April-Scherze aus Stuttgart und BW
: Scheidung in der Wilhelma, Hobbydogging-Staffel bei der Polizei

Der 1. April ist gemeinhin der Tag der Scherze. Die sind mal mehr und mal weniger lustig. Mit am aktivsten dabei: die Polizei.
Von
Michael Bosch
Stuttgart
Jetzt in der App anhören

In der Wilhelma kann man sich jetzt scheiden lassen – April, April!

Wilhelma

Mit dem Humor ist es so eine Sache: Immer am 1. April fühlen sich aber viele, denen man es sonst eher nicht nachsagt, dazu bemüßigt, ein Witzchen zu reißen: „April, April!“ Dass die guten April-Scherze entweder mit einer Prise Realismus daherkommen, sodass man sie nicht sofort als Witz erkennt – oder aber so aberwitzig sind, dass man spontan davon ausgeht, dass das wahr sein muss – weil doch niemand die Verfrorenheit besitzt, so etwas durchzuziehen.

Auch in diesem Jahr haben sich etliche Institutionen und Personen des öffentlichen Lebens aus Stuttgart, der Region und Baden-Württemberg wieder versucht, ihre Follower auf Social Media zu foppen. Ein kleiner Überblick.

Aprilscherze: Polizeipräsidien im Land vorne mit dabei

Dass die Haltestelle Charlottenplatz für Ortsunkundige einem Labyrinth gleicht, ist in der Landeshauptstadt ein Running-Gag. Dementsprechend hat die Stuttgarter Straßenbahnen AG angekündigt, dass die unterirdische Station umgebaut wird: „Ziel ist es, die Wegeführung innerhalb der Station deutlich zu vereinfachen, Umstiegsachsen klarer zu bündeln und die Orientierung für unsere Fahrgäste nachhaltig zu verbessern“, heißt es. Eigentlich eine gute Idee. Wer weiterliest, dem wird klar, ernst gemeint ist die Ankündigung nicht...

Die Polizeipräsidien im Land sind meistens mit vorne dabei, wenn es um abstruse Neuerungen geht, die am 1. April im Netz publik gemacht werden. Am kreativsten war dabei die Social-Media-Abteilung aus Freiburg. Dort gibt es fortan eine Hobbydoggingstaffel. Das neue Hobby mit Leine, aber ohne Hund, hatte im vergangenen Jahr bundesweit für Aufsehen gesorgt.

Auch das Präsidium in Ludwigsburg setzt fortan auf „tierische“ Hilfe. Statt Faxgerät werden die Beamten im Kreis künftig von einer „Polizeitaube“ unterstützt:

In Stuttgart gibt es eine Neuerung bei der Radstaffel, „um die Zusammenarbeit im Einsatz weiter zu optimieren und die Einsatzfähigkeit im städtischen Verkehr zu stärken“, wie das Präsidium schreibt.

In der Wilhelma kann man sich künftig nicht nur trauen, sondern auch scheiden lassen. „Von einem naturwissenschaftlichen Standpunkt betrachtet sind lebenslange Partnerschaften aber eine Ausnahme unter den Lebewesen unseres Planeten“, wird Direktor Thomas Kölpin in der Pressemitteilung, die der Zoo am 1. April verschickt hat, zitiert. Zum neuen Angebot gehört auch, die „Möglichkeit, im nur wenige Meter von der Damaszenerhalle entfernten Insektarium einer Schabe den Namen deines Ex-Partners oder einer Ex-Partnerin zu geben und das Insekt persönlich an ein in der Nahrungskette weiter höher angesiedeltes Tier zu verfüttern“, heißt es weiter.

Noch-Finanzminister Danyal Bayaz (Grüne) ist bekanntlich ein Rap-Fan. Die Leidenschaft zur Musik trägt er jetzt auch unter der Haut – zumindest wenn man seinem neusten Posting auf Instagram Glauben schenkt. Demnach hat sich Bayaz C.R.E.A.M – einen Liedtitel des Wu-Tang Clans stechen lassen. Das Akronym steht für „Cash rules everything around me“. „Weil Finanzpolitik voll unter die Haut geht“, wie Bayaz schreibt.

Ansonsten gibt es die üblichen Neuheiten – mal mehr, mal weniger lustig –, mit denen Menschen heute aufs Glatteis geführt werden sollen. Der Bahnbetreiber Averio hat bekanntgegeben, er wolle einsame Menschen zusammenbringen, weil die ohnehin gemeinsam unterwegs sind. Singles sollen sich einen Herz-Button anstecken und so mit anderen unkompliziert ins Gespräch kommen. Die Grünen in Ulm schlagen vor, die Stadt solle eine Selfie-Gebühr erheben, wenn sich jemand zum Beispiel vor dem Münster fotografiert, um Geld in die Kassen zu spülen.

Auch Firmen erlauben sich am 1. April mal einen Scherz. Ritter Sport aus Waldenbuch (Kreis Böblingen) eröffnet sein erstes „Gym“:

Auch in der Region haben einige Kommunen sich an einem Aprilscherz versucht. Die Stadt Leinfelden-Echterdingen gaukelt den Followern auf Social Media vor, dass das Filderspitzkraut nun Unesco-Weltkulturerbe sei, und Oberbürgermeister Otto Ruppaner Kraut-Botschafter. Zwar ein Scherz, aber einige Nutzer finden die Idee gar nicht übel. „Ich wäre dafür, dass wir das tatsächlich beantragen“, schreibt etwa einer auf Instagram.

StZ Kompakt - Der Morgen
Montag - Sonntag um 6.00 Uhr
Starten Sie mit den wichtigsten Themen aus Stuttgarter Sicht in den Tag und erhalten Sie sonntags die besten Geschichten der Woche.