Tierquälerei in Oeffingen
: Nach Schüssen auf Taube „Toni“ in Fellbach: Peta setzt Belohnung aus

Ein verletzter Vogel, zwei Projektile im Körper: In Fellbach steht der Verdacht im Raum, dass ein Tier gezielt misshandelt wurde. Eine Belohnung soll nun Hinweise liefern.
Von
Frank Rodenhausen
Rems Murr Kreis
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Die Taube ist fachgerecht verarztet worden – aber sie wird wahrscheinlich nie mehr fliegen können. Peta setzt eine Belohnung zur Ergreifung ihrer Peiniger aus.

PETA Deutschland e.V.

Rasiertes Gefieder, eine orange verfärbte Mullbinde, ein stabilisierter Flügel: So sitzt die Taube jetzt da. Das Tier sei am 11. April schwer verletzt in der Nähe einer Biogasanlage im Fellbacher Stadtteil Oeffingen gefunden worden, teilt die Tierrechtsorganisation Peta mit.

Die Finderin oder der Finder habe den Vogel umgehend zu einer Tierarztpraxis gebracht. Dort sei ein sogenanntes Diabolo-Projektil aus dem Flügel entfernt worden. Zudem habe sich ein weiteres Geschoss im Bein unter der Haut befunden. Der Vogel, von den Helfenden „Toni“ genannt, werde vermutlich nicht mehr fliegen können, heißt es weiter.

Gezielter Beschuss: Verdacht auf Tierquälerei in Fellbach

Die Verletzungen deuteten darauf hin, dass das Tier gezielt beschossen worden sein könnte. Ob es sich um eine Einzeltat oder ein wiederkehrendes Muster handle, sei bislang unklar. Klar ist jedoch: Der Verdacht wiegt schwer. Sollte sich bestätigen, dass ein Mensch absichtlich auf das Tier geschossen habe, könnte dies den Straftatbestand der Tierquälerei erfüllen.

Peta hat eine Belohnung von 500 Euro ausgelobt.

Foto: Frank Rodenhausen

Peta hat nun eine Belohnung von 500 Euro ausgelobt, um Hinweise aus der Bevölkerung zu erhalten. Diese sollen zur Aufklärung beitragen und im besten Fall zu einer rechtskräftigen Verurteilung führen. Beobachtungen können unter der Telefonnummer 0711/8605910 oder auch anonym gemeldet werden, heißt es.

Zusammenhang zwischen Tierquälerei und Extremgewalttaten?

„Wer auch immer Toni so schwer verletzt hat, muss schnellstmöglich gefunden werden“, so Monic Moll, Fachreferentin bei Peta. Es sei erschreckend, wie häufig vergleichbare Fälle gemeldet würden. Immer wieder würden Tauben mit Luftdruckwaffen beschossen oder auf andere Weise misshandelt.

„Wer auch immer Toni so schwer verletzt hat, muss schnellstmöglich gefunden werden.“

Monic Moll, Fachreferentin bei Peta

Fachleute aus Psychologie und Justiz sähen seit Jahren einen Zusammenhang zwischen Gewalt gegen Tiere und späteren Übergriffen auf Menschen. „Geschätzte 80 bis 90 Prozent aller extremen Gewalttäter haben vorher bereits Tiere gequält“, zitiert Peta den Aggressionsforscher Christoph Paulus von der Universität des Saarlandes.

Stadttauben in Gefahr: Gewalt gegen Tiere bleibt oft ungeahndet

Tierquälerei sei kein Kavaliersdelikt, sondern könne mit Geld- oder Freiheitsstrafen geahndet werden. Dennoch scheint die Hemmschwelle gering. Gerade Stadttauben, oft als lästig wahrgenommen, würden immer wieder Opfer von Gewalt.

Wer für die Verletzungen von „Toni“ verantwortlich ist, ist bislang unklar. Sicher scheint nur, dass es sich nicht um einen Zufall handeln dürfte. Während Hinweise gesucht und Ermittlungen geführt werden, sitzt das Tier still da – als stummer Beleg dafür, dass auch im Alltäglichen Abgründe aufscheinen können.

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