Weissacher Tal: Spektakulärer Blutmond im Rems-Murr-Kreis zu sehen
Ein bisschen ließ er auf sich warten. Doch dann, gegen 20.50 Uhr, schob sich der Mond endlich hinter einer Wolkenbank hervor – blassrot, fast geisterhaft, mit einer zarten, hellroten Sichel am Rand. Über dem Weissacher Tal zeigte sich am Sonntagabend ein Naturspektakel, das so nur alle paar Jahre zu bestaunen ist: eine totale Mondfinsternis.
Eigentlich hatte die Eklipse des Erdtrabanten bereits gegen 19.30 Uhr begonnen. Bis kurz vor 21 Uhr war das perfekte Zeitfenster für alle, die das Schauspiel mit bloßem Auge verfolgen wollten und denen der Blick nicht durch Wolken am Nachthimmel verschleiert wurde.
Warum sich der Mond rot verfärbt
Doch warum verfärbt sich der Mond bei einer Finsternis überhaupt rot? Die Antwort ist ebenso wissenschaftlich wie poetisch: Bei einer totalen Mondfinsternis steht die Erde exakt zwischen Sonne und Mond. Der Schatten der Erde hüllt den Mond ein, doch nicht vollständig. Denn das Sonnenlicht wird in der Erdatmosphäre gebrochen – besonders die langwelligen roten Anteile gelangen in die Schattenzone. Wie bei einem Sonnenuntergang wird der Mond dadurch in ein geheimnisvolles Kupferrot getaucht. Der Effekt: ein sogenannter „Blutmond“.
Blutmond nur ganz kurz zu sehen
Im Weissacher Tal wie im gesamten Südwesten war dieser Blutmond nur kurz in seiner ganzen Pracht zu sehen – und das auch nur für geduldige Beobachter. Denn wie Carolin Liefke vom „Haus der Astronomie“ in Heidelberg der Nachrichtenagentur dpa erklärte, war der Mond bereits vollständig im Erdschatten, als er über Deutschland überhaupt erst sichtbar wurde.
Besonders tief am Horizont, klein und unspektakulär – kein Supermond diesmal, keine große Show. Und doch: Wer den Blick zum Himmel wagte, wurde mit einem Anblick belohnt, der irgendwo zwischen Science-Fiction und Naturpoesie lag.
Astronomisches Highlight trotz Wolken und Horizontnähe
Nicht nur über dem Ländle gab es das Schauspiel. Auch in anderen Teilen Europas, Asiens und Afrikas war die Finsternis – je nach Wetter – gut zu beobachten. Wer jedoch auf einen pechschwarzen Mond hoffte, wurde enttäuscht: Eine Mondfinsternis wird nie so dunkel wie eine Sonnenfinsternis. Der Mond verschwindet nicht, er verwandelt sich – zum Himmelskörper mit Drama-Effekt.
Wann ist die nächste Mondfinsternis?
Mondfinsternisse sind übrigens keine Alltäglichkeit. Pro Jahr finden weltweit zwei bis fünf statt – doch nicht jede ist total, und nicht jede von Europa aus sichtbar. Wer diesmal also nur Wolken oder gar nichts gesehen hat, muss sich gedulden: Die nächste Chance auf eine totale Mondfinsternis gibt es in Deutschland erst wieder in der Silvesternacht 2028. Wer nicht so lange warten will, könnte am 3. März 2026 eine Reise nach Amerika oder Asien planen – dort wird dann der nächste Blutmond über den Himmel ziehen.
Bis dahin bleibt nur die Erinnerung an diesen stillen Moment über dem Weissacher Tal – als der Mond für einen kurzen Augenblick zum Star eines kosmischen Schattenspiels wurde.






