Eiswelt auf der Stuttgarter Waldau
: Disco auf Kufen

Bei „Music-Deluxe“ wird immer wieder freitags in der Eiswelt auf der Waldau zu gepflegten Elektrobeats in bester Stimmung Eis gelaufen.
Von
Petra Mostbacher-Dix
Stuttgart
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  • Disco auf Kufen: freitags auf der Waldau.

    Lichtgut//Ferdinando Iannone
  • Groß ist der Andrang am Eingang - vor allem viele Teenager kommen auf die Waldau.

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  • Vor dem Eislaufen geht es erst einmal in die Umkleidekabine.

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  • Auf dem Eis herrscht reger Betrieb.

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  • Auch die Eiskönigin darf nicht fehlen.

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  • Und kann sich dann zum Lieblingssong in den Scheinwerfern präsentieren.

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  • Aber auch wer sich nicht aufs Eis traut, kann die Stimmung an der Bande genießen.

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Die Menschenschlange am Eingang ist lang. Viele Teenager, aber auch Familien mit Kindern und einige aus der Babyboomergeneration stehen an, um sich Schlittschuhe auszuleihen. Ist doch in der Eiswelt auf der Waldau Music-Deluxe angesagt, wie stets freitags ab 20.15 Uhr. Und während am Mittwoch beim Music-Shop abends Hits der 80er, 90er und – wie bei der Eis-Disco am Sonntag – aktuelle Charts laufen, geht es bei Deluxe um gepflegte Elektrobeats vom DJ.

Zu Farblicht und zur Saison passender weihnachtlicher Dekoration: Goldene und rote Weihnachtssterne glitzern drinnen in der Halle, Strahler und Drehleuchten tauchen das Eis in ein buntes Meer aus wechselnden Farben und Mustern. Neben dem DJ-Pult glimmen die Kugeln eines Weihnachtsbaumes. Oliver Krohmer alias DJ Oli K hat alle Hebel, Rädchen und Knöpfe fest im Griff, lässt die Beats ineinander und übereinander fließen, Rock, Pop und anderes in Elektromusic-Version aus den Boxen schallen. „Nach Weihnachten muss man die Leute erst mal in Schwung bringen, dann läuft es meist.“ Auch auf der Waldau ist man mit der Saison bisher durchaus zufrieden.

Sprünge, Drehungen und Discofox

Die Musik von Oli K jedenfalls kommt gut bei den Eislaufenden an. Die einen gleiten im Rhythmus, andere wagen Rückwärtsschlenker, Drehungen, kleine Sprünge, wo Platz ist. Ein junges Paar gar den Eis-Discofox. Die Kenner und Könnerinnen wissen, wo der Kegelschein des Rampenlichts aufblitzt, etwa in der Mitte des eisigen Ovals oder an der Bande beim großes Bild des Disney-Musicals „Die Eiskönigin“. Alles schön anzusehen. Aber auch schön zu erleben, wie manche Anfänger von Freunden und Familie angeleitet werden. Dabei sein ist alles. Und Sicherheit: „Nur mit Helm gehst du da raus und bleibst an meiner Hand“, erklärt ein Vater seiner sechsjährigen Tochter.

Den Kopf bedecken manche wiederum mit Weihnachtsmützen und festtäglichen Haarbereifungen. Aber die Gute-Laune-Tricks auf dem Eis gehen auch lässig in Hoodie und Jogging-Outfit. Locker im weißen Shirt kommt etwa Alek daher. Der junge Stuttgarter ist oft auf dem Eis, einfach aus Freude, wie er betont. „In die Waldau komme ich besonders gerne, wenn man zu DJ-Gigs und Farblicht laufen kann. Das inspiriert und spornt an.“ Und erklärt darauf Freunden, wie es geht, um dann elegant eine neue Runde zu drehen.

Die Musikwünsche landen bei DJ Oli K.

Foto: Lichtgut / Ferdinando Iannone

Am „Aufwärmen“ sind noch Lara und Julia. Die 23-jährige Speditionskauffrau und die 24-jährige Studentin sind eigens – wegen Deluxe – aus Esslingen hergefahren. „Wir sind gerade angekommen, zum ersten Mal auf der Waldau. Aber schon jetzt können wir sagen: Die Atmosphäre ist klasse, das lohnt sich“, sind sie sich einig.

Das unterstreicht Anna, ebenfalls Waldau-Neuling. Die vierfache Mutter ist mit zwei ihrer Töchtern im Teenageralter da, die Ältere, nun 19, hat eine Freundin mitgenommen. „Toll, dass es so etwas gibt“, so Anna, die mit ihrer Familie schon fast zwei Dekaden in Stuttgart lebt. In ihrem Geburtsland Russland werde viel Eis gelaufen. Sie lacht. „Die Mutter bringt das den Kindern bei.“

In der Landeshauptstadt leben auch Eva und Gana. Die Schülerinnen zeigen stolz ihre Dauerkarte für die Eiswelt, die sie seit Jahren haben. Sie kämen nicht nur, weil ihnen das Eislaufen so viel Spaß mache besonders zu Musik und Discolicht. „Sondern auch weil man viele neue Leute kennenlernt“, so die 16-jährige Gana. Eva, zwei Jahre jünger, ergänzt: „Ein ganz großer Freundeskreis kommt her. Das macht einen Riesenfun, zusammen zur Mucke cool zu skaten.“

Wünsche landen beim DJ

Und dass man sich beim DJ was wünschen könne. Das schätzt zudem Heinz, der schon als kleines Kind in den 1960ern des Winters auf dem Eis stand. „Damals auf dem zugefrorenen Bärensee“ schmunzelt er, um dann zur Musik zu wechseln. „Vorher lief Pink, jetzt wünsche ich mir Madonna.“

Oli K, sonst in der Clubszene Stuttgarts auflegend, etwa im „Schocken“ und bald auf der Silvesterparty des „7Grad“, nimmt gerne Wünsche entgegen. „Ich mache ja nicht mein Ding, bin für die Gäste da. Wenn es den Leuten gut gefällt, gefällt das auch mir.“

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