Spektakel in der Daimlerstadt
: Kunstnacht in Schorndorf: Volle Ateliers, belebte Lokale – wir zeigen die Bilder

Bei der Schorndorfer Kunstnacht am Samstag vibrierte die Stadt. Kunst gab es praktisch an jeder Ecke – unsere Fotos vom Abend.
Von
Eva Herschmann
Rems Murr Kreis
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  • Eindrücke von der Schorndorfer Kunstnacht

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Um einen Blick auf die restlos überfüllte Tango-Argentino-Performance im Erdgeschoss im Röhm zu erhaschen, haben sich manche fast die Nasen an den Fensterscheiben plattgedrückt. Die ganze Vielfalt zu erfassen, die bei der 22. Schorndorfer Kulturnacht geboten wurde, dürfte trotz solcher Anstrengungen – und trotz der Shuttlebusse, die die Gäste von Station zu Station brachten – wohl den wenigsten gelungen sein. Es war ein Füllhorn der Kunst, ein Überfluss an Kreativität und Talenten, das sich am Samstag über die ganze Stadt ergoss, und das in einer Spätsommernacht, die wie gemalt war für Genuss und Begegnungen.

Die Stadt lebte, flirrte und vibrierte: Bei der 22. Kulturnacht Schorndorf am Samstag haben die Künstlerinnen und Künstlern sich und ihre Werke von der besten Seite gezeigt. Das Wetter wollte da nicht nachstehen. Bei nächtlichen Temperaturen um 20 Grad schwärmten Kunstinteressierte und Partygänger in Scharen aus und kamen in mehr als 60 Stationen – Künstlerateliers und Kunstgalerien, Geschäfte und kulturelle Einrichtungen – zusammen, um zu gucken, zu hören, zu diskutieren und zu genießen.

Lokale wurden zu Galerien umfunktioniert

Für die Kunstnacht wurden Ateliers herausgeputzt, Lokale zu Galerien umfunktioniert und Museen zu Treffpunkten. Das Geburtshaus von Gottlieb Daimler in der Höllgasse hatte geöffnet. Im Stadtmuseum am Kirchplatz empfingen Leiterin Andrea Bergler und ihr Team zu einer Ausstellung mit Werken von Schorndorfer Künstlern unter dem Motto „Der männliche Blick“. Derweil verwandelte sich die Stadtkirche gegenüber zum Konzerthaus mit Weinbar, Livemusik und einer Lichtinstallation des Kirchenaltars von Joachim Fleischer aus Stuttgart.

Zentrale Anlaufstation für viele Kunst-Flaneure war das Röhm. Im vergangenen Jahr war das historische Fabrikareal an den Ufern der Rems nicht bei der Kunstnacht vertreten gewesen, weil das verheerende Pfingsthochwasser zu große Schäden verursacht hatte. Diesmal präsentierten sich die 14 Backsteingebäude der ehemaligen Lederfabrik auf dem weitläufigen Fabrikgelände wieder perfekt in Szene gesetzt: mit Feuerschalen, Kerzenlicht und Lichterketten, die reizvolle Nischen und Ecken und die alte Brücke erleuchteten. Für eine Nacht wurden nicht nur die Werkstuben der Künstlerinnen und Künstler, sondern auch Hallen und Räume geöffnet, die sonst Besuchenden verschlossen bleiben. Knapp 50 Kunstschaffende, jene, die im Röhm Ateliers haben, und dazu zahlreiche Gastkünstlerinnen und -künstler waren dort vertreten.

Auch die Schorndorfer Weiber, die im Vorjahr ins Schock-Areal ausgewichen waren, waren an ihren angestammten Platz in der ehemaligen Wasserwerkstatt zurückgekehrt und verwöhnten die Besucherinnen und Besucher mit dem kulinarischen Kunstnacht-Teller oder mit einer Kürbissuppe. Ganz reibungslos lief die Bewirtung allerdings nicht. Denn um kurz vor 21 Uhr, also zur Rushhour, war plötzlich der Strom weg und die Spülmaschine und die beiden Kassen streikten. Landfrau Dorothee Dippon behielt die Ruhe und hatte eine kreative Lösung. „Gehen Sie doch erst mal tanzen und kommen Sie etwas später wieder“, sagte sie zu den in der Schlange Wartenden mit einem Lächeln. Und allzu lange dauerte es auch nicht, bis die Spülmaschine wieder brummte und die Kassen sich zurückmeldeten.

Viel Trubel im Röhm und Schock-Areal

Wem der Trubel im Röhm und im Schock-Areal, wo neben offenen Ateliers auch zahlreiche Workshops angeboten wurden, zu viel wurde, konnte in die Vorstadt ausweichen und auf dem Gelände der Wohnbaugenossenschaft Remstal-Leben Fotografien von Gottfried Stoppel und dazu „installative Klanginstallationen“ und Arbeiten auf Papier und Holz von Luis Zirkelbach entdecken. Gegenüber im KV 67 stellten neue Mitglieder des Kunstvereins ihre Werke aus.

„Die künstlerische Vielfalt, die man in der Kunstnacht geboten bekommt, ist einfach unglaublich“, sagte Steffen Wilhelm, der Vorsitzende des Vereins für Kunst und Kultur Kernen, beim Gang durch die Räume voller Bilder und Objekte.

StZ Rems-Murr-Kreis
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