Wechsel im Knaudl und der Linde
: Veränderungen in Fellbachs Gastro-Landschaft

Das schwäbische Lokal Knaudl wird künftig im Fellbacher Oberdorf seine Gäste empfangen. Klaus und Sonja Schäfer von der Linde verabschieden sich mit einer großen Party.
Von
Eva Schäfer
Rems Murr Kreis
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  • Sonja und Klaus Schäfer vom Bistro Linde liegt die Gastgeberrolle im Blut.

     
  • Sonja Schäfer im Bistro Linde im Oberdorf.

    Eva Schäfer
  • An der Theke in der Linde im Oberdorf sind Sprüche zu lesen, die auch das Familiäre des Lokals ausdrücken sollen.

    Eva Schäfer
  • Viel wurde bei der Linde von Klaus Schäfer, der sich selbst als handwerklichen Allrounder bezeichnet, selber eingebaut und gestaltet.

    Eva Schäfer
  • Die Linde feiert eine große Abschiedsparty.

    Eva Schäfer
  • Das Gebäude wurde verkauft.

    Eva Schäfer
  • Der Knaudl mit der großen Terrasse in der Stuttgarter Straße feiert Abschied.

    esc
  • Im Knaudl dominieren Holz und dunkle Töne.

    esc
  • Vor zehn Jahren übernahm Arthur Bross das Knaudl – das damalige Markenzeichen war eine nostalgische Kutsche.

    Sascha Sauer
  • „Sepp“ Schmidt hatte vor zehn Jahren das Knaudl an Arthur Bross (re.) übergeben.

    Sascha Sauer/Sascha Sauer
  • Das Knaudl mit seiner Terrasse vor zehn Jahren.

    Sascha Sauer/Sascha Sauer
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Hausflohmarkt steht auf dem Schild am Eingang des Bistros Linde. Bis zum 26. Juli läuft der Flohmarkt noch, bei dem das Interieur des Lokals an die Frau oder an den Mann gebracht wird. Auch an diesem späten Nachmittag werden Tische verladen, die verkauft worden sind. Das Bistro Linde leert sich Schritt für Schritt.

Die Vorboten sind eindeutig. Nach elf Jahren verabschieden sich Klaus und Sonja Schäfer von der Linde im Fellbacher Oberdorf. „Wir hätten gerne weitergemacht“, sagen die beiden unisono. Denn die Gastgeberrolle ist dem Ehepaar auf den Leib geschrieben. Doch das Gebäude in der Untertürkheimer Straße wurde verkauft und soll neu genutzt werden. Man habe natürlich Verständnis, dass der neue Eigentümer neue Pläne habe, doch der Abschied falle nach mehr als zehn Jahren natürlich schwer, sagt Sonja Schäfer.

Vereinsheim der Karnevalsgesellschaft Blau Weiss Stuttgart sucht neue Bleibe

Das Wirtsehepaar hat jede Menge Zeit und Herzblut in das Lokal gesteckt. Der gelernte Elektrotechniker Klaus Schäfer, der tagsüber als Selbstständiger Brandschutztüren einbaut, hat in der Linde viel selbst renoviert und gestaltet. Auch die Theke aus Holz hat der 58-jährige handwerkliche Allrounder selbst eingebaut. Ebenso die kleine Weinlaube haben die Wirtsleute selber eingerichtet und dekoriert. Die Weintrauben, die ehemals die Fellbacher Schwabenlandhalle schmückten, kamen übrigens dabei wieder als Deko zu neuem Einsatz. Außerdem fungierte ein separater Raum im ersten Stock des Gebäudes als Vereinsheim der Karnevalsgesellschaft Blau Weiss Stuttgart. Denn Klaus Schäfer war viele Jahre lang Präsident der Karnevalsgesellschaft und wurde 2019 zum Ehrenpräsidenten ernannt. Doch das ist nun alles passé. Der Faschingsverein hat die Utensilien als Zwischenlösung in Containern in Stuttgart Stammheim untergebracht, „sie suchen nun dringend ein Vereinsheim“, sagt Sonja Schäfer.

Auch im Knaudl steht ein Wechsel an. Der Pachtvertrag wurde nicht verlängert und läuft damit nach zehn Jahren aus, wie Arthur Bross berichtet. „Dann endet die Ära nach 42 Jahren im Knaudl“, sagt Bross. „Knaudl war in Fellbach schon eine Institution.“ Die Familie Bross hatte das Lokal im Centrum 30 vor zehn Jahren von „Sepp“ Schmidt übernommen, der dieses wiederum 26 Jahre lang geführt hatte. Auf Bildern von der damaligen Übergabe stoßen die beiden im Biergarten auf der Terrasse des Lokals an. Da habe sich in den zehn Jahren einiges getan, sagt Arthur Bross. „Wir haben einiges renoviert und investiert.“ Doch die Tage am Standort in der Stuttgarter Straße in Fellbach sind nun allerdings gezählt: Am 28. und 29. Juli steigt eine Abschiedsparty, der letzte Tag der Öffnung ist am 30. Juli.

Die Gäste des Knaudl werden künftig im Fellbacher Oberdorf empfangen

Arthur Bross betreibt mit seiner Frau Jelena insgesamt vier Gastrobetriebe. Unter anderem errichtet er gerade an einem beliebten Ausflugsziel in Hohenlohe – auf dem Einkorn bei Schwäbisch Hall – eine neue Almhütte. Verschiedene Faktoren hätten die Bauarbeiten verzögert, berichtet Bross. Das koste schon einiges an Nerven. Doch in diesem Sommer sei die Eröffnung anvisiert. Auch das „Look“ in Crailsheim und das Bobby’s Irish Pub in Waiblingen betreibt die Familie Bross. Bei seinen Stammkunden ist Arthur Bross übrigens als „Atze“ bekannt. Und Stammkunden habe das Knaudl viele. „Ich schätze mal 70 bis 80 Prozent unserer Gäste“, sagt er. Daher wolle er auch einen Standort in Fellbach behalten. Seine Frau Jelena sei neue Besitzerin des Gebäudes in der Untertürkheimer Straße, so würden sie dort künftig ihre Stammgäste empfangen. Das Gebäude werde zunächst renoviert. Einen Zeitpunkt der Eröffnung möchte er nicht nennen. „Auf unserer Homepage des Knaudl werden wir das dann rechtzeitig mitteilen, die bleibt bestehen“, sagt Arthur Bross.

Kim und Mike Nguyen, die sich dem Asia-Imbiss an der Stuttgarter Straße im Centrum 30 ein treues Stammpublikum erkocht haben, werden die Räume des ehemaligen Knaudl neu gestalten. „Der Asia-Imbiss bleibt erhalten“, betonen die zwei. In den ehemaligen Räumen werde etwas ganz Neues entstehen und asiatische und vietnamesische Küche serviert.

Eine große Abschiedsparty steigt im Bistro Linde am 21. und 22. Juli

Doch ohne Abschiedsparty hören Sonja und Klaus Schäfer in der Linde im Fellbacher Oberdorf auch nicht auf. „Unser Herz hängt an der Gastronomie“, sagen die beiden. Am 21. und 22. Juli wird eine große Party gefeiert. Am Samstag, 22. Juli, legt DJ Micha auf, erzählt Sonja Schäfer, „so ist die Party eine Möglichkeit, unseren treuen Gästen Ade zu sagen und uns zu bedanken“. Dank der Unterstützung der ganzen Familie – sechs Kinder und mittlerweile sechs Enkelkinder und einem Urenkel – sei das Bistro Linde auch möglich gewesen.

Dass sie die Linde ein bisschen wie eine „große Familie“ verstanden hätten, das zeigten die Sprüche, die die selbst eingebaute Theke zieren. Da heißt es: „Wir sind eine Familie, sagen Bitte und Danke, lachen gerne.“ Der unterste und letzte Spruch auf der Liste heißt: „Machen aus allem das Beste“.

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