CSD-Gottesdienst in Stuttgart
: Knallbuntes Zusammentreffen unter dem Kreuz

Er gehört zum CSD inzwischen dazu wie die Demo am Samstag: der ökumenischer Gottesdienst in der Leonhardskirche. Am Mittwochabend wurde sie in Regenbogenfarben getaucht.
Von
Jan Sellner
Stuttgart
Knallbunter CSD-Gottesdienst in der Leonhardskirche

Bunter CSD-Gottesdienst in der Leonhardskirche: vor dem Altar sind Fahnen der LGBTQ-Community ausgebreitet.

Jan Sellner
  • Ökumenischer CSD-Gottesdienst in der Stuttgarter Leonhardskirche mit Regenbogenfahnen.
  • Besucher bildeten einen „Leben-Lieben-Teppich“ vor dem Altar – Symbol für Vielfalt.
  • Zentrales Motiv ist das „Wir“ nach dem CSD-Motto „Ohne uns kein Wir“.
  • Szenisches Spiel zum „Leib Christi“ zeigt Einheit aus vielen Teilen; ohne uns kein Wir.
  • Aufruf zu queerfreundlichen Rechten: „Ohne Vielfalt kein Wir“ und Präsenz bei der CSD-Demo.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Gottesdienst mal anders, mal ganz bunt. Und bunt ist noch untertrieben. Die Leonhardskirche ist am Mittwochabend mit knallbunten Fahnen geschmückt. Regenbogenfahnen und andere Fahnen aus der LGBTQ-Community. Anfangs hängen sie im Kirchenraum. Am Ende liegen sie ausgebreitet vor dem Altar. Zuvor hat Pfarrer Axel Schwaigert hat die rund 100 Gottesdienstbesucher aufgefordert, aktiv zu werden, die aufgehängten Fahnen abzunehmen und damit einen „Leben-Lieben-Teppich“ zu bilden. Das Ergebnis ist ein großer farbenfroher Flickenteppich, der für Vielfalt steht. Auch für die Vielfalt der Schöpfung.

Das bunte Zusammentreffen unter dem Kreuz hat schon Tradition. Es ist fester Bestandteil der CSD-Woche in Stuttgart. Ausgerichtet wird dieser ökumenische Gottesdienst von der evangelischen Leonhardsgemeinde, der benachbarten Alt-Katholischen Gemeinde St. Katharina, von der „Salz der Erde MCC Gemeinde“ der Katholischen Kirche und der queersensiblen Pastoral der Diözese Rottenburg-Stuttgart. Zentrales Thema ist das „Wir“ – ganz im Sinne des diesjährigen CSD-Mottos „Ohne uns kein Wir“.

Darum geht es auch in dem Impuls von Benedikt Jetter, dem Pfarrer der Leonhardskirche. Er schlüpft in die Rolle des biblischen Paulus und spricht über den „Leib Christi“, angelehnt an eine Bibelstelle aus dem 1. Korintherbrief, die davon handelt, dass der Körper eine Einheit ist, die aus vielen Einzelteilen besteht. Das Gleiche gilt für die Gemeinde. Seine Mitstreiter in diesem szenischen Spiel verkörpern jeweils Hand, Mund, Lippe, Auge und Ohr und gelangen schließlich zu der Erkenntnis: „Ohne uns kein Wir.“  So wertvoll jedes Körperteil für sich genommen auch ist.

Welche Anliegen sich damit verbinden, formulierte sehr konkret und mit Nachdruck Hans-Martin Trichtinger, Vorsitzender des Kirchengemeinderats der Leonhardskirche: „Unterschiedliche Lebensformen sind bereichernd. Das sollte selbstverständlich sein, ist es aber leider nicht mehr. Hart erkämpfte Rechte scheinen heute wieder zur Disposition zu stehen.“ Trichtinger ruft dazu auf, sich für queere Rechte stark zu machen. In Abwandlung des CSD-Mottos betont er: „Ohne Vielfalt kein Wir."

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CSD-Gottesdienst in der Leonhardskirche

Farbenfroh: der CSD-Gottesdienst in der Leonhardskirche .

Jan Sellner

Es ist ein Gottesdienst der Bilder, auch der Sprachbilder: „Ohne Unterschiede wäre die Welt nicht vollständig“, betonen Teilnehmer. Im Gebet wird der „Gott der Akzeptanz, der Hoffnung, des Friedens und des tiefen Respekts“ angerufen. In Fürbitten wird der Wunsch nach Aufmerksamkeit und Gehörtwerden zum Ausdruck gebracht. Die Aktiven sind sich einig:  „Wir kommen nur gemeinsam voran.“ Das wollen sie auch bei der CSD-Demo an diesem Samstag beherzigen, bei der die Kirchen ebenfalls vertreten sein werden. Und auch dort wird nochmals ein „Wir“-Gottesdienst gefeiert – am Samstag um 11 Uhr in der Johanneskirche am Feuersee.