demnach mittelalterliche Überreste befinden, in 1,8 Metern Tiefe ein alter Bodenhorizont mit möglichen vorgeschichtlichen Spuren. Aufgrund der beengten Verhältnisse auf dem Schulhof der Haldenschule werden auch die weiteren Arbeiten dort vom Landesamt für Denkmalpflege begleitet. „Ein Mitarbeiter des Landesamtes wird während der späteren Aushubarbeiten vor Ort sein“, sagt Mauch. „Dies gewährleistet, dass eventuell auftretende historische Befunde fachgerecht dokumentiert und geborgen werden können.“

Weitere Beobachtung während des Aushubs

Im Oktober dieses Jahres hat der Gemeinderat Kernen einstimmig den Bebauungsplan „Haldenschulcampus“ beschlossen. Das Großprojekt umfasst den Neubau einer Sporthalle mit Mensa und zusätzlichen Klassenräumen sowie die Aufstockung und Grundsanierung des bestehenden Hauptgebäudes. Die Modernisierung der Haldenschule ist erforderlich, um dem Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung nachzukommen und die steigenden Schülerzahlen durch das neue Wohngebiet Hangweide aufzufangen. Die Umsetzung des Projekts ist über einen Zeitraum von insgesamt rund 15 Jahren geplant.

Im März dieses Jahres ist bekannt geworden, dass der Ausbau der Haldenschule zum kompletten Schulcampus die Kommune deutlich teurer zu stehen kommt, als ursprünglich geplant. Inklusive neuer Turnhalle, größerer Mensa und verschiedener neuen Klassenzimmer stiegen die geschätzten Kosten von einst rund 14,5 auf 22,5 Millionen Euro. Als Grund für die Mehrkosten von rund acht Millionen Euro wurden gestiegene Baupreise, notwendig gewordene Flächenvergrößerungen sowie zusätzliche Kosten bei den Außenanlagen des im Modul drei des Gesamtplans für den Campus entstehenden Neubaus angegeben, die mit gut 2,7 Millionen Euro zu Buche schlagen. Überdies werde die Holzhybridbauweise zusätzlich 560 000 Euro und der Gebäudestandard KFW40 samt CO2-neutralem Betrieb des Neubaus nochmals 2,2 Millionen Euro kosten.

Unter anderem erwiesen sich die vorgesehenen Räume im Neubau als nicht ausreichend. Im Untergeschoss des Gebäudes ist eine teilbare Sporthalle samt Sanitäranlagen vorgesehen. Im Erdgeschoss befindet sich auf Niveau des Schulhofs die Mensa mit Speisesaal und Küchenbereich. Der Neubau, so hieß es, solle im Sommer 2027 fertig sein.

StZ Rems-Murr-Kreis
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