Tierquälerei in Fellbach
: Taube angeschossen: Peta setzt Belohnung aus

In Fellbach wurde am Samstag eine schwer verletzte Türkentaube gefunden. Peta wurde eingeschaltet, die Organisation hat eine Belohnung von 500 Euro ausgesetzt.
Von
Phillip Weingand
Rems Murr Kreis
Jetzt in der App anhören

Die Taube wies schwere Verletzungen am Flügel auf.

Peta

Ein mutmaßlicher Fall von Tierquälerei sorgt in Fellbach (Rems-Murr-Kreis) für Aufregung. Die Tierrechtsorganisation Peta hat sich eingeschaltet und für Hinweise eine Belohnung ausgesetzt. Eine Passantin hatte am Samstagabend in der Meißnerstraße eine schwer verletzte Türkentaube entdeckt. Der Vogel wurde mutmaßlich angeschossen. Die Finderin hat die Tierrechtler benachrichtigt – offenbar noch bevor sie Anzeige bei der Polizei erstattet hat.

Laut Peta wies die Taube erhebliche Verletzungen an Flügel und Körper auf. Ein Röntgenbild habe einen Bruch des Flügels sowie Metallsplitter im Bereich der Wunde gezeigt. Ein vollständiges Projektil konnte im Körper des Tieres jedoch nicht mehr gefunden werden, wie Björn Thun, Fachreferent von Peta, auf Anfrage mitteilte. „Allerdings ist es aufgrund der Metallsplitter sehr sicher, dass es sich um ein Projektil handelt“, so Thun. Aktuell versuchten Tierärzte noch, das Leben der Taube zu retten, ihr Zustand wird als kritisch beschrieben.

Wer hat auf die Taube geschossen? Belohnung von 500 Euro ausgesetzt

Türkentaube.

Foto: Imago/imagebroker

Um den oder die Täter zu ermitteln, hat Peta eine Belohnung in Höhe von 500 Euro für Hinweise ausgesetzt, die zur rechtskräftigen Verurteilung der verantwortlichen Person oder Personen führen. „Wer auch immer die Taube angeschossen hat, muss schnellstmöglich gefunden werden, bevor möglicherweise noch weitere Tiere oder gar Menschen zu Schaden kommen“, so Thun. Die Organisation fordert zudem harte Strafen für Tierquäler und verweist auf einen möglichen Zusammenhang zwischen Tierquälerei und der Verübung von Gewalttaten gegenüber Menschen.

Die Polizei ist bislang noch nicht eingeschaltet

Das zuständige Polizeipräsidium in Aalen konnte auf Anfrage bislang keine Auskunft zu dem Vorfall geben. Dort sei bisher keine entsprechende Anzeige eingegangen, erklärte ein Sprecher. Peta teilt mit, dass die Finderin aufgrund beruflicher Verpflichtungen noch keine Anzeige habe erstatten können, sie dies aber in Kürze nachholen werde.

Der Vorfall weckt in Fellbach Erinnerungen an einen Fall aus dem Jahr 2023. Damals hatte der Geschäftsführer eines Freibads für Schlagzeilen gesorgt, als er eine Nilgans auf dem Gelände der Einrichtung misshandelte. Er packte das Tier aus Ärger über die Hinterlassenschaften der Nilgänse am Hals und verletzte es dabei so schwer, dass es in Folge der Verletzungen erlöst werden musste. Auch anderen Nilgänsen soll er nachgestellt haben. Nachdem er die Tat nach anonymen Hinweisen zunächst geleugnet hatte, zeigte er sich schließlich selbst an und wurde daraufhin von der Stadtverwaltung fristlos entlassen.

Die Türkentaube (Streptopelia decaocto) ist eine ursprünglich aus Asien stammende Vogelart, die sich seit den 1930er Jahren auch in Europa zunehmend verbreitet hat. Sie ist in ihrer Größe vergleichbar mit der Stadttaube, wirkt jedoch insgesamt schlanker und zierlicher. Ein auffälliges Erkennungsmerkmal ist der schwarze Streifen im Nacken. Türkentauben gelten als sogenannte Kulturfolger und leben häufig in der Nähe von menschlichen Siedlungen, in Parks und Gärten.

StZ Rems-Murr-Kreis
Montag - Samstag um 7.00 Uhr
Alles Wichtige aus dem Rems-Murr-Kreis im kompakten Überblick: Von Montag bis Samstag schicken wir Ihnen unseren Newsletter mit den fünf beliebtesten Themen unserer Leserinnen und Leser in Ihr E-Mail-Postfach. So bleiben Sie immer auf dem Laufenden.