Ausstellung in Stuttgart: Sie alle sind Kinder suchtkranker Eltern

Sänger Max Mutzke, NACOA-Vorständin Christina Reich und Journalist Andreas Schneider (von links) sind mit suchtbelasteten Eltern aufgewachsen.
Hauke Dressler/NACOA DeutschlandWie ist es, wenn man ein Kind ist und die Eltern alkoholabhängig sind oder eine andere Sucht haben? Das veranschaulicht eine Fotoausstellung, die von Dienstag, 24. Februar, bis Donnerstag, 26. Februar, im Stuttgarter Rathaus gezeigt wird. Die Interessenvertretung für Kinder aus Suchtfamilien namens NACOA zeigt zehn Personen und deren Geschichte – darunter auch prominente Gesichter.

Max Mutzke ist Schirmherr der Wanderausstellung.
Foto: Hauke DresslerMit dabei ist unter anderem der Sänger Max Mutzke, aber auch ein diverser TV-Moderator und ein Priester. Sie alle teilen gewisse gemeinsame Erfahrungen aus ihrer Kindheit, wie oftmals Vernachlässigung, Überforderung, Übergriffe, manchmal auch Gewalt.
Doch in der Ausstellung geht es auch um die Frage: Was hat sie stark gemacht? Die Antworten sind ganz unterschiedlich: Mal ist es Tanz, mal Musik, Malerei, biografische Arbeit, Religion, Spiritualität, mal eine andere Gemeinschaft. Die Fotos sind von Hauke Dressler, die Grafikerin Ann-Katrin Siedenburg hat das Material aufbereitet.
Laut NACOA wachsen in Deutschland derzeit drei Millionen Kinder und Jugendliche mit einem suchtkranken Elternteil auf. Etwa ein Drittel der Betroffenen wird selbst suchtkrank, heißt es. Ein weiteres Drittel, das oft mit dem ersten überlappt, entwickelt andere psychische oder soziale Störungen. Nur eines von drei Kindern kommt mehr oder weniger unbeschadet davon.
