Wühlmaus-Gift in Kaisersbach
: Irritationen nach Großeinsatz

Nach der chemischen Reaktion im Bauschutt-Container sieht sich die Polizei zu einer Richtigstellung genötigt – denn die Feuerwehr will nicht mit Wasser gelöscht haben.
Von
Sascha Schmierer
Rems Murr Kreis
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Auf den Einsatzbericht des Aalender Polizeipräsidiums sind Feuerwehrleute aus Kaisersbach aktuell nicht gut zu sprechen.

IMAGO/Rolf Poss/IMAGO/Rolf Poss

Nach dem nächtlichen Großeinsatz wegen einer chemischen Reaktion in einem Bauschuttcontainer will sich die Feuerwehr Kaisersbach kein Fehlverhalten im Umgang mit dem Gefahrstoff vorwerfen lassen. Keineswegs hätten die am Einsatzort eintreffenden Brandschützer versucht, das mit Feuchtigkeit reagierende Wühlmausgift Calciumphosphit mit Wasser zu löschen. Stattdessen hätten die Einsatzkräfte die Löschversuche einer Hausbewohnerin unverzüglich unterbunden. Das geht aus einer vom Polizeipräsidium in Aalen veröffentlichten Richtigstellung zu dem Großeinsatz hervor, der in der Nacht zum vergangenen Freitag nicht nur Feuerwehren aus Kaisersbach, Welzheim, Winnenden, Backnang, Allmersbach und Alfdorf, sondern auch den Rettungsdienst mit sechs Fahrzeugen und 16 Helfern und das Rems-Murr-Umweltamt mit zwei Chemikern auf den Plan gerufen hatte.

Die Feuerwehr will sich kein Fehlverhalten vorwerfen lassen

In einer Erstmeldung hatte die Pressestelle der Polizei am Freitag noch davon gesprochen, dass sowohl die Hausbewohnerin als auch die Feuerwehr an einen Brand in dem Container geglaubt und versucht hätten, das vermeintliche Feuer mit Wasser zu bekämpfen. „Dies führte dazu, dass sich die chemische Reaktion und die Rauchentwicklung noch verstärkte“, hieß es in dem Einsatzbericht fälschlicherweise. Schon am Freitag hatte der Kaisersbacher Feuerwehrkommandant Markus Rader sich gegen die Aussage der Polizei gewandt, dass zwölf verletzte Feuerwehrleute durch Kontakt mit den entstehenden Gasen stationär in umliegende Krankenhäuser eingeliefert worden seien. Maximal drei Kameraden, einer von ihnen ohnehin von einer Sommergrippe geplagt, hätten von einem „leichten Kratzen im Hals“ berichtet. Die medizinische Beobachtung der Brandschützer nannte der lokale Feuerwehrchef eine „reine Vorsichtsmaßnahme“, konkrete Symptome einer Atemwegsreizung habe es glücklicherweise bei dem Einsatz nicht gegeben. Schon am Freitag hatten alle zwölf Feuerwehrleute die drei Kliniken in Schorndorf, Winnenden und Mutlangen wieder verlassen.

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