Edeka übernimmt Tegut-Kette: Das passiert mit den Tegut-Filialen in Stuttgart

Supermarkt im Milaneo: Auch Tegut-Filialen in Stuttgart darf Edeka übernehmen und neu gestalten.
IMAGO/Arnulf Hettrich- Kartellamt gibt Edeka die Übernahme von 178 Tegut-Filialen frei – Stuttgart ist betroffen.
- In Stuttgart übernimmt Edeka alle fünf Standorte, darunter Milaneo und Königsbau-Passagen.
- Degerloch wird zu Edeka umgestaltet, Stuttgart-Süd und Feuerbach gehen an Netto.
- Edeka verzichtet vier Jahre auf 24 ursprünglich geplante Standorte, um Wettbewerb zu sichern.
- Zum Paket zählen auch Logistik in Hünfeld-Michelsrombach, Bäckerei Herzberger und 41 „Teo“-Märkte.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Das Bundeskartellamt hat grünes Licht für Edeka gegeben: Der Lebensmittelhändler darf 178 Filialen der Supermarktkette Tegut übernehmen. Das teilte die Wettbewerbsbehörde am Montag mit. Von der Entscheidung sind auch mehrere Märkte in Stuttgart betroffen. Ursprünglich wollte Edeka 202 der rund 300 Filialen erwerben und unter neuer Marke weiterbetreiben.
Die Wettbewerbshüter hatten jedoch Bedenken geäußert. Sie befürchteten, dass der Marktanteil von Edeka in einigen Regionen zu hoch sein und dadurch ein wirksamer Wettbewerb behindert werden könnte. Deshalb wurde die Zahl der Filialen vorübergehend reduziert.
Edeka verpflichtete sich deshalb, 24 der vorgesehenen 202 Tegut-Standorte für einen Zeitraum von vier Jahren nicht zu erwerben. „Damit verhindern wir, dass es in den betroffenen Regionen durch die Übernahme zu Verschlechterungen für die Verbraucherinnen und Verbraucher kommt“, sagte Kartellamtspräsident Andreas Mundt.
Alle Filialen in Stuttgart werden umgestaltet
Nach der Entscheidung des Kartellamts darf Edeka in Stuttgart alle fünf Filialen übernehmen. Das teilte eine Konzernsprecherin auf Anfrage unserer Redaktion mit. Dazu gehören unter anderem die beiden Märkte im Einkaufszentrum Milaneo und in den Königsbau-Passagen. Beide werden von Edeka Südwest übernommen. Auch der Markt in der Epplestraße in Degerloch wird zu einem Edeka umgestaltet.
Die beiden Filialen in Stuttgart-Süd und Feuerbach hingegen übernimmt das Tochterunternehmen Netto. Der Discounter zieht in den Markt in der Heusteigstraße in Stuttgart-Süd ein. Und auch die Tegut-Filiale in der Alarichstraße in Feuerbach bekommt einen Neuanstrich mit Netto-Logo.
Die Schweizer Migros-Genossenschaft Zürich hatte im März das endgültige Aus der Supermarktkette verkündet, die sich in Deutschland als Bio-Pionier einen Namen gemacht hatte. Der Konzern hatte mit Tegut rote Zahlen geschrieben und sich daraufhin entschlossen, sich mit der Kette vom deutschen Markt zurückzuziehen.
Der Edeka-Verbund begrüßt die Freigabe des Kartellamts. „Das ist eine gute Nachricht für die Beschäftigten und die Menschen in den betroffenen Regionen“, teilt die Sprecherin unserer Redaktion mit. Damit erhielten rund 3.700 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eine klare Zukunftsperspektive. Zugleich bedauerte das Unternehmen, dass man „auf eine erhebliche Zahl von Standorten verzichten“ müsse.
Die meisten Tegut-Filialen befinden sich in Hessen, Bayern und Thüringen. Zum Edeka-Übernahmepaket gehören auch das Tegut-Logistikzentrum in Hünfeld-Michelsrombach, die Bäckerei Herzberger sowie die 41 personallosen „Teo“-Minimärkte. Auch andere deutsche Handelsketten wie Rewe wollen ihr Filialnetz um Tegut-Märkte erweitern. Die Smart-Store-Kette Tante Enso erhielt im Juni bereits die Freigabe für 36 Supermärkte. Auch die Rewe-Gruppe möchte bis zu 40 Filialen übernehmen. Die Entscheidung steht noch aus.
Mit Material von dpa

