Sven Vollbrecht aus Backnang: Für viele ist er der Waldschrat schlechthin

Eines der Pflicht-Events für den Waldschrat Sven Vollbrecht war im Winter die Mühlenweihnacht in Murrhardt.
Hans Peter LangeEs gibt einen neuen Waldschrat – wobei, angesichts der nunmehr fünften Amtszeit von Sven Vollbrecht aus Backnang ist der jüngst gewählte Schrat für viele Menschen in der Region schon ein alter Bekannter. Bei vielen Mitgliedern der Facebook-Gruppe „Rund um den Fränkisch-Schwäbischen Wald“, die jedes Jahr ihren Vertreter bestimmt, gilt der 44-Jährige als der Waldschrat schlechthin. „Ich freue mich auf Feste, Märkte, interessante Begegnungen mit dem ein oder anderen von Euch, und auf ruhige Momente im Wald“, sagt Vollbrecht.
Wobei das Wahlergebnis wohl noch nie so knapp war. In diesem Jahr hatte Vollbrecht einen starken Mitbewerber: Mario Langohr aus Mainhardt hatte sich auf seinem Vorstellungsfoto mit Uhu, Bart und Hut sehr schrattauglich präsentiert – viele konnten sich ihn als Waldschrat vorstellen.
Mario Langohr nahm die knappe Niederlage sportlich – nicht zuletzt, weil er als Trostpreis einen Sixpack Bier der Murrhardter Kleinbrauerei Hey Joe’s bekommt. „Ich verabschiede mich in die Tiefen des Waldes – aber wer weiß, vielleicht hört ihr irgendwann wieder ein leises Flüstern zwischen den Bäumen“, schreibt er in seiner Gratulation an den Wahlsieger. Ob das die Ankündigung für eine Kandidatur im nächsten Jahr ist? Sven Vollbrecht hat angekündigt, dass diese Amtszeit seine letzte als Waldschrat sein soll.
Keine offizielle Konkurrenz zur Waldfee

Lea und Mya Schulder sind die offiziellen Werbebotschafterinnen des Tourismusvereins.
Foto: Alexander BecherDie Idee zum Waldschrat vor sieben Jahren begann als launiger Spaß – und ist inzwischen für viele Menschen aus der Gegend eine lieb gewonnene Tradition. In der Facebook-Gruppe „Rund um den Schwäbisch-Fränkischen Wald“ fanden Mitglieder vor einigen Jahren, dass die offizielle Werbefigur des Tourismusvereins, die Waldfee, dringend ein männliches Pendant brauche. Gesagt, getan: Seit 2018 wird mit einem Augenzwinkern ein Waldschrat gewählt. Wobei die Macher immer betonen, dass er der offiziellen Waldfee keine Konkurrenz machen soll.
Was der Amtsinhaber mit seinem Titel anstellt, bleibt ihm selbst überlassen. Offiziell verpflichtet ist er zu nichts – außer zu guter Laune. Hauptsächlich taucht der Waldschrat bei Festen und Veranstaltungen auf, wo er mit seinem bärtigen Charme für Stimmung sorgt. Erkennbar ist er an einem Kleidungsstück mit Waldschrat-Logo, das er als Zeichen seines Wahlsiegs erhält.
Buchen lässt sich der Schrat nicht – er entscheidet, ob er einer Einladung folgt oder lieber im Wald verschwindet. Die bisherigen Schrate haben sich auch in den sozialen Medien ausgetobt: Sie teilten zum Beispiel ihre Lieblingsplätze im Schwäbischen Wald, gaben Ausflugstipps oder riefen zur Waldputzete auf.
