Djamila und Wolfgang Fierek in Böblingen: Die nackten Frauen blieben daheim

Die Künstlerin Djamila Fierek und ihr Mann,der Schauspieler Wolfgang Fierek.
Klaus SattlerBöblingen - Seit 26 Jahren, sagt der Schauspieler und Sänger Wolfgang Fierek („Resi, i hol’ di mit mei’m Traktor ab“), ist er immer dort, wo seine Frau Djamila ist. Früher fuhr sie mit, wenn er auswärts drehte, buchte in den Hotels nah am Set ein zweites Zimmer, um dort zu malen, wenn der Mann gearbeitet hat. Heute steht der 66-Jährige, einst ein Kinostar in Filmen von Klaus Lemke, nicht mehr so oft vor der Kamera – da hat er Zeit, um der „Mann an ihrer Seite“ zu sein. Denn so rum funktioniert die Liebe auch.
Vor allem mit Pop-Art-Bildern hat die Künstlerin Djamila Fierek Erfolg. Die Nachfrage sei so groß, sagt die 51-jährige Münchnerin, dass sie gerade täglich zwölf Stunden im Atelier stehe. Einige dieser knallbunten Werke stellt sie bis Sommer in der Böblinger Galerie von Meinlschmidt Raumkonzepte aus – und zeigt aber auch, was ihr noch mehr am Herzen liegt. Dies sind großflächige Arbeiten mit Schwarz- und Grautönen, von denen mit dick aufgetragenen Farben eine besondere Kraft ausgeht – als Kontrast zu ihrer bunten Pop-Welt.
Inhaber Walter Meinlschmidt, der bei der Vernissage mit der jungen Band Rikas einen Volltreffer auch bei älteren Gästen landet, verzichtet auf einen weiteren künstlerischen Teil von Djamila Fierek. Ihre erotischen Arbeiten fehlen. „Aus der Fantasie“, erklärt die in Wiesbaden geborene Künstlerin, male sie nackte Frauen – ohne Models, oft in provozierenden Posen. Die Bilder mit den nackten Frauen blieben bei den Katzen daheim. Einen nackten Mann hat sie noch nie gemalt.
Mit „Resi“ war er oft in Stuttgart
Ihr eigener Mann, den sie bei einer indianischen Zeremonie geheiratet hat, erzählt von der „schönen Zeit“ in Stuttgart: In den 1980ern war er oft hier – bei Intercord, seiner Plattenfirma für die „Resi“. Mit dem Motorradfahren hat er nach seinem schweren Unfall nicht aufgehört. Fierek, ein bayerisches Original, sagt, dass es ihn „oft gebeutelt“ hat. Wichtig sei es, Optimismus und Lebensfreude nicht zu verlieren. Die Geschichte, wie er seine Frau 1991 kennengelernt hat, ist fast zu schön, um wahr zu sein.
In einem Wiesbadener Hotel, in dem er abgestiegen war, stellte die Künstlerin aus. Als er sie sah, schlug es bei ihm „voll“ ein. Was er tun müsse, damit sie mit ihm frühstücke, fragte er. „Ein Bild von mir kaufen“, antwortete sie. Fierek hat die gesamte Ausstellung aufgekauft – und es bis heute nicht bereut.