Comedian zu Eklat in Stuttgart
: Aurel Mertz über Merz-Schule: Rassismus wird dort „kultiviert“

Der Moderator, Influencer und Podcaster holt zum Rundumschlag gegen seine ehemalige Schule in Stuttgart aus. Rassismus habe dort eine lange Tradition, so der Vorwurf.
Von
Michael Bosch
Stuttgart
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#pop #konzert #show *Aurel Mertz* ist Dienstag und Mittwoch bei zwei unterschiedlichen Veranstaltungen in Stuttgart zu Gast. Wir treffen ihn dazwischen und reden mit ihm über Brezeln, Katzen, Männer und Stuttgart

Aurel Mertz hat im vergangenen Jahr den Kleinkunstpreis in Baden-Württemberg gewonnen. Er äußert sich häufiger zu gesellschaftlichen Themen.

Lichtgut/Leif Piechowski
  • Aurel Mertz kritisiert seine frühere Merz-Schule in Stuttgart – Rassismus habe Tradition.
  • Er berichtet von eigenen Erlebnissen, dem N-Wort und rassistischen Kommentaren in der Abi-Zeitung.
  • Auslöser war ein Sommerfest, bei dem Schüler „Ausländer raus“ skandierten.
  • Mertz wirft der Schule vor, Privilegien nicht zu thematisieren und Rassismus zu „kultivieren“.
  • Schulleiter Frederik Merz räumt Vorfälle ein und betont: Die Schule stehe für Vielfalt und Respekt.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Der Stuttgarter Comedian Aurel Mertz hat sich zum Rasissmus-Vorfall an der Merz-Schule geäußert. Den Komiker, Moderator und Podcaster überrascht das alles offenbar nicht. „Zum Kotzen, 20 Jahre später zu sehen, dass sich da nichts geändert hat, und noch mehr zum Kotzen finde ich, dass man sich jetzt hinstellt und so tut, als hätte man davon nichts gewusst“, sagt Mertz.

Er sei selbst auf der Schule gewesen, allerdings nur dank eines Stipendiums, erzählt er in einem Beitrag auf Social Media. „Wir hätten uns diese Privatschule überhaupt nicht leisten können“, so der 37-Jährige. Er wuchs als Sohn eines Grafikers und einer Künstlerin in Stuttgart auf, seine Eltern sollen sich ebenfalls auf der Privatschule kennengelernt haben. Sein Großvater väterlicherseits stammt aus Ghana.

Rassismus: Es geht um „optische Merkmale, um soziale Merkmale“

„Ich habe alle rassistischen Erfahrungen, die ich in meiner Jugend gemacht habe, mit Schülern dieser Schule oder auf dieser Schule gemacht“, sagte Mertz. Seine Mitschüler seien „alles wahnsinnig reiche Kinder“ gewesen. Auch seine damalige Freundin hätte Rassismus erfahren - unter anderem hätten sich in der Abi-Zeitung rassistische Kommentare gefunden. Er selbst sei auch mit dem „N-Wort“ belegt worden.

Rassismus werde auf der Merz Schule „kultiviert“, sagte der Komiker und Moderator, der inzwischen in Berlin lebt. Das Problem kommt aus seiner Sicht daher, dass die Schülerinnen und Schüler „einer Elite angehören, dass die Eltern sehr sehr einflussreich sind“. „Oftmals geht es bei dem Rassismus auf dieser Schule auch um optische Merkmale, um soziale Merkmale“, so Mertz.

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Schulleiter reagiert auf Posting

Bei einem Sommerfest hatte eine Gruppe von Schülern beim Lied „L'Amour toujours“ von Gigi D'Agostino die rassistische Parole „Deutschland, den Deutschen, Ausländer raus“ skandiert. Ein ehemaliger Schüler wurde des Festes verwiesen. Schulleiter Frederik Merz räumte die Vorfälle ein, erklärte jedoch, dass diese zur Schule überhaupt nicht passten.

Merz Schule: Diskussion an der Merz Schule, auf dem Sommerfest der Schule wurde das Lied l´ amour toujour gespielt. Es wurden ausländerfeindliche Parolen gesungen.

Aauf dem Sommerfest der Schule wurde das Lied „l´ amour toujour“ gespielt. Es wurden ausländerfeindliche Parolen gesungen.

Lichtgut/Leif Piechowski

Das greife viel zu kurz, hält Aurel Mertz nun dagegen. Rassismus habe auf seiner ehemaligen Schule „eine lange Tradition“. Wenn man es als Schule nicht schaffe, „den Kindern ihr Privileg zu erklären, dass sie in Wohlstand geboren sind, dann wird sich nie was ändern“, holte der Influencer und Comedian zum Rundumschlag aus. „Dann seid ihr als Schule nicht nur Nebensteher dieses Rassismus, zu diesen volksverhetzenden Aussagen, dann seid ihr wirklich Fahrer des Busses.“

Unter dem Posting auf Instagram meldeten sich andere ehemalige Schüler, die Mertz' Sichtweise bestätigten. Laut dem Schulleiter der Privatschule habe man die Vorfälle aufgearbeitet, es seien auch Gespräche mit Schülerinnen und Schülern geführt worden.

Frederik Merz kommentierte das Posting ebenfalls. „Für vieles aus der Vergangenheit trage ich keine persönliche Verantwortung. Für die Zukunft aber sehr wohl“, schrieb der Schulleiter. „Dieser Verantwortung werde ich mich stellen. Die Merz-Schule versteht sich als ein Ort der Vielfalt, des Respekts und der gegenseitigen Verantwortung.“