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: Warum Jüdinnen kein Dirndl tragen durften

Kurzer Polyester-Rock, geschnürte Taille, farbenfrohe Musterungen und ein großzügiges Dekolleté: Das moderne „sexy“ Dirndl hat wenig mit baden-württembergischem Brauchtum zu tun – die Ursprünge findet man im Nationalsozialismus.
Von
Carina Kriebernig
Stuttgart
  • Über Geschmack lässt sich streiten.

    Lichtgut
  • Der klassische Dirndlschnitt, den man heute saisonal als Polyester-Massenware beim Discounter findet, wurde von der Innsbruckerin Gertrud Pesendorfer entworfen.

    Lichtgut/Max Kovalenko
  • Sie leitete bis 1945 die „Mittelstelle Deutsche Tracht“ und sollte für die Nationalsozialisten einen neuen Volks-Look kreieren.

    Lichtgut/Max Kovalenko
  • Dass jedes Tal im Deutschen Reich eine eigenen Tracht hatte, gefiel der Reichsbeauftragten für Trachtenarbeit nicht, ...

    Lichtgut/Max Kovalenko
  • ...die modischen Unterschiede sollten keine Rolle mehr spielen, Brauchtum und die Tradition sollten für das ganze Reich gelten ...

    Lichtgut/Julian Rettig
  • ... und auch den „gesunden Volkskörper“ hervorheben.

    Lichtgut/Max Kovalenko
  • Ihre „Neue Deutsche Bauerntracht“ sei ein Mittel, sich gegenüber Fremden abzugrenzen, wie Pesendorfer in ihrem gleichnamigen Werk schrieb.

    dpa
  • Während jüdische Mitbürger vor der Machtergreifung noch Trachten trugen und es in den 1920er-Jahren sogar zu einem großen Hype um die alpenländische Mode kam, wurde Jüdinnen das Dirndltragen schon bald verboten.

    Lichtgut/Max Kovalenko
  • Pesendorfer modernisierte und erotisierte das Dirndl – und griff mit ihrem Neudesign die katholische Kirche an.

    Lichtgut/Max Kovalenko
  • Sie schnitt die ehemals züchtigen Ärmel kurz, hob den Rockansatz und schnürte die Taille.

    Lichtgut/Max Kovalenko
  • Modernisierung passte perfekt zur nationalsozialistischen Blut-und-Boden-Ideologie.

    Lichtgut/Max Kovalenko
  • Auch die bis heute beliebten knappen Rüschenblusen mit dem weiten Halsausschnitt gehen auf ihr Konto.

    Lichtgut/Max Kovalenko
  • Pesendorfer wollte damit „die volkswahre Gestalt der Tracht zu neuer Blüte bringen“ und die „Überwucherung durch fremde Gewächse“ abtragen.

    Lichtgut/Max Kovalenko
  • Mit schmaler Taille, einfachem Rock, kniekurzer Schürze und dem großzügigen Ausschnitt sind die modernen Dirndln der Gegenentwurf zu regionalen Trachten aus dem alpenländischen Gebiet.

    dpa
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