Winnenden erinnert an dunkle Zeiten
: „Man wird ja wohl noch sagen dürfen…“ – Sprache als Werkzeug der Ausgrenzung

Vom Missbrauch der Sprache in der NS-Zeit bis zur Verantwortung der Gegenwart: Eine Gedenkfeier im ZfP Winnenden verspricht eine eindringliche Auseinandersetzung – mit berührenden Beiträgen und einer Ausstellung.
Von
Frank Rodenhausen
Rems Murr Kreis
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Das Winnender ZfP beteiligt sich an der Kampagne gegen menschenverachtender und demokratiefeindliche Sprache.

ZfP Winnenden

„Man wird ja wohl noch sagen dürfen…“ – was harmlos klingt, birgt oft die Grundlage für eine menschenverachtende Rhetorik. Diesem Thema widmet sich eine zentrale Gedenkfeier der ZfP-Gruppe Baden-Württemberg, die am 27. Januar um 13 Uhr im Festsaal des Zentrums für Psychiatrie Klinikum Schloss Winnenden stattfindet. Wie die Veranstalter mitteilen, steht die Macht der Sprache im Mittelpunkt, die in der NS-Zeit als Instrument zur Stigmatisierung und Ausgrenzung genutzt wurde.

Bedrückendes Kapitel der Geschichte

Ein bedrückendes Kapitel in der Geschichte beleuchtet die historische Rolle des ZfP: Während der NS-Zeit wurden psychisch kranke und behinderte Menschen als „lebensunwert“ deklariert – eine sprachliche Grundlage für die systematische Ermordung von 300 000 Menschen. Allein aus der damaligen Heilanstalt Winnental wurden 396 Patientinnen und Patienten in den Jahren 1940 und 1941 in die Tötungsanstalten Grafeneck und Hadamar deportiert und dort ermordet.

Die Veranstaltung bietet neben einer Gedenkfeier ein umfangreiches Programm. So wird eine Ausstellung des Dokumentationszentrums Oberer Kuhberg (KZ-Gedenkstätte Ulm) eröffnet, die das Thema Sprache und Ausgrenzung historisch beleuchtet. Schülerinnen und Schüler des Lessing-Gymnasiums Winnenden präsentieren ein Theaterstück, das die Wirkung von Sprache thematisiert.

Prominente Beiträge sollen weitere Akzente setzen: Manfred Lucha, Minister für Soziales, Gesundheit und Integration, sowie Oberbürgermeister Hartmut Holzwarth und Nicola Wenge, wissenschaftliche Leiterin des Dokumentationszentrums, wollen die Besucher mit auf eine Reise der Reflexion nehmen. Musik von Veras Tea Time Band und dem Musiktherapeuten Georg Hampel soll einen Rahmen schaffen, bevor die Gäste bei einem Imbiss Gelegenheit zum Austausch und zur Besichtigung der Ausstellung erhalten.

Anmeldung erforderlich

Die Veranstaltung will nicht nur erinnern, sondern auch Verantwortung in der Gegenwart einfordern. „Sprache formt Realität“, so eine zentrale Botschaft der Organisatoren. Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung per E-Mail an Michiko Pubanz (M.Pubanz@zfp-winnenden.de) ist erforderlich. Einlass ab 12.30 Uhr.

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