Totes Kleinkind in Schorndorf: Obduktionsergebnis ist da: Mädchen starb an Hitzschlag im Auto

An dem Parkplatz, auf dem das kleine Mädchen am MIttwoch starb, haben Menschen Blumen, Lichter und Stofftiere niedergelegt, um ihre Anteilnahme auszudrücken.
Eva Schäfer- Obduktion ergab Hitzschlag: Das 20 Monate alte Mädchen starb an Organversagen im Auto.
- Die Mutter vergaß ihr Kind im Auto, da sie dachte, es im Kindergarten abgegeben zu haben.
- Gegen die 44-Jährige läuft ein Verfahren wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung.
- Am Nachmittag fand sie das leblose Kind, Rettungskräfte konnten es nicht wiederbeleben.
- In Schorndorf entstand ein Gedenkort, online gibt es heftige Debatten und Appelle zur Mäßigung.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Nach dem tragischen Tod eines Kleinkinds in einem geparkten Auto in Schorndorf (Rems-Murr-Kreis) sind Details zur Todesursache des Mädchens bekannt geworden. Wie das Polizeipräsidium Aalen mitteilt, starb das erst 20 Monate alte Mädchen an einem Organversagen, das auf einen Hitzschlag zurückzuführen sei. Dies hat eine Obduktion am Freitag ergeben.
Auch zum groben Ablauf des Unglückstages hat die Polizei neue Erkenntnisse mitgeteilt. Die Mutter ging offenbar irrtümlich davon aus, ihre Tochter im Kindergarten abgegeben zu haben, als sie sich am Mittwochmorgen zur Arbeit begab. Stattdessen hatte sie das Kind im Auto vergessen. Erst am Nachmittag gegen 14.30 Uhr, als sie ihre Tochter habe abholen wollen und das Kind nicht im Kindergarten gewesen sei, entdeckte sie das leblose Mädchen im Auto.
Als die Frau um Hilfe schrie, bemerkte ein Passant die Situation und wählte den Notruf. Zwei Rettungswagen und ein Notarzt rückten an. Während die Einsatzkräfte versuchten, das Kleinkind wiederzubeleben, musste auch die Mutter, die sich nach dem Fund ihres leblosen Kinds in einem emotionalen Ausnahmezustand befand, betreut werden.

In geparkten Autos kann die Temperatur schon innerhalb einer halben Stunde lebensgefährlich werden (Symbolbild).
Philip Dulian/dpa-tmn/dpaGegen die 44-Jährige wurde ein Verfahren wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung eingeleitet. Die Frau befindet sich auf freiem Fuß und hat sich einen Anwalt genommen; der Fokus der Ermittler lag zunächst darauf, den Tagesablauf von Mutter und Kind zu rekonstruieren. Zur Klärung der Todesumstände wurde das kleine Mädchen am Freitagvormittag obduziert.
Am Unglücksort in der Richard-Kapphan-Straße ist inzwischen ein Gedenkort entstanden. Zahlreiche Menschen legten Blumen, Kerzen und Plüschtiere nieder, um ihre Anteilnahme und Trauer auszudrücken. Viele zeigten sich tief berührt und schockiert über das Schicksal des kleinen Mädchens.
Kind stirbt in Schorndorf – online tobt der Mob
Die Tragödie löste überregionale Bestürzung aus und wurde in Schorndorf zum alles beherrschenden Thema. Auch der Schorndorfer Oberbürgermeister Bernd Hornikel zeigte sich in einer Stellungnahme zutiefst erschüttert: „Die Nachricht vom Tod des kleinen Kindes in unserer Stadt erschüttert mich zutiefst. Meine Gedanken sind bei dem verstorbenen Kind, den Eltern und bei allen Menschen, die ihm nahestanden.“ Zugleich bat er eindringlich darum, die Privatsphäre der betroffenen Familie zu achten und den laufenden Ermittlungen nicht durch Spekulationen vorzugreifen.
In den sozialen Medien wird das Unglück dennoch sehr emotional diskutiert. Etliche Nutzer auf Facebook und Co. überschlagen sich mit Forderungen nach harten Strafen für die Mutter des Kleinkinds. Der in der Region bekannte Schorndorfer Kinderarzt Dr. Ralf Brügel meldete sich daraufhin zu Wort. In einem Video auf Facebook und Instagram sagte Brügel, er habe das verstorbene Kind gekannt. Zugleich kritisierte er, „mit welcher Brutalität, Hässlichkeit und Übelkeit so eine Geschichte in den sozialen Medien kommentiert wird“. Wie mit der Mutter auf Facebook und Co. umgegangen werde, sei „absolut nicht menschenwürdig“.
