130.000 Thermometer ausgewertet: Überhitzte Wohnung - in Stuttgart die Regel?

Mehr als dreißig Grad in der Wohnung: während der jüngsten Hitzewelle ist das in Stuttgart eher die Regel als die Ausnahme.
Leif Piechowski- Hitzewelle ließ Innenräume stark aufheizen – in Stuttgart oft über 30 Grad.
- Tado-Daten 26. bis 29. Juni: Drei von vier gemessenen Stuttgarter Wohnungen überhitzt.
- Bundesweit waren 61 Prozent überhitzt, in Luxemburg, Italien und Belgien noch mehr.
- Spanien mit 40 Prozent und Kroatien mit 29 Prozent deutlich kühler – offenbar besser gekühlt.
- Mieterbund: In Extremfällen sind Mietminderung oder moderner Sonnenschutz möglich.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Mit Temperaturen von teils mehr als 40 Grad hat Baden-Württemberg bis zum Sonntag eine für Ende Juni historische Hitzewelle erlebt. Doch nicht nur draußen wurde es unerträglich heiß, auch in vielen Wohnungen stieg die Temperatur teils deutlich über 30 Grad. Dies belastet Menschen, Tiere und Pflanzen teilweise extrem. Davon zeugen unter anderem die vielen Einsätze der Rettungskräfte und überlastete Notaufnahmen in den Krankenhäusern.
Stuttgarter Wohnungen besonders heiß
Eine aktuelle Auswertung des Thermostatherstellers Tado zeigt nun, wie stark insbesondere die Menschen in einzelnen Großstädten von der Hitze in Innenräumen belastet sind. Die Geräte sind mit dem Internet verbunden und der ungefähre Standort ist dem Hersteller bekannt. Mit den Daten von mehr als fünf Millionen Geräten können europaweit vergleichende Analysen angestellt werden - für die Tage 26. bis 29. Juni, also den vergangenen Donnerstag bis Montag.
Drei von vier Stuttgarter Wohnungen, in denen ein Gerät des Herstellers während dieser Tage die Temperatur gemessen hat, waren demnach überhitzt. Hier wurden mehr als 30 Grad Innenraumtemperatur gemessen. Höher waren die Anteile nur in vier anderen Großstädten im Land:
Im Landesschnitt waren knapp zwei von drei untersuchten Wohnungen überhitzt. Tado hat nach eigenen Angaben die Daten von etwa 130.000 Temperatursensoren ausgewertet, davon rund 10.000 in Stuttgart. Wo genau die Sensoren messen - also ob in Büroräumen oder Wohnungen, unter dem Dach oder im Souterrain - ist nicht bekannt. Dafür kann angesichts der Masse der Geräte davon ausgegangen werden, dass die Unterschiede zwischen den Städten einigermaßen repräsentativ sind.
Wohnungen in Kroatien und Spanien sind kühler
Die Auswertung bezieht auch andere europäische Länder mit ein. Demnach sorgte die Hitzewelle in Deutschland für besonders hohe Raumtemperaturen. 61 Prozent der Wohnungen hierzulande waren während der Hitzewelle zu warm - nur in Luxemburg und Italien (je 62 Prozent) sowie Belgien (66 Prozent) lag der Anteil höher. Deutlich niedriger ist der Anteil etwa in Spanien (40 Prozent) oder Kroatien (29 Prozent). Dort ist es draußen ähnlich heiß oder sogar noch heißer als hierzulande, die untersuchten Wohnungen sind aber offenbar besser gekühlt.
„Da Wetterextreme immer häufiger auftreten, wird die Erfassung und das Verständnis der Temperaturen in Innenräumen genauso wichtig wie die Messung der Außentemperaturen“, heißt es in einer Mitteilung des Herstellers. Das gilt beispielsweise auch für Mieter. In Extremfällen haben sie Mieter Anspruch auf Mietminderung oder zumindest einen Sonnenschutz nach dem aktuellen Stand der Technik. Darauf weist der Deutsche Mieterbund hin.
