Café Stöckle in Stuttgart
: Große Weine in Stuttgart: Barolo von den teuersten Böden Italiens

Ein Hektar Rebfläche im Piemont kostet bis zu vier Millionen Euro. Bei der Weinprobe im Café Stöckle spricht Winzer Enzo Boglietti über Böden, Geduld und den Genuss der Langsamkeit.
Von
Uwe Bogen
Stuttgart
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Der Unternehmer Wolfgang Kuhn (links) und Winzer Enzo Boglietti.

ubo

Wenn Enzo Boglietti über seine Weine spricht, dann erzählt er keine großspurigen Marketinggeschichten mit lauter Ausrufezeichen am Satzende – er erzählt von Böden, von Jahren, von Geduld, vom Genuss der Langsamkeit. Bei der Weinprobe des renommierten Winzers aus dem piemontesischen La Morra wird rasch klar: Hier steht ein Mann, der den Barolo nicht nur produziert, sondern lebt.

Eingeladen zu dem Abend im Café Stöckle im Stuttgarter Westen hat Wolfgang Kuhn, der frühere Chef der Südwestbank und heutige Unternehmensberater. Serviert werden den Gästen, darunter Persönlichkeiten aus Wirtschaft und Kultur, Maultaschen und Kartoffelsalat – eine bewusst bodenständige Begleitung zu großen Weinen aus dem Piemont.

Wolfgang Kuhn begrüßt seine Gäste.

Foto: ubo

Wolfgang Kuhn ist ein Piemont -Fan

Kuhn verbindet seit 27 Jahren eine enge Beziehung zu dieser Region. In dieser Zeit hat er zahlreiche Weingüter besucht und verkostet. Sein Fazit ist eindeutig: Die besten Weine stammen für ihn von Enzo Boglietti, mit dem ihn inzwischen eine persönliche Freundschaft verbindet.

In entspannter Atmosphäre stellt Boglietti vor Kuhns Netzwerk eine Auswahl seiner besten Weine vor und erläutert ruhig und präzise seine Philosophie. Im Mittelpunkt stehen die Barolo-Weine, deren Unterschiede Boglietti anhand von Lagen, Bodenbeschaffenheit und Mikroklima erklärt. Dabei wird deutlich, wie stark sich Herkunft und Jahrgang im Glas widerspiegeln: mal kraftvoll und strukturiert, mal elegant und fein, stets ausgewogen und von klarer Handschrift geprägt.

Weinbau im Piemont: Ein Hektar mit Spitzenpreis

Zwischen den Gängen vermittelt Wolfgang Kuhn wirtschaftliche Hintergründe des Weinbaus im Piemont. Ein Hektar Rebfläche könne dort – abhängig von Lage und Ruf – bis zu vier Millionen Euro kosten, erfahren die Gäste. Eine Zahl, die eindrucksvoll verdeutlicht, unter welchem wirtschaftlichen Druck Spitzenwinzer arbeiten und wie wertvoll die besten Lagen geworden sind.

Boglietti selbst setzt auf eine traditionelle, zurückhaltende Arbeitsweise: lange Reifezeiten, Ausbau in großen Holzfässern und ein bewusster Verzicht auf Effekthascherei. Seine Weine sollen Zeit haben, sich zu entwickeln – und genau diese Haltung kann man diesem Abend spüren. Große Weine erzählen oft leise Geschichten.

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