Statistik für Baden-Württemberg
: Krankmelden? Nicht in Stuttgart – Beschäftigte haben wenigste Fehltage

Beschäftigte in Stuttgart hatten 2024 die wenigsten Krankheitstage im Landesvergleich. Auch bundesweit liegt Baden-Württemberg vorn. Wo dennoch häufig krank gemacht wird.
Von
Nina Scheffel
Stuttgart

Beschäftigte in Stuttgart hatten im Jahr 2024 im Landesvergleich die wenigsten krankheitsbedingten Fehltage.

IMAGO/imagebroker/ArnulfHettrich (li.)/Jens Büttner/dpa (re.)

Schaffe, schaffe, Häusle baue? Anscheinend nehmen sich viele Menschen in Baden-Württemberg dieses Motto noch immer zu Herzen. Denn der Südwesten liegt bei Fehltagen durch Krankmeldung laut einer Auswertung des Landesverbandes Süd der Betriebskrankenkassen (BKK) auch im Jahr 2024 an der Spitze, wenn es um die wenigstens Ausfalltage geht.

Beschäftigte fehlten im Südwesten demnach am seltensten krankheitsbedingt – nämlich durchschnittlich an nur 18,7 Kalendertagen. Laut BKK Landesverband Süd lag der Krankenstand damit bei 5,1 Prozent – dem niedrigsten Wert aller Bundesländer. Doch wie sieht es in der Landeshauptstadt aus? Und wo im Südwesten wird am häufigsten krank gemacht?

Stuttgarter melden sich am seltensten krank

„Wie im Jahr zuvor hat die Stadt Stuttgart auf Kreisebene mit 15,2 Arbeitsunfähigkeitstagen-Tagen (AU) landesweit die wenigsten AU-Tage“, heißt es in der Studie des BKK Landesverbandes Süd.

Fast ebenso selten wie in Stuttgart meldeten sich demnach Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in den Landkreisen Böblingen (15,7 AU-Tage), Tübingen (16,3 AU-Tage), Esslingen (16,5 AU-Tage), Rems-Murr-Kreis (17,4 AU-Tage) und Ludwigsburg (17,9 AU-Tage) im Jahr 2024 krankheitsbedingt beim Arbeitgeber ab.

Mannheim zieht die Statistik nach unten

Im landesweiten Vergleich liegen damit Stuttgart sowie drei weitere Landkreise aus der Region vorn. Mit Blick auf Baden-Württemberg sind laut Auswertung auch die Städte Heidelberg und Freiburg sowie der Kreis Ravensburg oben mit dabei, wenn es um die wenigsten Fehltage durch Krankmeldung geht.

Doch eine Stadt in Baden-Württemberg vermiest dem Südwesten die Statistik. Für diesen Ausreißer sorgt Mannheim – in der Stadt am Rhein sammelten Beschäftigte mit 22,6 AU-Tagen die meisten Fehltage im Südwesten. Innerhalb Baden-Württembergs liegt Mannheim damit am Listenende, was die wenigsten Fehltage angeht. Auf Mannheim folgen der Rhein-Neckar-Kreis (21,3 AU-Tage), der Kreis Karlsruhe (21,1 AU-Tage) sowie Rastatt (20,8 AU-Tage).

Zahl der Krankheitstage steigt im Südwesten leicht an

Bundesweit gesehen scheint Mannheim da fast im Durchschnitt zu liegen, denn in ganz Deutschland kommen bei Beschäftigten im Vergleich wesentlich mehr krankheitsbedingte Fehltage zusammen. Mit 22,3 Tagen lag der bundesweite Durchschnitt deutlich über dem Wert aus Baden-Württemberg. Laut BKK-Auswertung verzeichnete das Bundesland Mecklenburg-Vorpommern mit 29,1 Fehltagen pro Kopf den höchsten Wert.

„Im Vergleich zum Vorjahr stieg die Zahl der Krankheitstage in Baden-Württemberg geringfügig an, von 18,5 auf 18,7 Tage. Bundesweit sank sie minimal von 22,4 auf 22,3 Tage“, heißt es seitens des BKK Landesverbands Süd.

Erkältung und Grippe häufigste Gründe für Krankmeldung

Doch warum meldeten sich Beschäftigte im Jahr 2024 krank? Von den 18,7 AU-Tagen in Baden-Württemberg gehen laut BKK-Auswertung die meisten Fehltage mit 4,1 auf Atemwegserkrankungen wie Erkältung, Grippe und grippaler Infekt zurück. Auf Platz zwei der meisten Fehltage folgen Muskel-Skelett-Erkrankungen mit 3,6 AU-Tagen, gefolgt von den psychischen Störungen mit 3,0 AU-Tagen. „Diese drei Erkrankungen zählten auch im Jahr 2023 zu den häufigsten Erkrankungen“, heißt es seitens des BKK Landesverbandes Süd.

Und der BKK Landesverband macht in seiner Auswertung eine weitere Beobachtung: „Im Zeitverlauf der Erkrankungen fällt auf, dass die Fehltage aufgrund von psychischen Störungen in Baden-Württemberg seit dem Jahr 2017 jährlich kontinuierlich zunehmen“, heißt es. „Waren die psychischen Störungen im Jahr 2017 für 2,2 AU-Tage verantwortlich, waren es im Jahr 2024 schon 3,0 AU-Tage.“

Hintergrund der Statistik

Die krankheitsbedingten Fehltage beziehen sich auf den Wohnort der beschäftigten BKK-Mitglieder. In die Auswertung einbezogen werden beschäftigte Mitglieder einer Betriebskrankenkasse. Die AU-Daten gelten somit pro beschäftigtes Mitglied einer Betriebskrankenkasse.

Der Krankenstand ergibt sich aus dem prozentualen Anteil der arbeitsunfähig geschriebenen BKK Mitglieder je Kalendertag. Dieser berechnet sich für den betrachteten Zeitraum (2024) in Baden-Württemberg laut BKK wie folgt: 18,7 Krankheitstage gemessen an 366 Kalendertagen ergeben einen Krankenstand von 5,1 Prozent.

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