Tote Graugans trägt Virus in sich: Die Vogelgrippe ist im Rems-Murr-Kreis angekommen: Was jetzt zu beachten ist

Eine tote, in Waiblingen aufgefundene Graugans trug den Virus-Subtyb H5N1 in sich (Symbolfotos).
/Bihlmayerfotografie/LichtgutJetzt ist die Vogelgrippe auch im Rems-Murr-Kreis angekommen. Wie das Landratsamt in Waiblingen mitteilt, ist bei einem Wildvogel das Influenzavirus nachgewiesen worden. In diesem Zusammenhang ruft die Behörde in einer Pressemitteilung „zu erhöhter Vorsicht und korrekter Einhaltung der Schutzmaßnahmen“ auf. Allerdings komme das Veterinäramt des Kreises zu der Einschätzung, dass sich das Infektionsrisiko aufgrund dieses Einzelfalles nicht erhöht habe, heißt es in der Mitteilung weiter.
Das sogenannte hochpathogene aviäre Influenzavirus (auch Geflügelpest oder Vogelgrippe genannt) sei bei einer verendeten Graugans in Waiblingen zunächst vom Landeslabor in Fellbach festgestellt worden. Eine weitere Untersuchung im nationalen Referenzlabor, dem Friedrich-Löffler-Institut (FLI), habe das Ergebnis bestätigt. Demnach handele es sich um den Virus-Subtyp H5N1.

Das Veterinäramt bittet alle Geflügelhalterinnen und -halter, besonders aufmerksam zu bleiben und die bestehenden Schutzmaßnahmen zuverlässig einzuhalten (Symbolfoto).
Foto: Julian Stratenschulte/dpaEs ist der erste Fall von bestätigter Geflügelpest im Rems-Murr-Kreis bei einem Wildvogel in diesem Jahr. Weitere Meldungen über Vogelgrippefälle bei Wild- oder Hausgeflügel lägen im Rems-Murr-Kreis derzeit nicht vor.
Das Veterinäramt sehe zum jetzigen Zeitpunkt von weiteren, ohnehin schon eingeleiteten Präventionsmaßnahmen ab. Das Infektionsrisiko vor Ort habe sich wegen dieses Einzelfalls nicht erhöht.
Schutzmaßnahmen insbesondere für die Geflügelhaltung
Dennoch bittet das Veterinäramt alle Geflügelhalterinnen und -halter, besonders aufmerksam zu bleiben und die bestehenden Schutzmaßnahmen zuverlässig einzuhalten, damit sich die Geflügelpest nicht in heimischen Beständen ausbreiten kann.
Die Situation im Nachbarlandkreis Ludwigsburg
Rund eine Woche zuvor wurde auch im Nachbarlandkreis Ludwigsburg ein erster Fall von Vogelgrippe gemeldet. Laut dem Landratsamt in Ludwigsburg war es ebenfalls eine Graugans, die das Virus in sich trug. Der tote Vogel wurde im Wasser liegend im Neckarbiotop Zugwiesen aufgefunden. Das Untersuchungsergebnis mit dem Virusnachweis durch das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) war am Mittwochabend vergangener Woche eingetroffen.
Doch auch im Kreis Ludwigsburg habe sich dadurch kein erhöhtes Infektionsrisiko ergeben, teilt das FLI mit – wenngleich das Risiko einer Ausbreitung der Geflügelpest aufgrund der bundesweiten Dynamik insgesamt als hoch eingeschätzt werde, so das Landratsamt Ludwigsburg weiter.
Andere Gebiete in Baden-Württemberg – etwa von Mannheim bis einschließlich des Ortenaukreises – sind weit stärker von der Ausbreitung des Virus betroffen. Dort hat das Landwirtschaftsministerium in Stuttgart nach dem Fund weiterer toter Wildvögel mit Vogelgrippe entlang des Rheins eine Stallpflicht für Geflügel verhängt. In Abhängigkeit von den örtlichen Gegebenheiten, wie der Gewässerlage und der Betriebssituation, werde in etwa drei Kilometer Entfernung zum Gewässer aufgestallt. Die Tiere könnten entweder in den Stall gebracht werden oder durch Netze geschützt werden. Laut der Behörde sind von dieser Maßnahme Hühner, Puten, Perlhühner, Rebhühner, Fasane, Laufvögel, Wachteln, Enten und Gänse betroffen.
Was ist die Vogelgrippe?
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Weitere Informationen
Eine aktuelle Übersicht über die Ausbrüche der Vogelgrippe/Geflügelpest bei Wildvögeln und gehaltenen Vögeln findet sich beim Friedrich-Loeffler-Institut im TSIS -TierSeuchenInformationsSystem unter: https://tsis.fli.de/cadenza
Die aktuelle Lage in Baden-Württemberg ist abzurufen unter: https://mlr.baden-wuerttemberg.de/de/unsere-themen/tierschutz-tiergesundheit/tiergesundheit/tierkrankheiten-tierseuchen-zoonosen/vogelgrippe/aktuelles