Aus der Wilhelma: Stuttgarter Steinböcke in den Alpen ausgewildert

Einige Wochen vor der Freilassung wurden die beiden Tiere bereits veterinärmedizinisch untersucht und mit Ohrmarken kenntlich gemacht.
Wilhelma Stuttgart- Zwei in Stuttgart geborene Alpensteinböcke leben seit dieser Woche frei in den Hohen Tauern.
- Zehn Tiere aus vier europäischen Zoos wurden gleichzeitig freigelassen – zwei davon aus der Wilhelma.
- Ziel ist die Stärkung bestehender Bestände und ihrer genetischen Vielfalt in den Alpen.
- Vor der Freilassung gab es Checks: tierärztliche Untersuchung und Ohrmarken.
- Hintergrund: Die Art war durch Jagd fast ausgerottet, heute existieren wieder über 50.000 Tiere.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Zwei in Stuttgart geborene Alpensteinböcke leben seit dieser Woche in den österreichischen Alpen. Die beiden Tiere aus der Wilhelma wurden gemeinsam mit acht weiteren Artgenossen in den Hohen Tauern ausgewildert, wie der Zoologisch-Botanische Garten am Dienstag mitteilte. Die Aktion soll dazu beitragen, bestehende Populationen zu stärken und deren genetische Vielfalt zu sichern.
Die beiden weiblichen Steinböcke kamen 2024 in Stuttgart zur Welt. Für die Reise nach Österreich wurden sie in spezielle Transportkisten verladen und in einem klimatisierten Fahrzeug gefahren. Am Zielort im Gebirge öffneten die Helfer die Kisten der insgesamt zehn Tiere aus vier europäischen Zoos gleichzeitig, um sie in die Freiheit zu entlassen.
Inselpopulationen verbinden
Die Wilhelma hat seit 1994 bereits 25 ihrer nachgezüchteten Steinböcke für solche Projekte zur Verfügung gestellt. „Zwar gelten Steinböcke heutzutage nicht mehr als gefährdet“, sagte die für Huftiere zuständige Kuratorin Ulrike Rademacher. „Oft leben sie aber in Inselpopulationen, die nicht miteinander verbunden sind.“ Die ausgewilderten Tiere sollen helfen, Lücken zwischen den Beständen zu schließen.

Blick zurück: 2024 kamen die beiden nun ausgewilderten Tiere in der Wilhelma zur Welt.
Wilhelma StuttgartGrundvoraussetzung für jede Auswilderung sei, dass die Ursachen für den früheren Rückgang einer Art behoben sind, sagte Wilhelma-Direktor Thomas Kölpin. Beim Alpensteinbock sei das der Fall, da sein Lebensraum weitgehend intakt sei und er nicht mehr verfolgt werde. Die Art war bis Mitte des 19. Jahrhunderts durch die Jagd fast ausgerottet worden. Ein Restbestand von rund 60 Exemplaren überlebte damals im italienischen Nationalpark Gran Paradiso. Dank strenger Schutzmaßnahmen und gezielter Ansiedlungen finden sich den Angaben zufolge heute wieder mehr als 50.000 Steinböcke im gesamten Alpenraum.