Cannstatter Volksfest: Der Cannstatter Wasen wird zur Sperrzone für E-Scooter

Während des Volksfest können E-Scooter nicht auf dem Wasen und auch nicht rund um das Festgelände abgestellt werden.
Sebastian SteegmüllerIn Stuttgart können E-Scooter von vier verschiedenen Anbietern ausgeliehen werden. Auf den Cannstatter Wasen sollten Besucher des Volksfests jedoch mit keinem der Roller fahren. Egal ob Bolt, Dott, Lime oder Voi – von Freitag, 26. September, bis einschließlich Sonntag, 12. Oktober, wird das Festgelände und auch angrenzende Gebiete für die wendigen Flitzer einmal mehr zur Sperrzone. Die Abgabe der E-Scooter ist in Bereichen, in denen mit Besucherströmen zu rechnen ist, aus Sicherheitsgründen nicht möglich.
Und dennoch stellen die Mietroller eine Alternative zu Bus und Bahn sowie dem Auto dar. In Absprache mit der Stadt Stuttgart werden vier Abstellflächen in Wasen-Nähe angeboten. Diese befinden sich in der Benzstraße (wenige Meter von der Mercedesstraße entfernt), in der Schönestraße (Ecke König-Karl-Straße) sowie in der Eisenbahnstraße und der Frösnerstraße am Bahnhof Bad Cannstatt. „Wir wollen ein geordnetes Bild abgeben“, sagt Lime-Sprecherin Rania Bouaouina. Daher würden Mitarbeiter aller E-Scooter-Anbieter nicht nur dort im Einsatz sein, sondern rund um das Festgelände auch zu Fuß patrouillieren. Ihr Ziel: Die Nutzer von Leihrollern zu informieren und zu lotsen.
Es ist kaum möglich, unwissentlich zu Fahrgeschäften und Bierzelten abzubiegen. Das sogenannte Geofencing ist wie ein unsichtbarer Zaun. Es nutzt GPS, um die Sperrzone rund um den Wasen zu definieren. Sobald man sich dem Festgelände mit dem Mietroller zu sehr nähert, erscheint in der App ein rotes Parkverbotssymbol mit einem entsprechenden Warnhinweis. Darüber hinaus kann die Leihe erst beendet werden, wenn die Sperrzone wieder verlassen oder eine der vier ausgewiesenen Sonderparkflächen aufgesucht wird.
Mehr Personal beim VfB-Heimspiel
Die Abstellbereiche werden während der Öffnungszeiten und noch einige Zeit nach Veranstaltungsende betreut. Außerdem werde dafür gesorgt, dass an den vier Stationen genügend Fahrzeuge zur Verfügung stehen, so Rania Bouaouina. Beim Heimspiel des VfB Stuttgart gegen Heidenheim am Sonntag, 5. Oktober, ist zusätzliches Personal am Start. „Für die Besucherinnen und Besucher des Fußballspiels gibt es die Möglichkeit, die E-Scooter vor dem Stadion abzumelden. Dies trägt dazu bei, dass die Sonderparkflächen nicht durch die Fußballfans frequentiert werden“, so die Lime-Sprecherin.
Die meisten Nutzer fahren zwar mit dem Mietroller zum Wasen, nutzen für den Rückweg aber andere Verkehrsmittel. Im Fall von Lime hätten sich die Fahrten ab dem Cannstatter Bahnhof in der Volksfestzeit dennoch immerhin verdoppelt, sagt Rania Bouaouina. Zahlen will die Unternehmenssprecherin allerdings nicht nennen. Es ist aber dringend davon abzuraten, sich nach einem ausgelassenen Abend im Bierzelt betrunken hinter den Lenker zu stellen. Es gelten die gleichen Promillegrenzen wie für Autofahrer. Wird man von der Polizei erwischt, droht der Führerscheinentzug. Verursacht man einen Unfall erlischt unter Umständen der Versicherungsschutz.

Betrunken sollte man sich keinen E-Scooter mieten.
Foto: dpaUm Nutzer für die Risiken von Alkohol im Straßenverkehr zu sensibilisieren, werde zwischen 22 Uhr und 5 Uhr „in der App ein Reaktionstest aktiviert“, sagt Rania Bouaouina. Je nach Anbieter unterscheiden sich die Simulationen. „Wer nicht besteht, kann kein Fahrzeug mieten.“ Im vergangenen Jahr hätten 11.874 Lime-Nutzer den Test gemacht – knapp 98 Prozent erfolgreich. Bei 16 Personen – circa 0,13 Prozent – wurde der Account für zwei Stunden gesperrt, da sie den Test dreimal nicht bestanden haben. Die restlichen 2,2 Prozent, die beim ersten Versuch an der Hürde scheiterten, haben es nicht erneut versucht. Dies deutet möglicherweise auf ein Umdenken hin.
