Cannstatter Volksfest 2025: Sind die Schweine dabei, wo steht man gut? – Infos zum Volksfestumzug

Viele Trachten, historische Wagen und sogar eine Schweineherde – das ist der Cannstatter Volksfestumzug (Archivbilder).
Volksfestverein/Thomas Niedermüller/IMAGO / Oliver WillikonskyWenn sich auf dem Cannstatter Wasen die Riesenräder drehen, der Fassanstich vollzogen ist und in den Bierzelten auf die Gemütlichkeit und alles andere angestoßen wird, dann zieht am Sonntagvormittag die Tradition durch Bad Cannstatt: Am ersten Wasensonntag ist Volksfestumzug. Was man dazu wissen muss.
Wann findet der Umzug statt?
Der erste Wasensonntag ist in diesem Jahr der 28. September. Beginn ist 11 Uhr, die Gruppen sortieren sich am Kursaal und ziehen von dort durch die engen Gassen der historischen Cannstatter Altstadt bis zum Wasengelände.
Wer ist dabei?
Musik, Trachten, Tiere und liebevoll geschmückte Festwagen – dass der Umzug so schön anzusehen ist, dafür sorgen die 105 Gruppen und bis zu 4000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die mitlaufen. Darunter sind „Local Heroes“ wie die Trachtengruppe des Cannstatter Kübelesmarkts oder der Leinfelden-Echterdinger Bartclub „Belle Moustache“, aber auch Gruppen, die eine längere Anfahrt auf sich nehmen: die Konstanzer Fahnenschwinger zum Beispiel oder Schweizer und Elsässische Trachtengruppen. Und natürlich fahren auch die Festwirte und -wirtinnen in ihren Kutschen mit.
Wie verläuft die Strecke?
Nach der Aufstellung am Kursaal geht es über die König-Karl-Straße in die Liebenzeller Straße, danach durch die Wilhelm- und Brunnenstraße in die Cannstatter Altstadt. Vorbei am Rathaus marschieren die Gruppen durch die Marktstraße zum Wilhelmsplatz, dann durch die Seelbergstraße zum Cannstatter Carré und zuletzt über die Daimlerstraße auf den Wasen.

Der Verlauf des Volksfestumzugs.
Foto: StZN/LangeWas gibt es beim Volksfestumzug zu sehen?
Farbenfroh und mit Liebe zum historischen Detail – der Volksfestumzug ist wirklich was fürs Auge. Es gibt jede Menge bunte, traditionelle Trachten aus allen Ecken des Landes und darüber hinaus zu sehen – von der Alb, aus dem Schwarzwald, dem Kraichgau oder Hohenlohe. Über 40 schön gestaltete Festwagen rollen durch Bad Cannstatt – gezogen von mehr als 150 Pferden, Ochsen und Kühen. Selbst eine Herde Schwäbisch-Hällischer Landschweine wird durch die Gassen getrieben. Vergangenes Jahr durften die nicht kommen, weil die Schweinepest grassierte. Jetzt sind sie wieder dabei.
Was sind in diesem Jahr die Highlights, die man nicht verpassen sollte?
Hopp Schwyz! Ein ganzer Themenblock ist in diesem Jahr den Eidgenossen gewidmet. Mit dabei sind Schweizer Gruppen wie die Grenadiermusik Zürich oder die Basler Kellerwäntelezunft, die mit ihren historischen Trommeln und Piccoloflöten weithin zu hören sind. Ein weiterer Themenblock widmet sich dem Bier und dem Brauen.
Die Narrenzunft Kübelesmarkt Bad Cannstatt hat in diesem Jahr ihren Hundertsten und hat einen speziellen Auftritt beim Umzug geplant.
Immer sehenswert sind die aufwendig rekonstruierten Festwagen von 1841, die zum 200-Jahr-Volksfestjubiläum 2018 erstmals auf die Straße gebracht wurden. In vielen tausend Stunden akribischer Arbeit wurden sie bis ins kleinste Detail den historischen Vorbildern nachempfunden. Beim Umzug sind sie wieder mit dabei: darunter der Fruchtsäulenwagen, das „Baby“ der Cannstatter Kübler, oder der Heuwagen aus Göppingen. Auf dem Metzgerfestwagen aus Walldürn wird wieder live gewurstet.
Wie viele Besucherinnen und Besucher werden zum Umzug erwartet?
Bad Cannstatt bereitet sich auf 200.000 Menschen vor – wenn das Wetter nach dem krassen Temperatursturz diese Woche am ersten Volksfestwochenende hoffentlich wieder mitspielt.

Fallback Image STZ
Stuttgarter ZeitungFreier Blick auf den Umzug – wo sieht man am besten?
In der Marktstraße ist es zwar besonders urig, aber die Leute stehen dicht an dicht. Auch am Wilhelmsplatz kann es richtig voll sein, entspannter steht man woanders. Wer die Gruppen direkt nach der Aufstellung sehen will, wenn jeder Hut und jede Schürze noch perfekt sitzt, stellt sich zum Beispiel an die König-Karl-Straße, wo der Umzug ganz zu Beginn entlangführt. Auch in der Wilhelmstraße geht es nicht so eng zu. Ist der Umzug aus der Altstadt draußen, sind auch Seelberg- und Daimlerstraße gute Blickpunkte.
Vor dem Cannstatter Rathaus wird es eine Tribüne mit allerbester Sicht geben – diese Plätze sind allerdings schon ausverkauft.
Wird der Volksfestumzug im Fernsehen übertragen?
Ja. Wer nachgucken will: Das SWR-Fernsehen überträgt den Festzug zeitversetzt von 15 bis 17 Uhr. Moderieren werden Wulf Wager und SWR-Reporterin Kristin Haub. Der Brauchtumsexperte Wager ist seit Mai auch der Vorsitzende des Volksfestvereins. Er folgt auf Robert Kauderer, der drei Jahrzehnte an der Spitze des Vereins stand. Der 90-Jährige ist jetzt Ehrenvorsitzender.
Wie viel kostet der Umzug – und wer zahlt’s?
120.000 Euro kostet der Volksfestumzug insgesamt. Davon übernimmt 66.000 Euro die in.Stuttgart, die auch das Volksfest veranstaltet. Den Rest muss der Volksfestverein aufbringen – in diesem Jahr mit dem Verkauf von Lebkuchenherzen mit schwarz-gelbem Zuckerguss in den Stadtfarben für fünf Euro am Rande des Umzugs. Wer ein Herz hat für den Volksfestumzug, kauft also ein Herz.
