Geld im Urlaub
: Bezahlen am Strand: So haben Diebe keine Chance

Die Koffer sind gepackt – doch wie sieht es mit der Reisekasse aus? Bargeld, Karte, Handy: Was für den Urlaub wichtig ist, erklären Stuttgarter Experten.
Von
Regine Warth
Stuttgart
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Ein kleiner Notfallbetrag an Bargeld reicht bei den allermeisten Reisen ins Ausland aus.

Hannes P. Albert/dpa

Wer in den Urlaub fährt, zumal mit der gesamten Familie, sollte planen. Meist empfehlen sich Checklisten: Was gehört in welchen Koffer? Liegen die Reisepässe bereit? Und wer kümmert sich um die Urlaubskasse? Gerade die Finanzen sollten bei der Checkliste nicht an letzter Stelle stehen, raten Finanzexperten wie Katharina Steiner von der Volksbank Stuttgart und Sascha Deigner von der BW-Bank Stuttgart. Denn hier gilt es bei der Vorbereitung einiges zu beachten.

Kann man mit der Girocard in ganz Europa bezahlen?

Ja, in Europa ist das in der Regel kein Problem. Bankkarten, auf denen das Girocard-Logo abgebildet ist, verfügen normalerweise über weitere Bezahlverfahren mit entsprechenden Logos, auch Co-Badges genannt. Die üblichen Co-Badges sind Debit Mastercard (Mastercard-Logo), V Pay oder Visa-Debit (Visa-Logo).

Alle Co-Badges haben gemeinsam, dass sie in sehr vielen Geschäften und an Geldautomaten, insbesondere im Ausland, akzeptiert werden. Man muss also nicht viel Bargeld mitnehmen. Ein kleiner Betrag für den Notfall reicht meist aus. Bargeld kann bei Bedarf auch vor Ort abgehoben werden.

Debit- oder Kreditkarte: Was eignet sich besser?

Debitkarten wie die Girocard buchen Beträge direkt vom Girokonto ab, Kreditkarten sammeln die Umsätze und rechnen meist einmal im Monat ab. Wer weltweit reist oder Hotels und Mietwagen buchen möchte, sollte zusätzlich eine Kreditkarte dabeihaben. Die Kombination aus beiden Karten bietet die größte Flexibilität.

Wichtig zu wissen ist auch, dass in manchen Ländern wie etwa den USA ohne Kreditkarte fast keine Bezahl- oder Buchungsvorgang möglich ist. Sie wird oft schon beim Einchecken im Hotel oder für Mietwagenbuchungen verlangt. Bei der Wahl der Karte sollte auf mögliche Fremdwährungs- und Abhebegebühren geachtet werden – und nicht nur auf die Jahresgebühr. Viele Karten bieten Extras wie Reiseversicherungen oder kostenlose Abhebungen im Ausland.

Was, wenn die Karte verloren geht?

Wichtig ist, die Zahlungskarten sofort sperren lassen. Am besten über den Sperr-Notruf 116 116, der rund um die Uhr erreichbar ist (aus dem Ausland: +49 116 116 oder +49 30 4050 4050). Es gibt auch die Möglichkeit, online zu sperren.

Um nicht ohne Geld dazustehen, bieten viele Kreditinstitute je nach Kartentyp Ersatzlösungen an: Zum Beispiel die Ausstellung einer neuen Karte gegen Gebühr oder bei höherwertigen Karten wie Gold- oder Platinkarten eine Notfall-Bargeldauszahlung über eine Hotline. Die Telefonnummer steht oft direkt auf der Karte. Am besten ist es, diese vor der Reise separat zu notieren. Alternativ können Angehörige Geld per Bargeldtransfer ins Ausland schicken. Das geht meist schnell, ist aber mit zusätzlichen Kosten verbunden.

Wie zahle ich am Strand?

Wer seine Zahlungskarten lieber im Hotelsafe lässt, kann auch per Smartphone zahlen – etwa mit Apple Pay oder Google Pay. Praktisch sind auch sogenannte Wearables, etwa Bezahlringe oder eine Smartwatch. Diese sind mit der Kreditkarte verknüpft und ermöglichen kontaktloses Bezahlen auch in Badehose oder Bikini.

Erster Urlaub ohne Eltern – wie klappt das Bezahlen?

Wenn Jugendliche das erste Mal allein verreisen, sind ein Jugendgirokonto mit Girocard oder eine Prepaid-Kreditkarte praktische und sichere Lösungen. Beide ermöglichen bargeldloses Bezahlen und Geldabheben auch im Ausland. Vor der Abreise lohnt ein gemeinsamer Check: Wie lässt sich die Karte im Notfall sperren? Worauf ist beim Geldabheben zu achten? Auch das sichere Merken der PIN sollte nicht vergessen werden.

Wie sieht es in Ländern mit Fremdwährung aus?

Oft wird bei der Bargeldauszahlung oder auch bei Kartenzahlungen im Ausland gefragt, ob der Betrag in Euro verrechnet werden soll. Das hört sich zunächst praktisch an, kostet aber auch extra. Denn für die Euro-Umrechnung fallen oft saftige Gebühren an. Wer die Abrechnung in Landeswährung wählt, spart sich diese zusätzlichen Kosten.

Was ist beim Verfügungsrahmen zu beachten?

Am besten vorab das allgemeine Verfügungslimit sowie die täglichen und wöchentlichen Limits für Zahlungen und Bargeldabhebungen im In- und Ausland prüfen. Falls der Verfügungsrahmen zu niedrig ist, lässt er sich meist unkompliziert über das Online-Banking oder die Banking-App anpassen.

Wichtig: Für Bargeldabhebungen gelten häufig niedrigere Limits als für Zahlungen. Daher sollte man entsprechend planen und sich schon vor dem Urlaub über mögliche Gebühren im Ausland informieren.

Reisedokumente sicher aufbewahren

Kopieren
Urlauber sollten vor der Abreise Kopien von Ausweis, Reisepass und Zahlungskarten machen und diese sicher abspeichern – zum Beispiel verschlüsselt in einer Cloud oder auf dem Smartphone. So haben Urlauber im Notfall schnellen Zugriff auf wichtige Daten wie IBAN oder Kartennummer.

Anruf
Vor allem bei Fernreisen sollte die Bank über den geplanten Auslandsaufenthalt informiert werden. So wird die Karte nicht fälschlicherweise wegen eines „ungewohnten Einsatzorts“ gesperrt. Wichtig: Alle Zugangsdaten griffbereit haben, insbesondere fürs Online-Banking. Außerdem vor der Abreise noch einmal prüfen, ob die Karten-PINs bekannt sind. Sie werden sowohl am Geldautomaten als auch bei Zahlungen im Handel benötigt. Wichtige Infos zu Zahlungsmitteln im Reiseland bietet die Webseite des Auswärtigen Amts: www.auswaertiges-amt.de/de/reiseundsicherheit. Weitere Infos zum sicheren Bezahlen auf Reisen gibt es auf www.kartensicherheit.de.

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