Akademie der Bildenden Künste
: Ausstellung im leer stehenden Galeria-Kaufhof-Gebäude

Im leer stehenden Galeria-Kaufhof-Gebäude in Stuttgart-Mitte passiert etwas: Eine ungewöhnliche Kunst-Aktion verwandelt die Schaufenster in eine urbane Galerie.
Von
Petra Xayaphoum
Stuttgart
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Die Bildhauerei-Klasse der ABK hat sich der Fensterfront des Galeria Kaufhof angenommen und zeigt verschiedene Kunstwerke.

Petra Xayaphoum

Wer in der vergangenen Woche das leer stehende Galeria-Kaufhof-Gebäude in der Eberhardstraße in Mitte mit offenen Augen und Ohren passiert hat, wird festgestellt haben, dass sich hier etwas verändert hat: Die Schaufenster sind bemalt, beschriftet, teils gefüllt mit Bildern, Skulpturen, Installationen, Video. Am oberen Eingang stehend hört man einen rauschend-organischen Sound. Die Klasse Hultén von der Akademie der Bildenden Künste (ABK) hat sich für eine kurze Zeit des leer stehenden Gebäudes angenommen und zeigt dort in den Schaufenstern, für jede:n kostenfrei besuchbar, die Kunst-Ausstellung „Nothing to see here“.

Die berühmten und vielfach als Meme umgesetzten Worte von Leslie Nielsen in „Die nackte Kanone“ sind dabei auf den Ausstellungsplakaten, die in den Schaufenstern hängen, durchgestrichen – es gibt hier also sehr wohl etwas zu sehen, hinschauen erwünscht, kurzzeitig zumindest. Die Ausstellung setzt sich künstlerisch mit dem Spannungsgefüge Öffentlicher Raum-Kunst-Zugänglichkeit-Zwischennutzung auseinander. Seitlich des oberen Eingangs Richtung Königstraße hat die Bildhauerei-Klasse der ABK ein Statement niedergeschrieben:

„Sonderschlussverkauf, es gibt nur noch Dreck und Staub.

Wir bespielen das Dazwischen. Wir nehmen uns den Platz. Ausstellungen sollen überall stattfinden – mitten in der Stadt, im ehemaligen Kaufhaus.

Staub, Licht, Scheibe.

Wir holen den Dreck nach draußen und bringen ihn an die Fassade.

Der Blick nach innen bleibt verwehrt, das Haus spricht.

Ein Kaufhaus wird zur Kulisse, zur Hülle, zum Leben erweckt.

Was verborgen bleibt, zeigt sich im Vorbeigehen.“

Bis zum 8. Juni kann man die Werke der Klasse Sofia Hultén noch begutachten. Was auf lange Sicht mit dem Ex-Galeria-Kaufhof passieren wird, ist noch unklar: Das Gebäude, das nach Gemeinderatsbeschluss eigentlich künftig das Haus der Kulturen sowie Räume für die Freie Tanz- und Theaterszene beheimaten sollte, ist mittlerweile im Gespräch für das Projekt Front Office Hub, das als zentraler und bürgernaher Dreh- und Angelpunkt für die städtische Verwaltung und das städtische Serviceangebot fungieren soll (wir haben berichtet).

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